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Normale Version: Caroline Norton: To My Books
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Caroline Norton (1808-1877)


To My Books

Silent companions of the lonely hour,
Friends, who can never alter or forsake,
Who for inconstant roving have no power,
And all neglect, perforce, must calmly take,--

Let me return to you; this turmoil ending
Which worldly cares have in my spirit wrought,
And, o'er your old familiar pages bending,
Refresh my mind with many a tranquil thought:

Till, haply meeting there, from time to time,
Fancies, the audible echo of my own,
'Twill be like hearing in a foreign clime

My native language spoke in friendly tone,
And with a sort of welcome I shall dwell
On these, my unripe musings, told so well.


An meine Bücher

Stumme Begleiter mancher Einsamkeit,
so treue Freunde, unbeirrt auf Wacht,
sie kennen keine Unbeständigkeit,
noch grämt es sie, lass ich sie außer Acht. –

Ich kehr zu euch zurück, die Not soll fliehen,
wenn Sorgen bringen Aufruhr in mein Leben,
in traute Seiten will ich mich verziehen,
den müden Geist in Ruhe zu erheben:

Bis ich dort finde, oft währt es nicht lang,
ein Echo meiner eigenen Kanzonen,
als hörte ich in fremden Weltregionen

der Muttersprache freundlich lieben Klang,
ich grüße ihn, verweile wie gebannt,
unreif mein Traum, erzählt hier wortgewandt.
Hallo Silja,

Die Kanzonen in Zeile 10 sind wohl reimgeschuldet, hier geht es aber meiner Ansicht nach nicht um den Klang der Worte, sondern um das wiedererkennen eigener Gedanken, auch wenn Caroline mit dem Echo ein klangvolles Bild verwendet. Da wäre schöon, wenn dir noch etwas anderes einfällt.

Ansonsten nur eine Winzigkeit in Zeile 3:
Zitat:sie kennen weder Unbeständigkeit...
,
Sonst bin ich versucht das "noch" in der folgenden Zeile zeitlich zu lesen.

LG ZaunköniG
Hallo Zaunkönig,
danke für deine Rückmeldung. Bei dem 'noch' hast du wohl Recht, die zeitliche Bedeutung war mir entgangen. Da könnte ich vielleicht auch auf mein ursprüngliches "es grämt sie nicht" zurückgehen.

Und bei den Kanzonen hast du natürlich ebenfalls Recht, und die gefallen mir auch selbst nicht besonders. Es ist mir schon klar, dass es um die Gedanken geht, nur wollte mir partout kein anderes halbwegs passendes Reimpaar einfallen. Das muss ich mir also noch ein wenig durch den Kopf gehen lassen.

LG Silja
Hallo Silja

Zitat:sie kennen keine Unbeständigkeit,
Es grämt sie nicht, lass ich sie außer Acht. –

Das wäre auch ein gangbarer Weg, doch scheint mir die Verknüfung der Zeilen etwas loser als in meiner Version. Zwar sind es in beiden Fällen nur Aufzählungen, doch ein "weder" bereitet schon die folgende Aussage vor. Nun, ich will mich nicht in Haarspaltereien ergehen, es wohl nur eine persönliche Präferenz.

Aber ich bin gespannt ob dir zur ersten Terzine noch etwas einfällt.

LG ZaunköniG
Hallo Zaunkönig,
mit deinem weder-noch hast du mich überzeugt. Und wie wären die Terzinen mit:

Bis ich dort finde, oft währt es nicht lang,
ein Echo eigner Phantasiegebilde,
als hörte ich in fremden Weltgefilden

der Muttersprache heimatlichen Klang,
ich grüße ihn, verweile wie gebannt,
unreif mein Traum, erzählt hier wortgewandt.


Jetzt ist der Reim nicht mehr ganz rein, aber vielleicht wäre das trotzdem besser, oder?

LG Silja
Hallo Silja,

Das ist schon viel besser!
Ich denke aber daß du in Zeile 10 die Aussage etwas verdrehst.
Die Phantasien in den Büchern scheinen ihr wie das Echo ihrer eigenen Gedanken. Wenn du ihre eigenen Gedanken mit Phantasien gleichsetzt nimmst du ihnen etwas die Tiefe. Ich finde bei dir geht die Aussage zu weit ins Phantastische.
Vielleicht drifte ich zu weit in die andere Richtung ab, aber wie wäre es mit:
Zitat:Ideen, Echo meines eignen Ich,
als hörte ich in fremdem Erdenstrich

LG ZaunköniG
haarspaltenderweise
Hallo Zaunkönig,
ja, ich finde, du bist hier in der Tat etwas zu streng, denn 'fancies' sind mit 'Phantasiegebilden' durchaus treffend wiedergegeben, und 'an echo of my own' steht ja abgekürzt für 'my own fancies'. Du hast schon recht, dass es um Gedanken geht, Vorstellungen, Weltanschauungen usw, die sie hier wiedererkennt, aber auch ihr selbst kommen diese wie Phantasiegebilde vor, nicht wie höhere Philosophie. Darum könnte man schon dabei bleiben, was ich persönlich eigentlich vorziehen würde.

LG Silja
Hallo Silja,

in der Passage
'an echo of my own'
hatte ich keine ausgelassenen 'fancies' gesehen, sondern 'own' einfach als ihr Selbst übersetzt.
Deine Deutung hat aber etwas für sich. Also gut, ich bin einverstanden.

LG ZaunköniG
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