Sonett-Forum

Normale Version: Der Ruf des Hähers
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Überarbeitete Version


Durch abertausend grüne Buchten streicht
der Sommerwind, wühlt auf, lässt fallen, schwanken,
es rauscht, es tost ihr Blättermeer - ins Wanken
bringt sie wohl, tief verankert, nichts so leicht.

Ins Licht getaucht die Krone, in ihr ranken
auf kühnen Pfaden, furchtlos, unerreicht
in ihrer Weite, knorrig Äste - weicht
der Raum dem Stamm, in den die Zeiten sanken.

Die Frucht, die einst aus einem Becher sprang,
entwuchs als Spross zum Eichendom. Zu bringen
die Fülle, den Überfluss ist stets ihr Drang.

Und Misteln mögen nisten, in sie dringen,
im Ruf des Hähers ihr Geheimnis klang:
Sie ruht in sich – sie lässt die Kräfte schwingen…


© Friedrich 2008


Alte Version

Durch abertausend grüne Buchten streicht
der Sommerwind, wühlt auf, lässt fallen, schwanken,
es rauscht, es tost ihr Blättermeer - ins Wanken
bringt sie wohl, tief verankert, nichts so leicht.

Ins Licht getaucht die Krone, in ihr ranken
auf kühnen Pfaden, furchtlos, unerreicht
in ihrer Weite, knorrig Äste - weicht
der Raum dem Stamm, in den die Zeiten sanken.

Die Frucht, die einst aus einem Kelch hier sprang,
entwuchs als Spross zum Eichendom - Ergießen
im Überfluss ist stets ihr reicher Drang.

Und Misteln mögen nisten, auf ihr sprießen,
im Ruf des Hähers ihr Geheimnis klang:
Sie ruht in sich - sie lässt die Kräfte fließen…



© Friedrich 2008
Hallo Friedrich,

Insgesammt sehr gelungen,

In Zeile 9 würde ich statt "Kelch" eher die botanische Bezeichnung "Becher" verwenden, die sicher nicht schwer einzubauen wäre.
In den Terzinen störe ich mich etwas an den Reimen ergießen/sprießen/fließen, die mir alle drei etwas gesucht klingen.

LG ZaunköniG
Hallo ZaunköniG,

danke für die Rückmeldung. Den "Becher" werde ich mir noch überlegen, da ich aus einem bestimmten Grund "Kelch" setzen wollte, gebe dir aber recht, dass im Sinne einer Naturbeschreibung der botanische Begriff besser passen würde.
Die drei Endreime in den Terzetten werde ich mir noch einmal überdenken und versuchen zu ändern. Denn vor allem mit dem "sprießen" war ich auch nicht glücklich. Entgegen meiner sonstigen Gepflogenheit, ein Sonett völlig intuitiv von vorne nach hinten zu entrollen, habe ich diesmal die Terzette von hinten geschrieben, da die Endzeile bei mir unüblicherweise von vornherein feststand.

LG Friedrich
Hallo ZaunköniG,

habe die Terzette jetzt überarbeitet, was meinst du dazu?

LG Friedrich


Der Ruf der Hähers

Durch abertausend grüner Buchten streicht
der Sommerwind, wühlt auf, lässt fallen, schwanken,
es rauscht, es tost ihr Blättermeer - ins Wanken
bringt sie wohl, tief verankert, nichts so leicht.

Ins Licht getaucht die Krone, in ihr ranken
auf kühnen Pfaden, furchtlos, unerreicht
in ihrer Weite, knorrig Äste - weicht
der Raum dem Stamm, in den die Zeiten sanken.

Die Frucht, die einst aus einem Becher sprang,
entwuchs als Spross zum Eichendom – zu bringen
in Fülle und in Überfluss ist stets ihr Drang.

Und Misteln mögen nisten, in sie dringen,
im Ruf des Hähers ihr Geheimnis klang:
Sie ruht in sich – sie lässt die Kräfte schwingen...


© Friedrich 2008
Hmm,

schon besser, aber

Zitat:
Die Frucht, die einst aus einem Becher sprang,
entwuchs als Spross zum Eichendom – zu bringen
in Fülle und in Überfluss ist stets ihr Drang.


mit Eichendom ist der Satz eigentlich abgeschlossen, grammatisch hängt der fölgende Halbsatz irgendwie in der Luft.

Wie ware:

Zitat:
Die Frucht, die einst aus einem Becher sprang,
und wuchs als Spross zum Eichendom, zu bringen
in Fülle und in Überfluss ist stets ihr Drang.


oder beziehst du das "bringen" nicht auf die Frucht?


LG ZaunköniG

Du hast recht, das habe ich übersehen - ja, ich beziehe mich auf die Frucht, wie Klingt das:

Die Frucht, die einst aus einem Becher sprang,
entwuchs als Spross zum Eichendom – zu bringen
die Fülle und den Überfluss ist stets ihr Drang.

oder ist deine Überleitung mit "und" und den beiden "in" vorteilhafter?

Die Frucht, die einst aus einem Becher sprang,
und wuchs als Spross zum Eichendom, zu bringen
in Fülle und in Überfluss ist stets ihr Drang.

?
Hallo Friedrich,

ja deine neue Version ist besser,
wie wäre "Zu bringen
die Fülle und den Überfluss ist stets ihr Drang." als einzelnen Satz abzuteilen.
Ich denke, das ist klarer.

LG ZaunköniG
Gut, dann werde ich neue Version oben reinstellen.

Vielen Dank
Friedrich
Hallo lieber Friedrich,

Deine neue Version finde ich sehr schön gelungen. Daumen

Die kommt in meine Sammelmappe schöner Gedichte

Ein schönes Wochenende

Detlef
Lieber Detlef,

freut mich, wenn's gefällt. Habe im 1. Terzett in Zeile 3 noch den Rhythmus geglättet - da war das "und" zu viel.

LG Friedrich
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