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Normale Version: Michael Juster: Japanese Maple in January
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Michael Juster
USA

Japanese Maple in January

All spring she brushed aside my arguments
that it was cheaper and it made more sense
to fill the yard with hardy Yankee stock.
She bought her maple, junked the chainlink fence,
and tried to start a lawn; our crabby flock
of grackles grew too fat on seed to quarrel.
While masons tamed the mud with slate and rock,
she planted birches, hollies and a laurel.
New pickets kept our neighbors in their place.

October stripped the birches down to bone,
as if to warn the weak. Cold and alone,
our pygmy flared with plum and amber lace
that icestorms froze. I heard oaks crack and groan,
then reveled in a gift of stubborn grace.


Japanischer Ahorn im Januar

Im Frühjahr (was ich denke, zählt da kaum)
malt sie mir aus, es machte viel mehr Sinn
zu pflanzen einen winterfesten Baum,
kauft ihren Ahorn, preist den Buchsbaumsaum,

versucht neu Rasen anzulegen, jetzt,
wo sich die Starenschar der Saat ergötzt.
Die Maurer binden Mörtel ab und in
die Brache Lorbeer sie und Birken setzt.

Der Nachbar gräbt dort neue Pfähle ein,
bis auf die Borke schält die Birken der Oktober,
die Schwachen zu gemahnen und allein
mein Zwerg strahlt gold und aubergine entfacht,
trotzt Eissturm, wo die Eiche ächzt und kracht
und schwelgt mit reiner Anmut in Zinnober.
Hallo Zaunkönig,

wundert mich nicht, dass dir dieses Gedicht ins Auge gesprungen ist. Ich kenns auch und mir gefällts.

Zum Anfang:

Da wischt die Frau des Lyrichs die Arguemente des Ehemannes hinweg, es sei vernünftiger und billiger zähes Yankee-Gewächs zu kaufen.

Dieser Widerstand der Ehefrau setzt sich dann im zweiten Quartett weiter fort. Während die Maurer versuchen, den Schlamm (nicht angelegten Garten) mit Schiefer und Fels zu zähmen. Nicht der Nachbar gräbt dann neue Pfähle ein, sondern neue "pickets" muss ich nachlesen, aber ich glaube das ist ein Militärausdruck der "Posten" heißt, hielten die Nachbarn draußen. Damit sind mmn. die neu gepflanzten Bäume gemeint, die anstatt des "weggeschmissenen Zauns" (s.o.) die Nachbarn im Zaum halten.

Der Rest ist gut gelöst, mir ist vor allem aufgefallen, dass du das birches to bone versucht hast zu erhalten, soweit das im Deutschen möglich ist. Hat der japanische Ahorn dieselben Farben wie der große? Muß mal die Sorte googeln, wegen dem Zinnober.

Gruß

Sneaky
Hallo Sneaky,

In Zeile 7/8 habe ich wohl etwas gepfuscht.

Pickets können, laut meinem Dix sowohl Pfosten, als auch Posten/Stellwache bedeuten, ist also wohl auch der selbe Wortstamm, dient doch auch ein Zaun ein Grundstück zu schützen. Ich würde hier aber bei einem Zaun bleiben, der dort neu gesetzt wird. Auch die von dir angemerkten Pflasterarbeiten deuten doch darauf hin, daß das Grundstück im Ganzen neu angelegt wird.

Das "Yankee-Gewächs" passt metrisch nicht und den Begriff Yankee möchte ich eigentlich auch nicht in meiner Übertragung verwenden. Ich denke schon daß es um die Robustheit heimischer Hölzer geht.
"Baum" ist ist insofern nicht ganz glücklich, da es singular ist, aber mit "Strauch und Baum" habe ich vielleicht eine akzeptable Lösung gefunden.

Beim Zinnober in der Schlußzeile: Nun gut, Michael schreibt nur von bernstein- und pflaumenfarbener Färbung, was ich mit gold und aubergine übersetzt habe. Zinnober hat er anscheinend so nicht vor Augen gehabt, aber zumindest botanisch ist das kein Problem, und der seltene Reim Oktober / Zinnober war mir hier einfach zu verlockend.

LG ZaunköniG



Japanischer Ahorn im Januar

Im Frühjahr (was ich denke, zählt da kaum)
malt sie mir aus, es machte viel mehr Sinn
zu pflanzen winterfesten Strauch und Baum,
kauft ihren Ahorn, preist den Buchsbaumsaum,

versucht neu Rasen anzulegen, jetzt,
wo sich die Starenschar der Saat ergötzt.
Die Maurer setzen Pflaster in die Brache, in
die sie rings Lorbeer, Ilex,
Birken setzt.

Zum Nachbarn gräbt sie neue Pfähle ein,
bis auf die Borke schält die Birken der Oktober,
die Schwachen zu gemahnen und allein
mein Zwerg strahlt gold und aubergine entfacht,
trotzt Eissturm, wo die Eiche ächzt und kracht
und schwelgt mit reiner Anmut in Zinnober.
Hallo zaunkönig,

ich denke wir reden grad ebbes aneinander vorbei.

In V1 ist es nicht sie, die sagt, wir kaufen winterharte Bäume, sondern der Ehemann sagt, es sei vernünftiger, solches Yankee-Gewächs zu pflanzen.

Ob Michael, der glaub ich von der Ostküste ist, diese MEtapher bewusst benutzt hat um einen Gegensatz zu dem westlichen Gewächs zu setzen, weiß ich nicht. Der Ausdruck als solcher muss nicht sein, aber der Gedanke dass das der Ehemann ist, der das sagt, sollte m.E. hinein. Buchsbaumsaum gefällt mir übrigens wegen dem internen Reim nicht sehr.

die Maurer setzen Pflaster in die Brache
in die sie Lorbeer, Ilex, Birken setzt. ?

An den Pfählen hab ich nichts auszusetzen,.

Gruß

Sneaky
Zitat:In V1 ist es nicht sie, die sagt, wir kaufen winterharte Bäume, sondern der Ehemann sagt, es sei vernünftiger, solches Yankee-Gewächs zu pflanzen.

?!?

Stimmt so kann man den Text auch lesen, aber grammatikalisch lese ich hier nicht so eindeutig heraus, wessen Agumente es sind.

Zitat:she planted birches, hollies and a laurel.

Das klingt nun nicht danach, daß sie seine Agumente für einen pflegeleichten Garten hinwegwischt. In der Nordamerikanischen Botanik kenne ich mich nun nicht besonders gut aus, aber Birken, Stechpalme (Ilex) und ich nehme an Kirschlorbeer sind billig und robust.

Du meinst, weil sie den Ahorn pflanzt? Ich denke, ein kleines Zugeständnis in einem sonst ortstypischen, pflegeleichten und langweiligen Garten.
Hm, dann müssen wir da wohl uneins bleiben Zaunkönig. Ich bin mir absolut sicher, dass es so ist.

Im Frühling fegte sie meine Ideen
dass Hartholz anzupflanzen besser sei
und billiger vom Tisch, kauft unbesehen
den Ahorn, räumt den Hof von Zäunen frei.
Sie träumt von einem Rasen, doch der Samen
macht mehr die Spatzen fett. Die Schieferplatten
die sorgsam ausgerichtet in die Einfahrt kamen,
grünt sie mit Hecken ein und einem satten

Gemisch aus Birken, Ilex, Lorbeerbüschen.
Auch das hält Nachbarn fern. Oktoberfrost
fraß Birkenbast als warne er die Schwachen,
doch dieser Ahorn blieb beim Farbenmischen,
trägt Eis als Spitze, wenn die Eichen krachen.
Sein Rostrot und sein Bernstein sind mir Trost.
Hallo Sneaky,

Unsere unterschiedlichen Interpretationen werden wir wohl an dieser Stelle nicht klären können, dichterisch finde ich deine Fassung aber gut gelöst.
Etwas kopfzerbrechen machen mir die "Grackles", da weder Stare (in meiner Fassung) noch Amseln (bei dir) Grassamen fressen würden, zumindest die europäischen Arten, die ein deutscher Leser wohl zuerst assoziieren würde.
Vielleicht sollte man hier auf einen Körnerfresser ausweichen. Spatzen oder Finken würden sich anbieten.

LG ZaunköniG
Na, dann teilen wir uns die Brut Smile . Ich nehm die Spatzen

Gruß

Sneaky
Hallo Zaunkönig,

ich habs mir nun noch einige Male angeguckt, aber die Grammatik ist - entgegen deiner Meinung auch eindeutig -

Wenn es ihre Argumente wären, dann müsste die zweite Zeile mit einem Verb "said" z.B. beginnen. Aber die zweite Zeile beginnt mit einem ""dass, that".

Das "malte" das du benutzt hast, kann man zwar auf brush beziehen, aber dann müsste das Verb doppelte Dienste tun. Einerseits die Argumente negieren und andererseits den Traum malen.

Ich kann mich nur wiederholen, das geht nicht. Das Hartholz will der Ehemann, sie will einen Zierbaum, den Ahorn haben. Birken, Stechpalmen und Kirschlorbeer sind doch auch keine Nutzhölzer, oder? Genau darum gehts auch bei Rasen vs. Schieferplatten und Stein.

Sorry, falls ich nerve, aber hier finde ich deine Lesart falsch.

Gruß

Sneaky
Zitat:Wenn es ihre Argumente wären, dann müsste die zweite Zeile mit einem Verb "said" z.B. beginnen. Aber die zweite Zeile beginnt mit einem ""dass, that".

Jedes Frühjahr wischt sie meine Argumente beiseite, es sei billiger hartes Yankee-Gewächs zu pflanzen.

Also für mich geht daraus nicht klar hervor ob das hier sein Agument ist, daß von ihr nicht beachtet wird, oder ob in indirekter Rede ihre Antwort angeführt wird.
Zitat:Das "malte" das du benutzt hast, kann man zwar auf brush beziehen, aber dann müsste das Verb doppelte Dienste tun. Einerseits die Argumente negieren und andererseits den Traum malen.

Ja, sie negiert seine Agumente mit ihrer Vorstellung von einem pflegeleichten Garten.

Zitat:Ich kann mich nur wiederholen, das geht nicht. Das Hartholz will der Ehemann, sie will einen Zierbaum, den Ahorn haben. Birken, Stechpalmen und Kirschlorbeer sind doch auch keine Nutzhölzer, oder? Genau darum gehts auch bei Rasen vs. Schieferplatten und Stein.

Rasen ist für mich nun auch nicht gerade der Inbegriff von urwüchsiger Natur oder verfeinerter Ästhetik. Im Gegenteil, große Rasenflächen werden gerne angelegt, wenn man sich nicht viel Arbeit machen möchte und/oder wenn man wegen Kindern oder Haustieren eine Nutzfäche haben will. Hin und wieder mähen, das wars. Also da sehe ich keinen Gegensatz zu den Pflasterarbeiten.

Auch der japanische Ahorn ist übrigens vollkommen winterhart.
Das robuste Gewächs, daß dort angeblich mehr Sinn macht, bezieht sich vielleicht garnicht auf die Frostresistenz, sondern nur auf die augenscheinliche Statur. Ich denke daß es bei entsprechenden Grundstücksgrößen vielleicht mehr Sinn macht auch wuchskräftige Pflanzen zu verwenden? Gerade so ein Gedanke von mir. Gestalterisch wäre das durchaus folgerichtig, aber im Herbst wenn die anderen Bäume ihr Laub schon verloren haben, oder wie die Eichen nur braun werden, setzt der kleine Ahorn einen Farbakzent.



Ich werde über den Text aber auch nochmal rübergehen. Den Zaun in Zeile 4 muß ich auch noch irgendwie unterbringen.

LG ZaunköniG
Hallo Zaunkönig,

indirekte Rede kanns nicht sein, da müsste es "it would be easier and make more sense" heißen".

Wo issn Silja? Die ist doch mit Muttersprachlern ständig im Umgang? Vielleicht kann sie diesen Disput klären? Wär schade drum, wenn du jetzt im Originaltext schaffst, ums dann wieder zu streichen.

Gruß

Sneaky
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