Sonett-Forum

Normale Version: Juhan Jaik: Kodumets 1
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Juhan Jaik
1899 - 1948

Kodumets

I.

Tean metsi sügavaid, tean suuri laani,
Kun kuusesambad pilvi toetavad,
Kuldkäbivihma alla poetavad
Ja oksad kõrgelt ulatavad maani.

Kun õitsvad sõnajalad ööl vaid Jaani,
Kui haavalehed müha koetavad
Ja mändi ladvul tuuled soetavad
Kui salakutsva vile jumal-Paani.

Ja sääl on metsavaimu koduase.
Sääl jaaniussest hiilgab rohelsammal,
Kui tõrvikmiljonitest surnuhavval.

Ei muid ma sinna vii, ei võõraid ligi lase
Sääl vestlen mina vaid, me sõbrad truud -
Öö, metsavaim, mina ja ei ühtki muud.



Heimat 1

Ihr weiten Ebenen, ihr tiefen Wälder,
wo Nebel sich auf Moor und Fichten legen.
Herunter träuft ein goldner Zapfenregen,
Die Äste stecken weit sich in die Felder.

Mich lockt dort am Johannistag der Farn
und Espenlaub, das sanft verführend rauscht.
Und wo der Tann noch nach den Winden lauscht,
huscht durch das Dämmerdickicht flink Gott Pan.

In dieser Wildnis wohnt der Waldgeist blos,
und mild hebt sich ein Leuchten aus dem Moos,
bis man Milionen Janni-Käfer schaut.

Ich werde keinem je die Plätze nennen,
um mit euch dort zu plaudern, lieb und traut.
Nur Nacht und Wald soll'n mein Geheimnis kennen.
Hallo Zaunkönig,

das ist auf jeden Fall ein klasse Sonett, egal obs nun getreu oder ungetreuer übersetzt ist. Was ist das für eine Sprache? Finnisch?

Auf jeden Fall ganz großes Kino

Gruß

Sneaky
Hallo Sneaky,

Du bist dicht dran. Juhan Jaik war Este. Finnen und Esten können sich wohl gegenseitig verstehen, die Sprachen sind eng verwandt.
Ob es getreu ist? Schon der Titel scheint ein zusammengesetztes Wort zu sein, aber den zweiten Wortteil konnte ich nicht identifizieren. Unsicher bin ich mir sonst vor allem in Zeile 5. Wegen der Großschreibung nehme ich Jaani mal als Eigenname, bzw. von einem Eigennamen abgeleitet.

LG ZaunköniG
Der Titel, habe ich inzwischen herausgefunden, bedeutet "Heimatwälder".
Jetzt wo ich es weiß, finde ich die Wälder auch in meinem Dix, aber man muß auch wissen wo eine Silbe anfängt, bzw aufhört...
Hallo Zaunkönig,
in diese Rubrik scheine ich seit Jahren nicht hineingeschaut zu haben! Ich hatte demzufolge auch gar nicht bemerkt, was mir entgangen ist.

Falls es also noch nicht total überholt ist, der Jaani kommt oben ja zweimal vor. Und beim ersten Mal hast du ihn mit Johannistag übersetzt, was ja auch Sinn macht. Warum dann nicht beim zweiten Mal Johanniskäfer (also Leuchtkäfer oder so)? Die gibt es doch auch.

LG Silja
Hallo Silja,

Zitat:in diese Rubrik scheine ich seit Jahren nicht hineingeschaut zu haben! Ich hatte demzufolge auch gar nicht bemerkt, was mir entgangen ist.
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Der Johanniskäfer war mir als deutscher Begriff nicht geläufig. Anscheinend wieder so eine Regionalia, aber er wäre natürlich trotzdem besser als der übernommene Janni-Käfer.

-> Bis man die Schaar Johanniskäfer schaut.


LG ZaunköniG
Eine befreundete Finnin hat sich den Text einmal angeschaut.
Nun, so eng scheinen Finnisch und Estnisch dann doch nicht verwandt zu sein, da klaffen auch bei ihr noch einige Verständnis-Lücken, aber hioer und da kann ich schon etwas korrigieren,

Danke Tarja,

und hier die Neufassung:



Ich kenne Ebenen und tiefe Wälder,
wo Wolken sich auf Moor und Fichten legen.
Herunter träuft ein goldner Zapfenregen,
und hohe Äste reichen in die Felder.

Mich lockt dort am Johannistag der Farn
und Espenlaub, das sanft verführend rauscht.
Und wo die Kiefer nach den Winden lauscht,
huscht durch das Dämmerdickicht flink Gott Pan.

In dieser Wildnis wohnt das Waldweib blos,
und mild hebt sich ein Leuchten aus dem Moos,
bis man die Schar Johannis-Käfer schaut.

Ich werde keinem je die Plätze nennen,
um mit euch dort zu plaudern, lieb und traut.
Das Waldweib nur soll mein Geheimnis kennen.
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