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Normale Version: John Donne: La Corona 6
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John Donne
1572 - 1631

La Corona

Crucifying


By miracles exceeding power of man,
He faith in some, envy in some begat,
For, what weake spirits admire, ambitious hate:
In both affections many to him ran,

But Oh! the worst are most, they will and can,
Alas, and do, unto the immaculate,
Whose creature Fate is, now prescribe a Fate,
Measuring selfe-life's infinity to a span,

Nay to an inch. Loe, where condemned he
Bears his own cross, with pain, yet by and by
When it bears him, he must bear more and die;

Now thou art lifted up, draw me to thee,
And at thy death giving such liberal dole,
Moist, with one drop of thy blood, my dry soule.




Kreuzigung
Ü: ZaunköniG

Mit übermenschlich großer Kraft für Gutes
erzeugt er Neidgefühle bei den Massen.
Die ein’ bewundern ihn, die Eif’rer hassen;
Zu ihm zu kommen, - beider Regung tut es.

Doch oh, die Mehrheit will, im Rausch des Blutes,
den unbefleckten nicht unschuldig lassen.
Der, der das Schicksal ist, den soll’s erfassen
nach kurzer Frist durch ungebremste Wut des

verhetzten Pöbels. So verdammt im Hier
trägt er sein Kreuz, und trägt es bis zum Ende,
bis ihn es trägt, und hoch in Einheit ruht es.

Nun, da man dich erhob, ziehts mich zu dir
Und dein Tod gibt uns solche Freiheits-Spende;
Die trockne Seele netzt dein Tropfen Blutes.


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Crucifying

By miracles exceeding power of man,
He faith in some, envy in some begat,
For, what weake spirits admire, ambitious hate:
In both affections many to him ran,
But Oh! the worst are most, they will and can,
Alas, and do, unto the immaculate,
Whose creature Fate is, now prescribe a Fate,
Measuring selfe-life's infinity to a span,
Nay to an inch. Loe, where condemned he
Bears his own cross, with pain, yet by and by
When it bears him, he must bear more and die;
Now thou art lifted up, draw me to thee,
And at thy death giving such liberal dole,
Moist, with one drop of thy blood, my dry soule.

Kreuzigung

Wunder zu wirken, wie es Menschenkraft nicht kann,
erweckte Glauben wie auch Missgunst auf den Straßen,
was Schwache liebten, ließ die Ehrgeizigen hassen,  
die einen wie die anderen schlug er in Bann.
Doch war der Hass in Überzahl, sein Werk begann
das Reine zu verrufen und die Häscher fassen
den Herrn des Schicksals, ihn sein Los erfahren lassen,
das Göttliches erfährt als ein gemeiner Mann:
den nahen Tod, verurteilt, einsam und allein.
Er schleppt voll Qual sein Kreuz  zur Schädelstätte hoch,
und trägt`s ihn dort, erduldet er es bis zum Tod;
Hoch aufgerichtet, Herr, siehst du den Sünder noch,
schenkt uns dein Leidensweg ein neues Morgenrot:
Erweich mit einem Tropfen deines Bluts mein Sein.
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