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Normale Version: Jakob Liiv: Mu laul
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Jakob Liiv
1859 - 1938 Estland

Mu laul

Mu luulemaa on lage, kaine,
mu laul kui kauge muinasjutt,
kui ammu leseks jäänud naine,
kel ununenud naer ja nutt.

Ta emaks oli Peipsi laine,
ta eluks, hingeks tormirutt;
Ta ometi näib madal, maine,
kõik marud, mässud varjatud.

Kuid siiski iga hüüe, huige
on minu elusoone tuige, -
mu kurb ja raske minevik.

Mu pilge pisarates muige,
mu arm kui tiivust lastud luige,
kel iga lend on kauge, pikk.



Mein Lied

Mein Lied ist völlig nüchtern und entleert,
wie alte Märchen aus vegessnen Zeiten;
Wie eine lang Verwidwete entbehrt's
zum Lachen wie zum Weinen seine Saiten.

Mal wiegt es dich so mütterlich und leicht,
mal ungestüm, wie wilde Tiere schnaufend, -
und dennoch scheint es mir so irdisch, seicht -
und schutzlos gegen echte Stürme laufend.

Und Trotzdem! Jedes meiner Worte schreit
hinaus, was drängend in den Adern pocht
von meiner traurigen Vergangenheit.

Mein leiser Spott beweint das Lächeln noch,
die Narbe gibt mir Flügel: Wie ein Schwan
singt, klingt darin die Ferne an.
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