Sonett-Forum

Normale Version: Blue Seven
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Blue Seven


Kokett hat sie, die Nacht, ihr Haar gebunden,
als still der Tag im roten Samt versinkt -
sie kostet, ehe sie vom Becher trinkt,
den Widerhall schon längst verklungner Stunden.

Sie ist bereit, sie intoniert die Sphären,
phrasiert die Galaxien im Wechselsang
der Sternenchöre, schnippt vom innern Drang
beseelt den Zwischenschlag, lässt ihn gewähren.

Gestirne tanzen ihre Spur, verschleifen
zu Silberschauern, weichen Mustern, Hall
als Kontrapunkt, Schall, den sie umgreifen.

In vollen Zügen trinkt sie nun vom All,
denn sie, die Nacht, sie lässt ihn wieder reifen,
den Tag, sein Licht, im Werden, im Zerfall.



© Friedrich 2009
Lieber Friedrich,

ein Sonett wieder mit Tiefe aus dem Leben, wie wir es von Dir gewohnt sind. Mir gefällt es. Ich denke Du machst auch Musik!?

Nachhallende Grüße

detlef
LIeber Detlef,

es freut mch, dass der Nachhall noch nachschwingt. Ich war vor langer Zeit etwas musikalisch (aktiv) vorbelastet, jetzt bin ich genießender, dankbarer Rezepient...

LG Friedrich
Hallo Friedrich,

bezieht sich dein Sonett auf ein bestimmtes Konzerterlebnis oder einen bestimmten Interpreten?

LG ZaunköniG
Hallo ZaunköiG,

das Sonett ist für einen ehemaligen (deutschen) Jazzmusiker geschrieben, der Vokalist, Gitarrist und Bassist war. Dabei bezieht sich der Titel "Blue Seven" auf die unter Jazzvokalisten gebräuchliche "Naturseptime" (im Jazzjargon "Blue Seven"). Interessanterweise bin ich auf den Begriff über eine sehr kurzweilige Vortragsreihe über Primzahlen (2. Vortrag) des bekannten österreichischen Mathematikers und Buchautors Rudolf Taschner gestoßen. Das Sonett ist (m)eine Interpretation des Genres.

LG Friedrich

Weiterführende LInks für Interessierte:
Naturseptime (Wiki)
Naturseptime (Kurze Erklärung)
Naturseptime (Klangmatrix - Hörbeispiele)
Pythagroreisches Komma (Wiki)
Referenz-URLs