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Normale Version: Rudyard Kipling: Hymn Of Breaking Strain
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Hymn Of Breaking Strain

THE careful text-books measure
(Let all who build beware!)
The load, the shock, the pressure
Material can bear.
So, when the buckled girder
Lets down the grinding span,
'The blame of loss, or murder,
Is laid upon the man.
Not on the Stuff - the Man!

But in our daily dealing
With stone and steel, we find
The Gods have no such feeling
Of justice toward mankind.
To no set gauge they make us-
For no laid course prepare-
And presently o'ertake us
With loads we cannot bear:
Too merciless to bear.

The prudent text-books give it
In tables at the end
'The stress that shears a rivet
Or makes a tie-bar bend-
'What traffic wrecks macadam-
What concrete should endure-
but we, poor Sons of Adam
Have no such literature,
To warn us or make sure!

We hold all Earth to plunder -
All Time and Space as well-
Too wonder-stale to wonder
At each new miracle;
Till, in the mid-illusion
Of Godhead 'neath our hand,
Falls multiple confusion
On all we did or planned-
The mighty works we planned.

We only of Creation
(0h, luckier bridge and rail)
Abide the twin damnation-
To fail and know we fail.
Yet we - by which sole token
We know we once were Gods-
Take shame in being broken
However great the odds-
The burden of the Odds.

Oh, veiled and secret Power
Whose paths we seek in vain,
Be with us in our hour
Of overthrow and pain;
That we - by which sure token
We know Thy ways are true -
In spite of being broken,
Because of being broken
May rise and build anew
Stand up and build anew.


Hymne von der Belastungsgrenze

Die Schrift schließt Wissenslücken,
(beachte es, wer baut)
von Lasten, Wucht, und Drücken,
wieweit man Werkstoff traut.
Bricht unter seiner Last
der Brückenträger ein,
sind Tod, Ruin zu Gast
ist schuld der Mensch allein,
kein Baustoff. Er allein!

Im Tagewerk der Tage
mit Stahl und Stein erfährt
der Mensch, dass - ohne Frage –
kein Gott je so verfährt.
Sie schufen uns mit Hasten,
- kein Kurs ist klar, trotz Fragen –
beladen uns mit Lasten
zu schwer, um sie zu tragen,
zu grausam, sie zu tragen.

Im Anhang kluger Werke
ist sorgsam eingefügt,
wie weit reicht Nietenstärke,
wann sich ein Träger biegt,
was schädigt Makadam
was der Zement noch hält,
doch Nachkommen von Adam
fehlt so was in der Welt
fürs Leben in der Welt.

Die Erde ist uns Beute,
und Zeit und Raum ein Tanz,
doch uns als tauber Meute
entgehen Wunder ganz,
bis unsre Illusionen
von Göttlichkeit und Pracht,
ein Schwall von Konfusionen
samt Tat und Plan verlacht,
den Meisterplan verlacht.

Auf uns in aller Schöpfung
(kein Stein weiß um sein Glück)
fällt doppelte Verdammung
das Scheitern Stück für Stück
zu sehen, zu erkennen,
wie Gott gewesen zu sein,
um jetzt vor Scham zu brennen,
im Scheitern, war das Ziel auch klein
die Chance zum Erfolg zu klein.

Du Macht, von der wir Kunde,
vergeblich suchen allezeit,
steh bei uns in der Stunde
voll Schmerzen und voll Leid,
dass wir – die so erfahren,
dein Weg gereicht zum Segen –
gescheitert, wie wir waren,
weil
wir gescheitert waren,
die Hände wieder regen,
aufstehn, die Hand zu regen.
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