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Normale Version: John Keats: 'A thing of beauty'
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John Keats
'A thing of beauty'


A thing of beauty is a joy forever;
Its loveliness increases; it will never
Pass into nothingness; but still we keep
A bower quiet for us, and a sleep
Full of sweet dreams, and health, and quiet breathing.
Therefore, on every morrow, are we wreathing
A flowery band to bind us to the earth,
Spite of despondence, of the inhuman dearth
Of noble natures, of the gloomy days,
Of all the unhealty and o'er-darkened ways
Made for our searching: yes, in spite of all,
Some shape of beauty moves away the pall
From our dark spirits. Such the sun, the moon,
Trees old and young, sprouting a shady boon
For simple sheep; and such are daffodils
With the green world they live in; and clear rills
That for themselves a cooling covert make
'Gainst the hot season; the mid forest brake,
Rich with a sprinkling of fair musk-rose blooms:
And such too is the grandeur of the dooms
We have imagined for the mighty dead;
All lovely tales that we have heard or read:
An endless fountain of immortal drink,
Pouring unto us from the heaven's brink.


John Keats
Etwas, das schön ist

Ü: Josef Riga

Etwas, das schön ist, Freude gibt's für immer:
Sein Liebreiz wächst uns zu, und es wird nimmer
Völlig ins Nichts einsinken; und was zählt,
Das wird als Traum und Ruheraum gewählt.
In sanftem Nichtstun in die Mitte finden,
Gesund vom Schlaf erwacht, ein Band zu winden,
Vergänglich-bunt, das uns im Leben hält,
Trotz desperater Lage in der Welt -
Für freie Seelen; trotz der dunklen Stege,
Auf denen moribund die Schattenwege
Unseres Wahns verlaufen. Ja, trotz dem!
Dinge in Schönheit sind ein Diadem,
Das unser dunkles Denken überkront;
Ein Zufluchtsort, wie Bäume unter'm Mond
Für Schafe, die genügsam sind. Narzissen
Beleben ihre grüne Welt, auf Kissen
Sind sie gesetzt in Schatten kleiner Rillen,
An heißen Tagen gut, um Durst zu stillen.
Von Moschusröslein ist die Waldeslichtung
In Fülle übersät in jeder Richtung.
Und so voll sind die Bilder jedes Todes,
Den wir uns vorstellen als etwas Großes,
Dass liebste Sagen uns ein Quellgrund sind,
Der endlos fließend aus den Himmeln rinnt.
Hallo Josef,


Im Wesentlich hast du es inhaltlich wie formal gut getroffen. Geradezu verhängnisvoll dass dir ausrerechnet die erste Zeile so ungelenk geraten ist.
mein Vorschlag:

Ein Ding der reinen Schönheit freut uns immer

oder etwas freier:

Ein schönes Ding erfreut die Seele immer...


Liebe Grüße
ZaunköniG
Ich muss dir mal wieder (teilweise) recht geben. Ich wollte die erste Zeile quasi "auftaktmäßig" gestalten. Als eine erste Behauptung, die dann im Verlauf des Gedichtes erklärt und ausgeführt wird. Dafür darf/muss es am Anfang gerne auch etwas holperig ins Gedicht hineingehen um die erste Zeile abzusetzen. Jetzt gefällt mir aber das "Ding" in diesem Zusammenhang nicht mehr. Es klingt im Deutschen ungewollt etwas abwertend. Ich denke, dass die Schwierigkeit eher an diesem Wort liegt und der Tatsache, dass ich den Doppelpunkt des Originals "übergangen" habe. Er ist doch eine mögliche starke Zäsur. Diese nachbildend habe ich mich für die Fassung Etwas, das schön ist, Freude gibt's für immer: entschieden. "Etwas" ist auch allgemein genug und umfasst im Deutschen nicht nur schöne Gegenstände sondern auch anderes, was kein "Ding" im eigentlichen Sinne ist (etwa ein Gedicht, ein Gedanke etc.) Vielleicht ist das Etwas näher am thing als das Ding
Das wäre nicht das erste Mal, dass die einfachere Übersetzung eines englischen Wortes in sein direktes deutsches Pendant schlechter wäre als ein kleiner Umweg.
Hallo Josef,

Ich denke, hier ist die Schönheit nicht einfach ein Attribut, das uns das Ding gefällig macht. Es ist die Schönheit selbst, die sich in manchen Dingen manifestiert, gewissermassen aus einer platonischen Ideenwelt hinaus geboren wird in die unsere. Auf das Ding an sich kommt es gar nicht an, daher auch der unspezifische Begriff.

LG ZaunköniG
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