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Normale Version: Guido Cavalcanti: Voi che per li occhi mi passaste 'l core
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Guido Cavalcanti
ca. 1260 - 1600 Italien


Voi che per li occhi mi passaste 'l core
e destaste la mente che dormia,
guardate a l'angosciosa vita mia,
che sospirando la distrugge Amore.

E vèn tagliando di sì gran valore,
che' deboletti spiriti van via:
riman figura sol en segnoria
e voce alquanta, che parla dolore.

Questa vertù d'amor che m'ha disfatto
da' vostr' occhi gentil' presta si mosse:
un dardo mi gittò dentro dal financo.

Si giunse ritto 'l colpo al primo tratto,
che l'anima tremando si riscosse
veggendo morto 'l cor nel lato manco.




Die Ihr das Herz mit Eurem Blick betört,
die Ihr erweckt habt den verschlafenen Sinn,
schaut, wie bedrückt und angsterfüllt ich bin,
weil Amor unter Seufzern mich zerstört.

Und er zerschlägt mit solcher Wucht mein Herz,
dass wehrlos alle Sinne mir vergehen.
Allein in meinem Antlitz ist zu sehen,
aus meinem Mund zu hör'n der tiefe Schmerz.

Die Macht, mit der mich Amor niederrang
hat wohl schon lang in Eurem Blick gelauert:
Ein feil, der plötzlich meinen Leib durchbohrt.

Ein Schütze, dem der erste Schuß gelang,
dass meiner Seele vor dem Anblick schauert:
Das Herz liegt tot in seines Busens Hort.
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