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Normale Version: Ethelwyn Wetherald: If one might live...
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Ethelwyn Wetherald
1857 - 1940 Canada


If one might live ten years among the leaves,
Ten–only ten–of all a life's long day,
Who would not choose a childhood 'neath the eaves
Low-sloping to some slender footpath way?

With the young grass about his childish feet,
And the young lambs within his ungrown arms,
And every streamlet side a pleasure seat
Within the wide day's treasure-house of charms.

To learn to speak while young birds learned to sing,
To learn to run e'en as they learned to fly;
With unworn heart against the breast of spring,
To watch the moments smile as they went by.

Enroofed with apple buds afar to roam,
Or clover-cradled on the murmurous sod,
To drowse within the blessed fields of home,
So near to earth–so very near to God.

How could it matter–all the after strife,
The heat, the haste, the inward hurt, the strain,
When the young loveliness and sweet of life
Came flood-like back again and yet again?

When best begins it liveth through the worst;
O happy soul, beloved of Memory,
Whose youth was joined to beauty as at first
The morning stars were wed to harmony!


Will man zehn Jahre in den Wäldern leben,
Zehn Jahre nur vom langen Lebenstag,
Die Wahl wird wohl die Kinderzeit ergeben.
Das Blattwerk, das sich Pfaden neigen mag,

mit frischen Gräsern unter Kinderfüßen;
in kleinen Armen wird ein Lamm getragen;
Ein Platz am Bach, die Zeit sich zu versüßen
in dem an Wundern reichen Haus der Tage...

Lern sprechen, wo ein Vogel lernt zu singen!
Wo Vögel fliegen lernen, lern' du gehen!
Ein freies Herz wird an den Busen dringen,
kannst du die Augenblicke lächeln sehen.

Von Apfelblüten überwölbt zu schlendern,
in Klee gebettet auf summenden Soden
zu schlummern wie in märchenhaften Ländern,
so nah bei Gott und nah dem Heimatboden;

Was zählen da der spätre Kampf, das Streben,
inn're Verletzungen, zerbrochnes Glück,
kommt jugendliche Anmut in das Leben
wie die Gezeiten neu und neu zurück?

Wenn du nach gutem Anfang Leid erfährst,
sei froh: Dich hat Erinnerung erwählt.
Du warst der Schönheit nah, als sich zuerst
der Morgenstern der Harmonie vermählt.



.
hallo ZkG

es liest sich anfangs flüssig runter, aber ab den Soden stockte ich. kann da aber zu sod/God auch nix besseres bieten, momentan.

Zitat:Was zählen da der spätre kampf, das Streben,
inn're Verletzungen, zerbrochnes Glück,
kommt jugendliche Anmut in Leben
wie die Gezeiten neu und neu zurück?
hier hast du vergessen Kampf groß zu schreiben.
klänge es so nicht auch besser?:

Was zählen da ein später Kampf, ein Streben,
Verletzung, innerlich zerbrochen Glück,


die letzte Strophe fließt dann wieder, auch wenn wohl nicht ein einzelner Morgenstern ursprünglich gemeint war, sondern die Sterne des Morgens, nehme ich an.

Gruß
Alcedo
Hallo Zaunkönig,

ein wunderbares Gedicht. Immer wenn es um "Natur" geht, läufst du zu großer Form auf. Keine Beanstandungen!

Gruß
Josef
Hallo Zaunkönig,

dafür solltest du eine extra Auszeichnung bekommen, weil ich im Gegensatz zu Josef den Ausgangstext als furchtbaren romantischen Kitsch ansehe. Sowas kann ich nicht übersetzen.

Allerdings solltest du an der Stelle hier dein "gehen" nochmals überdenken

Wo Vögel fliegen lernen, lern' du gehen

Das Original spricht davon, dass Kinder rennen lernen wie Vögel das Fliegen. Da ist "gehen" nicht passend.

Gruß´

Sneaky
Hallo ihr drei,


Alcedo, den Kampf wollte ich hier nicht kleinreden, das ändere ich. Danke für den Hinweis.
Ansonsten überzeugt mich dein Änderungsvorschlag nur halb. Eine andere Möglichkeit wäre:

Was zählen da ein später Kampf, dein Streben,
innere Wunden und zerbrochnes Glück,
...


Josef, schön, daß es dir gefällt, aber irgen eine kleinigkeit gibt es doch immer zu polieren...


Sneaky,

Ob mit "run" wirklich "rennen" gemeint ist?
Ich habe es so verstanden, wie man im Deutschen sagt, dass ein Kind laufen lernt, womit ja nur der aufrechte Gang gemeint ist.


Gruß
ZaunköniG
hallo ZaunköniG

Zitat:Was zählen da ein später Kampf, dein Streben,
innere Wunden und zerbrochnes Glück,
ja, besser. nur „innere“ wird noch unschön gebeugt.

habe jetzt auch für diese Strophe eine Alternative gefunden:
Von Apfelblüten überdacht zu schlendern,
vom Klee umwogt, umsäumt, gewiegt zu werden,
zu schlummern wie in märchenhaften Ländern,
so nah bei Gott wie nah den Muttererden,


Gruß
Alcedo
.
sollte es nicht heißen: kommt jugendliche Anmut in das Leben ... wegen des Rhythmus!?
Josef
Ja klar, auch der Grammatik wegen.
Danke für den Hinweis.


Gruß
ZaunköniG
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