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Normale Version: Jan Kasprowicz: Krzak dzikiej róży w Ciemnych Smreczynach 2
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Jan Kasprowicz
1860 – 1926 Polen


Krzak dzikiej róży w Ciemnych Smreczynach

II


Słońce w niebieskim lśni krysztale,
Światłością stały się granity,
Ciemnosmreczyński las spowity
W bladobłękitne, wiewne fale.

Szumna siklawa mknie po skale,
Pas rozwijając srebrnolity,
A przez mgły idą, przez błękity,
Jakby wzdychania, jakby żale.

W skrytych załomach, w cichym schronie,
Między graniami w słońcu płonie,
Zatopion w szum, krzak dzikiej róży...

Do ścian się tuli, jakby we śnie,
A obok limbę toczą pleśnie,
Limbę, zwaloną tchnieniem burzy.



Wilder Rosenbusch in der Tatra

II



Die Sonne scheint aus hellblauem Kristall,
dass heiter der Granit im Lichte glänzt.
Der dunkle Tann der Tatra wird bekränzt
von luftig-blauen Wogen überall.

Den Fels hinab stürzt sich ein wilder Bach:
Ein Band aus Glitzergischt und Silbergrau
das seinen Weg sucht durch den Dunst, das Blau,
das wie ein Seufzer klingt, ein weh und Ach.

In den versteckten Nischen, in den Spalten
hat sie die grelle Sonne auszuhalten
und selbst in Regenschauern flammt die Rose,
die sich verträumt an ihren Felsen schmiegt,
dort wo die Zirbel morsch, geborsten liegt,
gefällt von einem rauen Sturmgetose.


.
Wilder Heckenrosenbusch in der Hohen Tatra

II

Die Sonne scheint im blauen (Firmament) Kristall,
Der Granitfels wurde mit Licht durchgeflutet/ Im Sinne: Der Granitfels wurde zur Lichtquelle,
"Der dunkle Fichtenwald" ist eingehüllt
In einem luftig- blauen Wogen

Der rauschende Bergwasserfall gleitet/ flitzt den Fels hinunter,
Ein Band aus Glitzergischt und Silbergrau, / toll !!! im Sinne: entfaltet sich …
Und durch den Nebel und durch das Blau des Himmels
Geht „quasi“ ein Seufzer, „quasi“ ein Gram.

In den versteckten Spalten, in stillen Nischen,
Zwischen den steilen Bergrücken brennt in der Sonne,
Im Rausch versenkt, der wilde Heckenrosenbusch...

Der schmiegt sich an die Felswände, als ob im Traum,
Nebenan vertilgt der Moder die Zirbel,
Die durch den Atem des Sturms eingestürzt ist.

Hallo ZaunköniG,

ich habe mir deine Dichtung/ Übersetzung angeschaut.
Das Sonett ist zum Übersetzen etwas schwierig, da der Dichter zwei Orte in der Hohen Tatra beschreibt.
Es sind:
Der „Ciemnosmerczyński“ Wald (V:3) und „Siklawa“- Wasserfall (V.5), beide sind hier als Eigennamen benutzt. „Ciemnosmerczyński las“ ist ein „dunkler“ Fichtenwald in der Hohen Tatra. Der „Siklawa“- Wasserfall ist der größte Wasserfall Polens.
Natürlich kannst du die beiden Orte außer Acht lassen und im Allgemeinen beschreiben.

Viele Grüße,
Serpentina Lindhorst
PS: Ich habe noch einmal nachgelesen: "Siklawa" kann auch, wenn kleingeschrieben, einen beliebigen Wasserfall/ Bergwasserfall bezeichnen. Also geht es doch nicht um den größten Wasserfall Polens, sondern einfach um einen Bergwasserfall.
Sorry !
Hallo Serpentina,

Ja, die Eigennamen sind schwierig. Einerseits sind die Namen selbst eher unbekannt, da kann sich der gemeine Deutsche unter der Tatra schon eher etwas vorstellen, andererseits haben wir nur wenige slawische Fremdworte, so dass auch die richtige Aussprache kaum intuitiv erfasst wird.

Eigentlich wollte ich dich noch fragen, ob "Siklawa" nur den Wasserfall bezeichnet oder auch den dazugehörigen Fluss, aber das hat sich durch dein P.S geklärt.
Ob es tatsächlich nur irgendein Bergwasserfall ist? Das würde erklären, warum auf den Bildern, die ich gefunden habe kein dunkler Nadelwald zu sehen ist. Aber das kann eine Frage der Perspektive sein oder die Landschaft hat sich doch etwas verändert in den letzten 100 Jahren.

Jedenfalls denke ich nicht, dass Kasprowicz zwei verschiedene Orte beschreibt. Es wird schon der Standort jener Rose sein, von dem aus er, vielleicht in unterschiedlicher Richtung alles sieht, was er in den insgesamt vier Sonetten beschreibt.

Wie dem auch sei, bin ich mit dem Bach selbst nicht ganz zufrieden, daher noch eine Variante:



Den Fels hinab ein wildes Wasser springt:
Ein Band aus Glitzergischt und Silbergrau
das seinen Weg sucht durch den Dunst, das Blau,
das wie ein Klagen oder Seufzen klingt.



Der Rosenbusch gehört noch zu den zugänglicheren seiner Sonette, bei den Katen musste ich öfter raten und habe bei etlichen Sonetten auch kapitulieren müssen.


Liebe Grüße
ZaunköniG
Hallo ZaunköniG,

das Problem ist, dass die Bezeichnungen in einem Dialekt sind. Es handelt sich hier um den Dialekt „Małopolski“, den Zweig „Podhalański“.
Das bedeutet, die Wörter sind auch für mich fremd, da ich aus einer ganz anderen Region (Wielkopolska) komme. Ich spreche auch keinen Dialekt, da ich in einer sehr großen Stadt (Bydgoszcz) aufgewachsen bin.

Ich selbst müsste die Bedeutungen zuerst nachschlagen, z.b. heißt in Polnischem „der Wasserfall“- „wodospad“ (woda- Wasser, spad- Fall). Ich kenne auch keine Person, die zu einem Wasserfall „siklawa“ sagt.
Wenn es um die Bezeichnung „Ciemnosmerczyński Las“ (auch Dialekt „Małopolski“) geht, habe ich den Namen einfach wörtlich übersetzt. Es gibt keinen „dunklen- Fichten- Wald“ in Polen. Ich nehme an, dass im „Ciemnosmerczynski Las“ überwiegend Fichte wuchsen und so ist der zu seinem Namen gekommen: „smerczyny" (Dialekt Małopolski, Podhalański) heißen in der Standardsprache- „świerki“, auf Deutsch „Fichten“.

Da Kasprowicz im ersten Sonett „cienmosmerczyński“ klein schreibt, nehme ich an, dass es ihm doch nicht so genau um einen Ort, sondern um die Beschaffenheit der Landschaft „mit der Rose“ geht. (Wie du schon geschrieben hattest Rolleyes) Dann muss ich von meiner ersten Aussage Abstand nehmen und wir bleiben bei deiner "Der dunkle Tann der Tatra..."

Wenn es um „Die Katen“ geht, habe ich paar von den Sonetten schon gelesen. Da werde ich mich selbst schlau machen müssen. Es geht nicht nur um die Beschreibungen der Landschaften, sondern auch um die Bräuche, tägliches Leben der Bauern usw… usw… (viele Wörter die man nicht mehr benutzt, die alt sind, die für mich keine Bedeutung haben oder ich zuerst keine Bedeutung erschließen kann-einfach schwer!!!)

Viele Grüße,
Serpentina Lindhorst
Liebe Serpentina,


Dass ein Flächenland wie Polen auch mehrere Dialekte hervorbringt, überrascht nicht wirklich, auch in Deutschland gibt es teils große Unterschiede auf engstem Raum z.B Kölsch und Saterfriesisch, aber auch Dialektsprecher schreiben in der Regel Hochdeutsch, wenn es nicht gerade um die bewusste Pflege der eigenen Mundart geht.
War Kasprowicz so ein Verfechter regionaler Identität?
Oder liegt es an der späten und oft unterbrochenen Staatlichkeit Polerns, dass die "Hochsprache" zu seiner Zeit noch nicht die normierende Kraft hatte wie in Deutschland?
Oder war es Stilmittel mit alten Begriffen und Wendungen die Rückständigkeit der Bauern zu illustrieren?


Fragen über Fragen....


Gruß
ZaunköniG
Hallo ZaunköniG,

ich sehe, du willst mich zu einer „Kasprowicz- Expertin“ machen. Die bin ich aber nicht.
Ich will auch keine Aussagen treffen, die ich dann aus Mangel an Wissen zurücknehmen oder „schwach“ verteidigen muss. Bis jetzt war ich auch keine Verfechterin von Kasprowicz und auch nicht seine Bewunderin.
Da ich aber mit der „Arbeits- Übersetzung“ den ersten Schritt in diese Richtung gemacht habe, musst du mir Zeit lassen, damit ich mich an Kasprowicz „ranmache“. Das bedeutet, ich muss mich einlesen, eine engere Beziehung zu ihm schaffen, mir ein Bild von ihm machen, wissen über ihn sammeln und dann über seine Dichtung nachdenken und eigene Interpretationen anfertigen.

Deshalb, entschuldige, aber ich lasse zuerst deine Fragen offen.
Ich werde sie nach und nach beantworten, wenn ich etwas Gewisses weiß.

Viele Grüße,

Serpentina Lindhorst
Liebe Serpentina,


Natürlich hast du alle Zeit, die du brauchst.
Ich möchte dich aber nicht zu etwas drängen, was du vielleicht nur halbherzig machst.

Dann würde ich lieber etwas über deine Lieblingsdichter erfahren.
Wenn ich schon eine Muttersprachlerin im Forum habe, läge darin vielleicht der größere Gewinn Smile


Liebe Grüße
ZaunköniG
Hallo ZaunköniG,

Rolleyes Das mache ich gern, auch ohne gedrängt zu sein und nicht halbherzig.
Über meine Lieblingsdichter werde ich auch paar Wörter schreiben. Einer von ihnen ist auch schon hier da: Cyprian Kamil Norwid.

Viele Grüße Rolleyes
Hallo ZaunköniG,

ich habe noch einmal die letzten Verbesserungen, wenn es um den Ort des Geschehens geht, im zweiten Sonett vorgenommen.
Im Titel (alle vier Sonette) benutzt Kasprowicz die Bezeichnung „Ciemne Smreczyny” großgeschrieben. Das bedeutet, hier meint er einen bestimmten geographischen Landstrich in der Hohen Tatra.

Dann schreibt er aber in den beiden ersten Sonetten „ciemnosmreczyński“ als Adjektiv klein. Hier geht es ihm gleichzeitig um mehrere Eigenschaften/ Merkmale des Waldes/ der Landschaft: ein dunkler, voller und prächtiger Fichtenwald (2. Sonett) oder Gebirge/ Felsen (1. Sonett) vom Wald umgeben.
Diese Bezeichnung nutzt er als ein stilistisches Mittel, um die bestimmte Atmosphäre zu schaffen: In seiner Zeit war nämlich dieser Wald dafür bekannt, dass er eben der schönste in der Hohen Tatra war. Heute ist da die ganze Gegend als Naturpark unter Schutz gestellt und alle Wälder haben sich erholt und gedeihen gut.
Da aber „ciemnosmerczyński“ als Metapher in der Übersetzung nicht richtig funktionieren kann, bleiben wir bei deiner Bezeichnung.
Wenn es um den Bergwasserfall geht, ist hier (kleingeschrieben) kein bestimmter Wasserfall also nicht die Siklawa- Wasserfall gemeint, sondern ein beliebiger, deswegen habe ich meine Übersetzung korrigiert.

Viele Grüße,

Serpentina Lindhorst
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