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Normale Version: Anna Hempstead Branch: Where no thoughts are
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Anna Hempstead Branch
1875-1937 USA


Where no thoughts are


When all my will drops from me like a shroud
From the fair dead when they go up on high,
And leaves my soul like sky, blue sky, all sky,
Without a wind or sunshine or the loud
Incessant flitting of the thoughts that crowd
Like swallows to the summer time, then I,
Looking straight upward through myself, descry
A beautiful face more vague than wind or cloud
That from its Heaven searches into mine
And bends to me, even as a star to star.
But if I think, back will the faint clouds roll.
Sometimes I wonder if it be divine -
If that be God, up there where no thoughts are -
Or if I see the face of my own soul.



Wo keine Gedanken mehr sind


Wenn all mein Wollen von mir fällt wie eine Hülle
von guten Seelen wenn sie in die Höhe steigen,
wenn sich die klaren, blauen Himmel zeigen,
ganz ohne Wind und Sonne oder diese Fülle
der lauten wandernden Gedanken, die geschwinde
sich sammeln wie die Schwalben, ja, dann schaue ich
durch mich hindurch nach oben, sehe ein Gesicht,
verschwommener als alle Wolken oder Winde,
das auf mich niederschaut, als hätt' es sich erkannt,
als ob ein Stern im andern Stern sieht all sein Glück.
Doch wenn ich denke, kommt dies Wolkentuch zurück.

Ich bin vom Göttlichen mitunter wie gebannt. -
Ist es denn Gott? Seh' ich ihn wo Gedanken fehlen?
oder erblicke ich das Antlitz meiner Seele?
Hallo Zaunkönig,

das Reimschema hat dir wohl nicht gefallen. Am I right? Außerdem sind dir einige Zeilen zu lang geraten. Da geht doch noch was, oder? (Fünf ist Trümpf)

Gruß
Josef
Hallo Josef,

Das Reimschema in den Terzinen finde ich nicht so wesentlich, das wirst du bei mir öfter finden, dass ich dort variiere.
Mit der zeilenlänge gebe ich dir aber vorbehaltlos recht.
Gerade im ersten Quartett war aber so viel Info unterzubringen, dass ich kaum mit 6 Hebungen auskam. Mitte und Ende wären vergleichsweise leicht zu kürzen, aber da war mir dann wichtiger gleich lange Zeilen zu haben.

Gruß
ZaunköniG
Naja, eigentlich ist es nur die erste Zeile, die mir mit 5 Hebungen nicht recht gefallen will. Der Rest lässt sich problemlos kürzen:



Wo keine Gedanken mehr sind

Wenn Wollen von mir fällt wie eine Hülle
von Seelen wenn sie in die Höhe steigen,
wenn sich die Himmelssphären zeigen,
ganz ohne Sonne, Wind und diese Fülle
der kreisenden Gedanken, die geschwinde
sich sammeln wie die Schwalben, schaue ich
durch mich nach oben, sehe ein Gesicht,
verschwommener als Wolken oder Winde,
das auf mich schaut, als hätt' es sich erkannt,
als ob ein Stern im Andern sieht sein Glück.
Doch denk' ich, kommt dies Wolkentuch zurück.

Ich bin vom Göttlichen oft wie gebannt. -
Ist's Gott? Seh' ich ihn wo Gedanken fehlen?
oder erblick' ich das Gesicht der Seele?
@zaunkönig

Und fällt mein Wollen ab gleich einer Hülle
Danke sneaky,

das ist ein guter Ansatz:


Fällt nun mein Wollen ab, gleich einer Hülle....
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