Sonett-Forum

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Distichen
für Joachim Grünhagen


Klappernde Tasten erschaffen das griechische Versmaß aufs Neue:
Aus dem phlegräischen Feld, Distichen als Souveniers.

Worten so nachzuspürn, braucht es beständige Schulung am Menschen.
Dichtung war Schulung ihm zum Gentleman und Kavalier.

Rotbrauner Klinker; das Arbeiterviertel verankert im Diesseits,
Zeugnis dem Wandel der Zeit; Heimat dem achtsamen Geist.



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Kurz blitzt die Burgsilhouette im rüttelnden Busfenster auf.
Nur ein paar Meter und schon ist sie vom Hügel verschluckt.

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Steinernes Weltkriegsgedenken, erratisch und sonnenbeschienen.
Angelehnt sitzt dort ein Mann, wartet nur auf den Bus.


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Blühende Ortseingangskreisel, Backsteingehöfte und Windparks.
Nichts hält den suchenden Blick. Bald spuckt der Bus mich hier aus.


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"Abzweig Marienburg" Nur dieses Schild zu seh'n - und weite Äcker.
Eintausendfünfhundert Schritt. Gleichmäßig steigt der Weg an.


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Hinter der Biegung der Waldsaum mit Buchen und Ahorn im Mailicht.
Unverhofft fällt dort die Böschung ins Leinetal ab.

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Historisierende Türmchen und Zinnen beherrschen den Anblick.
Heute gilt auch dieser Fake allen als Original

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