Sonett-Forum

Normale Version: Pfennigbaum
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Pfennigbaum

Ein Rest vom zwanzigjährigen Bestehen:
Vorm Fenster steht ein dürrer Pfennigbaum;
Dem Glückwunsch bleicht sein rot gekreppter Saum,
die runde Zahl ist oberhalb zu sehen.

Er wird noch dieses Jahr zugrunde gehen,
verbrauchte trockne Luft erstickt den Raum.
Ich gehe. Von dort draußen sieht man kaum
ein Blatt, Im Luftzug die Gardinen wehen...

Ein wolkendichter Himmel ohne Sterne;
Mein Weg führt durch den tiefen Birkengrund.
Da tritt im warmen Kegel der Laterne

ein Funkeln aus dem dunklen Dämmerschlund.
Die Birkenblätter schimmern in der Ferne
so hoch, so kupfergold und pfennigrund.
Hallo, Zaunkönig, schöne Stimmung, die du eingefangen hast. Die Zeile "dem Glückwunsch bleicht sein rot gekreppter Zaun" versteh ich allerdings gar nicht. Fehlt da irgendwas, ist was zuviel? Ist ja nicht meine Art zu fragen, was uns der Dichter damit sagen will. Aber vielleicht lese ich es einfach falsch.
Herzliche Grüße
Margret
Hallo Margret,

mit dem gekreppten Saum ist eine Krepp(-papier)manschette gemeint, wie sie gerne als Geschenkverpackung um einen Blumentopf gewickelt wird. Natürlich gibt es die auch in anderen Farben, aber wasserfest sind die, soweit ich sie kenne nicht.

LG ZaunköniG
Lieber Zaunkönig, ich weiß natrlich, was ein gekreppter Saum ist. Diese fleckigen ekligen Papiermanschetten, die man vor allem früher um die Tlpfe gewickelt hat. Nein, was ich meine, ist der ganze Satz. Dem Glückwunsch bleicht.....Hab vermutlich grad ein black-out.
Liebe Grüße
Margret
Im Grunde ist es ganz einfach: Der Pfennigbaum wurde als Glückwunsch zum 20-jährigen Bestehen überreicht. Inzwischen bleicht ihm, dem Pfennigbaum/Glückwunsch, die Manschette aus.

LG ZaunköniG
Ja, nun lese ich es richtig. Manchmal ist man ein wenig "beschlagen", wenn du weißt, was ich meine. Danke für die Aufklärung.
Liebe Grüße
Margret
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