Sonett-Forum

Normale Version: James Stuart: That blessed hour, when first was broght to light
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James VI von Schottland
James I von England

1566 - 1625


That blessed hour, when first was broght to light
Our earthlie Juno and our gratious Queene,
Three goddesses how soone they hade her seene
Contended who protect her shoulde by right,
Bot being as goddesses of equall might
And as of female sexe like stiffe in will,
It was agreed by sacred Phoebus skill
To joyne there powers to blesse that blessed wight.

Then happie monarch, sprung of Ferguse race,
That talkes with wise Minerve when pleaseth the
And when thou list sum princelie sporte to see,
Thy chaste Diana rides with the in chase,
Then, when to bed thou gladlie does repaire,
Claps in thine armes thy Cytherea faire.




Die Segensstunde hat ans Licht gebracht
unseren Juno und unsere Queen.
Früh hatten's die drei Göttinnen geseh'n,
darunter die, die auf das Recht gibt acht.

Drei Göttinnen sind es von gleicher Macht,
für ihre Willensstärke wohl bekannt;
Der gute Phöbus war's der es verstand
sie zu vereinen, dass das Glück dir lacht,

dem König, vom Fergus-Stamm abgeleitet,
der mit Minerva von der Weisheit spricht,
dass er erstrahlt in fürstlich hellem Licht
und mit Diana auf die Hochjagd reitet.

Zufrieden dann im Bett als Spätheimkehrer,
schließt du in deine Arme die Cythera.



.
Hallo Zaunkönig,

dieses archaische Englisch ist schwer verständlich, aber mE läuft zumindest das erste Quartett so:

Zur Stunde als zuerst ans Licht gebracht wurden
unsere (erdverhaftete) Juno und unsere König
stritten sich drei Göttinnen, sobald sie sie gesehen hatten
um das Recht, wer sie beschützen dürfe.

Da sie aber als Göttinnen gleicht mächtig waren
und als Frauen gleichermaßen willensstark
wurde dank Phoebus Kunst vereinbart
die Kräfte zu vereinen um das gesegnete Kind zu segnen.

O glücklicher Monarch von Fergus Stamm
der mit der weisen Minerva redet wenn er es wünscht
der , wenn es ihn nach Herrschersport gelüstet
mit Diana zur Jagd reitet

Das zumindest ist meine Lesart.

lG

Sneaky
Hallo Sneaky,

Du hast natürlich Recht, dass Juno weiblich ist. Peinlich, das hätte ich wissen müssen. Habe ich mich durch die Queene verleiten lassen dieser einen Mann beizugesellen? Aber wie kommst du darauf dass mit Queene der König gemeint sein könnte?
Dein Hinweis bringt mich nun auf die Idee, dass mit Juno und Queene gar nicht zwei verschiedene Personen gemeint sein könnten, sondern synonym zueinander stehen.

Leider fehlt mir jeder Hinweis, wer gemeint sein könnte oder was der Anlass des Gedichtes war.
Aber anscheinend geht es um eine Regentin, nicht nur eine Königs-Frau, was in Schottland nur auf Margarete und Maria Stuart und in England auf Elisabeth I. zutrifft. Wenn sie sich aus der schottischen Ur-Königslinie der Fergus ableitet, wohl ein Gedicht auf die eigene Mutter? Aber mit Elisabeth war er auch verwandt und er war Nutznießer des Putsches gegen seine Mutter....

Fragen über Fragen.

Ich bin mir noch nicht sicher, was diese Überlegungen für das Sonett bedeuten.


Gruß
ZaunköniG
Halo Zaunkönig,

du hast völlig recht, das muss selbstverständlich Königin heißen, nicht König. Seltsam daran ist aber, dass in den Terzinen das Kind dann seine "Aphrodite, seine Khytereia in den Arm nimmt, wenn es ins Bett geht?

Das deutet dann eher darauf hin, dass ein Mann gemeint ist. Möglicherweise müssen die Quartette in Bezug auf eine Königin gelesen werden, die Terzinen dann auf einen König?

Sneaky
Um mal eine besonders steile These zu wagen, könnte Elisabeth gemeint sein, von der man ja weiß, dass sie als "Virgin Queen" für männliche Reize nicht so zugänglich war.
Platon hat in der Aphrodite Urania die himmlische Liebe mit der homosexuellen gleichgesetzt.
als "Unsere Königin" wird James wohl nur die eigene bezeichnet haben, also seine Mutter Maria Stuart.
Nun war diese weder lesbisch, noch jungfräulich oder keusch, sondern nach der frühen Witwenschaft eine gefragte Partie in ganz Europa.

Entgegen dem Original habe ich die Schlusszeilen mal ins Passiv gesetzt. Ich finde es plausibler, wenn die Göttin die Gunst gewährt. Gemeint ist es vermutlich gegenseitig, aber das kriege ich in den zwei Zeilen nicht dargestellt.





Zur Segensstunde die ans Licht gebracht
unsere Juno, unsere Königin,
waren sich die drei Göttinnen darin
nicht einig, wer die Schutzmatrone macht.

Drei Göttinnen sind es von gleicher Macht,
für ihre Willensstärke wohl bekannt;
Der gute Phöbus war's der es verstand
sie zu vereinen, dass das Glück dir lacht,

Monarchin, von Ferguse abgeleitet,
die mit Minerva von der Weisheit spricht,
dass sie erstrahlt in fürstlich hellem Licht
und mit Diana auf die Hochjagd reitet.

Zufrieden dann im Bett als Spätheimkehrer,
schließt dich in ihre Arme die Cythera.



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