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Normale Version: Thomas Lovell Beddoes: A Crocodile
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Thomas Lovell Beddoes (1803-1849)

A Crocodile

Hard by the lilied Nile I saw
A duskish river-dragon stretched along,
The brown habergeon of his limbs enameled
With sanguine almandines and rainy pearl:
And on his back there lay a young one sleeping,
No bigger than a mouse; with eyes like beads,
And a small fragment of its speckled egg
Remaining on its harmless, pulpy snout;
A thing to laugh at, as it gaped to catch
The baulking merry flies. In the iron jaws
Of the great devil-beast, like a pale soul
Fluttering in pale rocky hell, lightsomely flew
A snowy trochilus, with roseate beak
Tearing the hairy leeches from his throat.

(1823-25, publ. 1851)

Thomas Lovell Beddoes (1803-1849)

Ein Krokodil

Nahe am lilienblauen Nil
Liegt dunkel ausgestreckt der Fluss-Drache,
Der Glieder brauner Kettenpanzer ist
Mit Almandin- und Perltropfen benetzt.
Und auf dem Rücken ruht ein Junges, schlafend,
Mit Perlmuttaugen, schmal wie eine Maus.
Ein kleiner Streifen des gefleckten Eis
Klebt noch auf seiner putzigen Schnute fest;
Zum Lachen, wie es nach den Fliegen schnappt,
Den fröhlich-lästigen. In‘s Eisenmaul
Des großen Teufels fliegt jetzt weiß wie Schnee,
Als blasse Seele in den Höllenschlund
Ein Trochilus, und zieht aus dem Gezack
Mit ros’gem Schnabel Blutegel heraus.
Hallo Josef,

ein interessanter Text, reimlos gesetzt und doch mit Wirkung. Da du eine gelungene reimlose Übertragung gewählt hast, dachte ich mir, ich versuche das als Gag zu verreimen. Das hier ist rausgekommen:

Am Saum des lilienbedeckten Nil
lag wie mit Almandin, Perlmutt besetzt,
ein Flußdrache, sein Schuppenkleid benetzt
in Weiß und Rot Auf ihm schlief wie im Spiel,

mauswinzig, Augen stecknadelkopfklein
ein Jungtier, an dem Schnäuzchen klebte bunt
gescheckt ein Eierschalenstück , sein Schlund
schnappt- lustig anzusehn- ins Blau hinein

nach einen Mückenschwarm. Ins Eisenmaul
des Sauriers stürzt gleich einer bleichen Seele
in eine fahle Hölle weiß ein Trochilus,
und pickt mit rotem Schnabel aus der Kehle
des alten Drachens Maden, die dort faul
sich winden, wo er selbst nichts fürchten muss.
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