Sonett-Forum

Normale Version: William Shakespeare: 002
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Ziehn übers Antlitz vierzig Winter her,
dein stolzes Feld - sie hau’n es auf zu Gräben,
dein jugendfrisches Kleid dahinter wär
in Fetzen, jedem Grau’n, es aufzuheben.

Versucht man, dich alsbald mit Hohn zu drängen:
“Was mag denn noch von Blütezeiten künden?“
doch deine Augensäcke droh’n zu hängen,
wird es nur Scham und Peinlichkeit entzünden.

Der Schönheit öffnet sich die Welt der Ehre,
gäbst du zur Antwort: “dieses feine Kind
löst deine Gleichung, wenn ich älter wäre,
erbt meine Zierde, wo ich keine find.”

Schenk Leben: wenn sich deins ins Alter kehrt,
spür warmes Blut, liegst du in kalter Erd‘.


2

When forty winters shall besiege thy brow
And dig deep trenches in thy beauty’s field,
Thy youth’s proud livery, so gazed on now,
Will be a tattered weed, of small worth held.

Then being asked where all thy beauty lies,
Where all the treasure of thy lusty days,
To say within thine own deep-sunken eyes
Were an all-eating shame and thriftless praise.

How much more praise deserved thy beauty’s use
If thou couldst answer, “This fair child of mine
Shall sum my count and make my old excuse,”
Proving his beauty by succession thine.

This were to be new made when thou art old,
And see thy blood warm when thou feel’st it cold.
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