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Normale Version: John Johns: To Glory
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John Johns

To Glory

fl 1828

Soul of the far but unforgotten past!
Queen of the sword an lady of the lyre!
Spirit of thoughts too high, of deets too vast,
To fear, like clay, the waste of flood and fire,

Or darkly perish on oblivions’s pyre-
Whence, like the birds from Memnon’s pile, they spring
Born from the dust, but not with years to tire,
Or furl in death the everlasting wing!

Teach me, Oh! teach me, but for once to fling
My hand thy own triumphal harp along –
To strike one strain whose echoes yet may ring

Above the spot where rests a friend of song! –
Do I but dream the laurel yet may wave
Memorial verdure over its votary’s grave?



Zum Ruhm

Du Seele unserer Vergangenheit,
Königin von Kunst und Klingenstahl,
mit hohem Geist zu großer Tat bereit;
Wie Feuer fürchtet man dich allemal,

wie’n allvergessenmachendes Fanal.
Woher? – Wie aus der Memnon-Stelen Vögel
staubgebor’n, stehst du noch triumphal,
im Tod nur eingeschlagen deine Flügel!

Lehre mich, oh, lehr’ mich meine Hand,
wie du, die rechte Saite anzuschlagen,
daß sie auch echot aus der Schweigens-Wand,

und über jeden Spott hinwegzutragen
deine Ehre, bis dir Lorbeer winkt.
Dein Ruhm besteht, wenn alles andre sinkt.
Hallo Zaunkönig,
dieses Mal fand ich, dass der Faden, den du hier zu fassen gekriegt und weitergesponnen hast, zumindest nicht der zentrale Faden war. Aber statt eines Entwirrungsversuchs habe ich zur Abwechslung mal eine eigene Version erstellt, die dir vielleicht zeigt, wie ich die Sache sehe:

An die Glorie

Du Seele des Verflossnen, unvergesslich!
Du Königin von Schwert und sanfter Leier!
Geist von Ideen und Taten, unermesslich
erhaben über Wasserflut und Feuer,

selbst Scheiterhaufen der Vergangenheit, -
aus dem, wie Memnons Vögel sie entspringen
gebor‘n aus Staub, bar Altersmüdigkeit,
im Tod nicht faltend ihre ew‘gen Schwingen!

Lehr mich, oh, lehr nur einmal meine Hand
Dein eigne Harfe siegreich zu bedienen –
Den Klang zu finden, dessen Echo hallt

Über des Liederfreundes Rast im Wald!
Träum ich auch nur, so mag das Lorbeerband,
das Grab des Jüngers doch dereinst begrünen?
Hallo ihr zwei,

Siljas Version scheint mir auch die zum Original passendere Version zu sein.

@silja
guck dir mal Zeile 12 nohc mal an. Ich glaube nicht, dass in der Zeile ein Liederfreund "Rast" macht, ich vermutet dass der Liederfreund da "ewige Ruhe" hat.

Kann mich natürlich irren, aber diese "Rast" fällt doch sehr aus dem übrigen Rahmen des Gedichts?

Abgesehen von dieser STelle finde ich deine ÜBertragung sehr stimmig und passend.

Gruß

Sneaky
Hallo sneaky,
danke für die Blumen. Ja, bei der Rast hast du wohl recht. Ich hatte das auch erst im letzten Moment verwässert. Wie wäre es also mit Zeile 12:

Dort, wo ein Freund der Lieder ruht im Wald,

dann bleibt das zwar ein wenig offen, aber die ewige Ruhe wird zumindest angedeutet.
Hallo Silja,

da deine Version wohl deutlich treuer ist als die meine, verzichte ich ausnahmsweise darauf, an ihr weiter herumzudoktern. Stattdessen habe ich mir ein paar Gedanken zu Sneakys Anmerkung gemacht. Du hast es zwar inzwischen selbst gut gelöst, aber das Ergebnis meiner Bemühungen möchte ich dir dennoch nicht vorenthalten. So wie ich den Text nunmehr lese, ist aber eigentlich die Harfe selbst siegreich, bzw. dem Baarden den Sieg verleihend:


Oh lehr mich, daß nur einmal meine Hand
die triumphale Harfe recht bediene -
den Klang zu finden, der ein Echo hätte

an eines Liederfreundes Ruhestätte!
Ist's nur geträumt, daß dort ein Lorbeerband
das Grab des Jüngers einmal doch begrüne?#



LG ZaunköniG
Hallo Silja,

Für Zeile 10 hätte ich noch einen Vorschlag:

Zitat:um deine Harfe siegreich zu bedienen –

Eine Marginalie zwar...


LG ZaunköniG
Hallo Zaunkönig,
ich bin nicht ganz sicher, ob der Anschluss mit "um" hier wirklich passen will. Wie wär's in Anlehnung an deinen ersten Vorschlag mit "die triumphale Harfe zu bedienen"?
Dann fehlt zwar das "deine", aber wir können wohl wie immer nicht alles beibehalten.

LG Silja
Das ist eine Interpretationsfrage.
Wird die Harfe erst durch den Gebrauch siegreich, als ein Instrument eben,
oder ist die Harfe von sich aus siegreich, wie z.B. das Schwert Excalibur und der Mensch muß sich würdig erweisen. Ich tendiere hier zur zweiten Auslegung, obwohl hier von Lehren die Rede ist. Dann wäre schon wichtig, daß es um genau diese Harfe geht.
Mein neuer Vorschlag sollte zunächst das verkürzte "dein(e)" korrigieren. Nun, wende die Stelle einfach noch etwas in Gedanken. So recht kann ich mich hier auch nicht entscheiden.

LG ZaunköniG
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