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Normale Version: H. Coleridge: Homer
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Far from the sight of earth, yet bright and plain
As the clear noon-day sun, an ‘orb of song’
Lovely and bright is seen, amid the throng
Of lesser stars, that rise, and wax, and wane,

The transient rulers of the fickle main,
One constant light gleams through the dark and long
And narrow aisle of memory. How strong,
How fortified with all the numerous train

Of truths wert thou, Great Poet of mankind,
Who told’st in verse as mighty as the sea,
And various as the voices of the wind,

The strength of passion rising in the glee
Of battle. Fear was glorified by thee,
And Death is lovely in thy tale enshrined.




Homer

Nun aus der Welt entrückt, ganz hell und klar,
stehst du als Mittagssonne der Gesänge
erstrahlend in der großen Sternenmenge
die steigt und wieder niedersinkt, der Schar,

die flüchtig Herrscher unsrer Launen war.
Du leuchtest nun als stetes Licht im engen
Gemach „Erinnerung“. Mit welcher Strenge,
und welcher Kraft legst du die Wahrheit dar

in jedem Vers! Der Menschheit großer Dichter:
Wer schüfe Zeilen, mächtig wie die See
und wechselvoll wie unzähmbarer Wind.

Aus Leidenschaft erstehen die Gesichter
der Schlacht, die in der Angst noch herrlich sind,
und sanft legt sich der Tod auf sie wie Schnee.
Coleridge hat von diesem Sonett noch eine weitere Fassung hinterlassen:


Homer

Far from the sight of earth, yet bright and plain
As sun at noon, 'a mighty orb of song’
Illumes extremest Heaven. Beyond the throng
Of lesser stars, that rise, and wax, and wane,

The transient rulers of the fickle main,
One steadfast light gleams through the dark, and long,
And narrowing aisle of memory. How strong,
How fortified with all the numerous train

Of human truths, Great Poet of thy kind,
Wert thou, whose verse, capacious as the sea,
And various as the voices of the wind,

Swell'd with the gladness of the battle's glee -
And yet could glorify infirmity,
When Priam wept, or shame-struck Helen pined.



Homer

Weitab vom Blick der Welt, gleißt nun und blinkt
wie Mittagslicht dein Stern großer Gesänge,
beleuchtet alle Himmel, fern der Menge
von kleinen Lichtern, die da steigt und sinkt,

nur flüchtig ihre Herrschaftsbanner schwingt.
Dein Licht scheint durch das Dunkel und die enge
Erinnrungsgasse, und die, stark wie strenge,
die ungezählten Züge näher bringt,

wahrhafter Menschen. Du warst als Poet
ein Ozean und wie die angefachten
Winde, deren Stimme ewig weht,

die anschwillt in der Euphorie der Schlachten
und diese mit der Schwäche gut vereint,
in Helen's Scham und wenn Priamos weint.
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