Sonett-Forum

Normale Version: Oksanen: Suomalainen sonetti
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Oksanen
August Engelbrekt Ahlqvist


Suomalainen sonetti

Ei tainnut vanha Väinämöinen luulla,
ett' oisi kenkään laulajoista meillä
soveltuva sonettien siteillä
runon tekoon Kalevalaisten kuulla.

Ei istukaan käkömme mandelpuulla,
ei Laurat meitä kohtaa kirkkoteillä; —
ei ihme siis, jos Pohjolan rämeillä
ei soi sonetti Arnolaisen suulla.

Suloinen kuulla kuitenkin tuo oisi,
ja siitä Suomalainen toivojensa
tulelle uutta kiihoitusta toisi,

jos kautta näiden laulukahlettensa
sen kieli, halvaksi havaittu, voisi
siteistä muista päästä irrallensa.



Finnisches Sonett

Selbst Väinämöinen hat wohl nie geahnt,
daß einer aus der unsren Bardenkreise
Sonette knüpfen kann auf solche Weise,
dem schon die Kalevala war bekannt.

Nicht Mandelzweigen wird man Verse bringen,
und Laura lebte nicht in unsrem Dorf;
Nicht wunderts also, wenn im Nordlandtorf
Sonette anders als am Arno klingen.

Doch würde ich es heute gerne sehen,
könnt' Finnlands Hoffnung glanzvoll neu erstehen,
mit feurig neuen Gluten eingeflößt,

wenn man nun solchen Fesseln den Gesang,
die Sprache, lang verachtet, solchem Zwang
aussetzt, - und so doch andre Banden löst.
Hallo Zaunkönig,

das hört sich nicht überl an, wobei beim Durchlesen das zweite Quartett deutlich flüssiger daherkommt. Mir ist nicht ganz klar, wie das erste Quartett laufen soll. V... ist ein sagenhafter Held und die Kalevala das finnische Nationalepos, daher ist das "schon bekannt..." irgendwie eigenartig, es sei denn, da ist gemeint, wenn man die Kalevala kennt, dann kann man nichts anderes mehr wollen?

Wie dem auch sei, das zweite Quartett klingt mir am besten, wobei ich des Satzbaus wegen für "Wen wunderts also, wenn im Nordlandtorf" plädiere.

Die Terzinen sind auch kompliziert geschlungen, da hats ein paarmal drüberlesen gebraucht, um einigermaßen hinterherzukommen.



Gruß

Sneaky

(flößt anstatt flöst)
Hallo Sneaky,

Mit deiner Interpretation des ersten Quartetts liegst du ganz richtig. Das Finnische würde erst sehr spät in eine Schriftsprache gegossen. Die Gelehrten schrieben lieber auf Schwedisch oder in einer anderen "Kultursprache", ähnlich wie man in Deutschland lange Zeit Latein oder Französisch bevorzugte, bevor man die Möglichkeiten der eigenen Sprache entdeckte.
In diesem Kontext sehe ich auch die Schlußterzine, daß die strengen Regeln des Sonetts zeigen können, daß die finnische Sprache durchaus tauglich ist, auch andere Inhalte, als nur die traditionelle Überlieferung aufzunehmen, und sie so aus der Hegemonie anderer Völker befreit.

"Wen wunderts": Die Originalzeilen beginnen stets mit Verneinungen, daher war das "nicht" einfach naheliegend. Dein Vorschlag ist aber besser, das übernehme ich gerne.

LG ZaunköniG
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