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Auf Inken - Francesco - 01.08.2010 17:42

In Friesland, wo die Sonnen später sinken,
wo Frau'n so schön, dass sie sich niemals schminken,
und fein verziert mit Spitz' und güldnen Rinken
der Trägerinnen Trachtgewänder blinken,

band einst an seiner Liebsten Türe Klinken
ein Bauernbursch, ein Crack im Kartenzinken,
der's liebte, durch die Poker-Bars zu hinken,
wenngleich auch nur auf einem Bein, dem linken,

mit trickgeübten Fingern, seinen flinken,
zum Schlag von Amseln, Drosseln, Staren, Finken
als Liebesgabe einen Räucherschinken,

dran listig ließ er ein Gedichtlein winken:
"Die ganze Welt reimt sich auf Dich, auf Inken!"
Darob sollt’ sich die Maid mit Tee betrinken.


RE: Auf Inken - Santor - 02.08.2010 02:36

Absolut putzig und gelungen!
lg
Santor


RE: Auf Inken - ZaunköniG - 02.08.2010 09:03

Hallo Francesco,

Die Ranken des Reimes wegen in Rinken umzubiegen ist schon etwas schräg, passt aber wunderbar zu dem beschriebenen Bauernburschen und der Situation.
Sehr schön.

LG ZaunköniG


RE: Auf Inken - Santor - 02.08.2010 10:18

Hm ZaunköniG, eine kurze Recherche ergab, dass Rinken eine zugebenenermaßen seltene aber nichts desto trotz existente Form von Ring ist. Insofern zwar exotisch, aber definitiv keine gebogenen Ranken.
lg Santor


RE: Auf Inken - ZaunköniG - 02.08.2010 13:18

Hm, sowas macht natürlich neugierig; ein Wort das ich nicht kenne?
Grimms Worterbuch bezeichnet es als eine Vergrößerungsform von Ring (vgl. Reif - Reifen) oder eine Schnalle, Spange, Fibula, was hier vielleicht besser trifft....

Ich danke Dir für den Hinweis.

Gruß

ZaunköniG


RE: Auf Inken - Francesco - 02.08.2010 14:00

Hallo Santor, hallo ZaunköniG,

über Eure freundlichen Kommentare habe ich mich gefreut - vielen Dank.

Die Rinken waren übrigens tatsächlich im Sinne von Schnallen, Spangen gemeint.
Grimms WB hält immer noch manche Überraschungen bereit. Aber auch der
"klassische" Duden (20. Aufl. 1991) führt es auf, mit dem Hinweis "landsch. für ..." .

LG Francesco