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Bernhard Severin Ingemann: Svanesang 14 - Druckversion

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Bernhard Severin Ingemann: Svanesang 14 - ZaunköniG - 03.01.2013 08:57

Bernhard Severin Ingemann
1789 – 1862 Dänemark

Svanesang
..................(an seine Ehefrau Lucie)


14

Der hvisked til Dig gjennem Busk og Siv
Et Aandepust fra Verdner, skjulte, fjerne;
Naturens Blomsterbørn Du pleied gjerne:
Du elsked deres stille Drømmeliv.

Naar ei Naturens Haand dem kunde værne,
Men Blomst kun stod paa Ruden, kold og stiv,
Du ønsked Vaarens Børn et Atterbliv:
De titted dog saa fromt mod Livets Stjerne.

Og Blomsten, som Du elsked, aldrig døde,
Og den, Du kjerligt pleied, aldrig segned:
Med Livets friske Farver Du dem tegned.

End lifligt dine Ungdomsroser gløde;
Alt fire Tiaar staaer i Klæder hvide
Din Ungdomslillie fromt ved Korsets Side.



14

Ein Atemhauch scheint überm Schilf zu schweben,
der vom Verborgnen flüstert, aus der Ferne.
Du gabst das frohe Blumenkind zu gerne
und liebtest dieses still verträumte Leben.

Konnt die Natur die Blüten nicht mehr wehren,
statt dessen rankt das Eis ums Fenster rum,
wünscht du, das Frühlingskind mag wiederkehren,
blickt es doch auf, zum Lebens-Stern so fromm.

Die Blumen, die du liebtest, sind nicht tot.
Die zärtlich du gepflegt hast, niemals bleichen.
Mit frischer Farbe hast du sie gezeichnet,
denn lieblich deine Jugendrose lohte.
Die vier Dekaden stehn im weißen Kleid,
die Jugendlilie fromm dem Kreuz zur Seit.