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Ethelwyn Wetherald: The Hay-Field - Druckversion

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Ethelwyn Wetherald: The Hay-Field - ZaunköniG - 12.09.2015 09:37

Ethelwyn Wetherald
1857 - 1940 Canada


The Hay Field


With slender arms outstretching in the sun
The grass lies dead;
The wind walks tenderly and stirs not one
Frail fallen head.

Of baby creepings through the April day
Where streamlets wend,
Of child-like dancing on the breeze of May,
This is the end.

No more these tiny forms are bathed in dew,
No more they reach
To hold with leaves that shade them from the blue
A whispered speech.

No more they part their arms and wreathe them close
Again, to shield
Some love-full little nest–a dainty house
Hid in a field.

For them no more the splendour of the storm,
The fair delights
Of moon and star-shine, glimmering faint and warm
On summer nights.

Their little lives they yield in summer death,
And frequently
Across the field bereaved their dying breath
Is brought to me.



Das Heufeld

Mit offnen Armen liegt im Sonnenschein
das Gras, geköpft,
schaut lauer Sommerbrise hinterdrein,
welk und erschöpft.

April, mit Babyweinen und -Geschrei
an Auenwenden,
das kindergleiche Tanzen durch den Mai
muss nunmehr enden.

Die Kleinen baden nimmermehr im Tau,
sie wissen schon:
Nie mehr erreichen sie der Schatten Blau,
den Flüsterton.

Nie wieder breiten sie die Arme aus;
Nie wieder hält
sich dort ein Nest, - ein liebevolles Haus
versteckt im Feld.

Für sie ist dieser Sturm, so stolz und wild,
nicht mehr gemacht.
Auch nicht der Sternenglanz, so warm und mild
zur Sommernacht.

Ihr Atem ist im Sommertod verschwunden.
Nun spür ich auch:
Quer über Felder hat mich nun gefunden
ihr Todeshauch.


RE: Ethelwyn Wetherald: The Hay-Field - Sneaky - 13.09.2015 10:46

Hallo Zaunkönig,

das nenn ich mal ein Herbstgedicht, das den Namen verdient. Mich würde interessieren, welches Gras der Autor dort bedichtet.

In S 2 und S 3 bist du m.E. einen Touch zu weit ins Menschliche gegangen. Babyweinen und Geschrei ist im Original so nicht drin.

Schmunzeln musste ich über den Begriff "Auenwenden" den kannte ich in dem Gebrauch nicht. Auweadr ums mal im Dialekt auszusprechen heißt bei uns der MAulwurf, der wortwörtliche Auenwender.

Was mir sehr gut gefällt ist der Klang und der Sprachfluss, das zeichnet ja deine Übertragungen immer aus. Hier noch meine Version


Das Gras liegt in der Sonne ausgebreitet,
ein totes Heer,
im Wind, der wisperleicht darübergleitet,
regt sich nichts mehr.

Das Wachsen zarten Halmgrüns im April
an Bachmäandern,
der Ringelreihentanz im Mai steht still,
Schatten wandern.

Kein Morgen krönt die Spitzen mehr mit Tau,
nichts raschelt dort
zum grünen Blattwerk, das des Himmels Blau
beschattet, mehr ein Wort.

Die Halme teilen sich nicht mehr, noch decken
sie firstgleich ein
ein kleinen Nest , es sorgsam zu verstecken
in grünen Reih’n.

Kein Sturm erschreckt, noch freut sie aus der Ferne,
wie still erwacht,
das warme Mondlicht und der Tanz der Sterne
im Kuss der Nacht.

Der Sommerwind verwehte sie im Flug,
vom Feld bläst er
nun mehr von ihrem letzten Atemzug
stet zu mir her.


RE: Ethelwyn Wetherald: The Hay-Field - ZaunköniG - 13.09.2015 11:51

Hallo Sneaky,

Mit den Strophen 2 und drei hast die wunden Punkte getroffen. Ich denke aber dass diese Aue auch der Schauplatz von unbeschwertem Kinderspiel ist. Aber weinen und schreien trifft es nicht ganz.

In der 3 Strophe sind mit den zarten Formen wieder Halme und Blätter gemeint, da hast du recht, das kommt bei mir nicht so raus.

also:

April, mit Babykrabbeln und -Geschrei
an Auenwenden,
naiv im Wind zu Tanzen durch den Mai
muss nunmehr enden.

Die Halme baden sich nie mehr im Tau,
sie wissen schon:
Nie mehr erreichen sie im Schattenblau,
den Flüsterton.



Zu deiner Version:

Zitat:nichts raschelt dort
zum grünen Blattwerk, das des Himmels Blau
beschattet mehr ein Wort.

Verstehe ich nicht.
meinst du "dass des Himmels Blau"?
und "Wort" ist kein taugliches Synonym für Flüstern. Da fehlt mir ein "kaum" oder ähnliches.


Zitat:Die Halme öffnen sich nicht mehr
Können sich Halme öffnen?
Spreizen oder ausbreiten.
Aber öffnen klingt für mich nach entfalten, wie es Blüten und Blätter tun.


Zitat:Kein Sturm schreckt mehr
Die korrekte Betonung vorausgesetzt, klingt es, als gäbe es keinen Sturm mehr. Hier sollte die Betonung auf "kein" und/oder "schreckt" liegen.
evtl.: Kein Sturm erschreckt....


Erste und letzte Strophe sind dir am besten gelungen. Und das sind ja meist die wichtigsten.

Gruß
ZaunköniG


RE: Ethelwyn Wetherald: The Hay-Field - Sneaky - 13.09.2015 17:40

Hallo Zaunkönig,

nichts raschelt dort
zum grünen Blattwerk, das des Himmels Blau
beschattet mehr ein Wort.

das ist ein Einschub über das Zeilenende hinweg: Nichts raschelt dort zum grünen Blattwerk - das des Himmels Blau beschattet - mehr ein Wort.

Für das "öffnen" bei den Halmen setz ich mal "teilen" ein.

Bei dem Sturm nehm ich dein kein Sturm erschreckt auf, danke

Sneaky


RE: Ethelwyn Wetherald: The Hay-Field - ZaunköniG - 13.09.2015 20:50

Also ohne Einschub:

Nichts raschelt dort zum grünen Blattwerk mehr ein Wort

???

Irgendwie hängt die Stelle noch bei mir.
Wer sollte denn rascheln, wenn nicht das Blattwerk selbst?


RE: Ethelwyn Wetherald: The Hay-Field - Sneaky - 14.09.2015 07:21

Hallo Zaunkönig,

das Gras raschelt zu den grünen Blättern hoch, die Schatten vor dem Blau spenden bzw. kein Gras/nichts raschelt mehr...
so lese ich das aus dem Original:

No more they reach to hold with leaves - ( that shade them from the blue) - a whispered speech.


RE: Ethelwyn Wetherald: The Hay-Field - Josef Riga - 16.09.2015 21:02

Hallo Zaunkönig,

die Übersetzung ist gut. Perfekt wäre es, wenn Du das eine weibliche Reimpaar - verschwunden/gefunden - auch noch durch einen männlich-stumpfen Reim ersetzen würdest. Dann wäre das gesamte Gedicht wie im Original einheitlich. Ansonsten habe ich keine Kritik anzubringen.

Gruß
Josef


RE: Ethelwyn Wetherald: The Hay-Field - ZaunköniG - 17.09.2015 15:49

Hallo Josef,

Mit den stumpfen Reimen war das gar nicht so einfach. Das erste weibliche Reimpaar hattest du übrigens übersehen: Auenwenden / enden.




Das Heufeld


Mit offnen Armen liegt im Sonnenschein
das Gras, geköpft,
schaut lauer Sommerbrise hinterdrein,
welk und erschöpft.

April, mit Babykrabbeln und -Geschrei
im Auental,
naiv im Wind zu Tanzen durch den Mai
kommt nicht nochmal.

Die Halme baden sich nie mehr im Tau,
sie wissen schon:
Nie mehr erreichen sie im Schattenblau,
den Flüsterton.

Nie wieder breiten sie die Arme aus;
Nie wieder hält
sich dort ein Nest, - ein liebevolles Haus
versteckt im Feld.

Für sie ist dieser Sturm, so stolz und wild,
nicht mehr gemacht.
Auch nicht der Sternenglanz, so warm und mild
zur Sommernacht

weil in dem Sommertod ihr Atem schwand.
Nun spür ich auch:
Quer übers Feld kam er. Mich fand
ihr Todeshauch.