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Li Bai: Wèn yú hé yì qī bì shān - Druckversion

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Li Bai: Wèn yú hé yì qī bì shān - ZaunköniG - 15.09.2016 12:31

Li Bai
701 - 762 China


Shān Zhōng Wèn Dá

Wèn yú hé yì qī bì shān
Xiào ér bù dá xīn zì xián
Táo huā liú shuī yăo rán qù
Biĕ yõu tiān dì zài rén jiān


Question and Answer on the Mountain

You ask for what reason I stay on the green mountain,
I smile, but do not answer, my heart is at leisure.
Peach blossom is carried far off by flowing water,
Apart, I have heaven and earth in the human world.


Frage und Antwort in den Bergen

Du fragst, warum ich in den Bergen bleiben will?
Ich lächle nur. Mein Mund und Herz, sie bleiben still.
Wo eine Pfirsichblüte sacht ins Wasser fällt,
fand ich den Himmel jenseits aller Menschenwelt.




.


RE: Li Bai: Wèn yú hé yì qī bì shān - Alcedo - 18.09.2016 16:24

das gefällt mir, ZaunköniG. die Paarreime der deutschen Version stören mir auch überhaupt nicht das filigrane Gedankenkonstrukt: eine unbeantwortet bleibende Frage wird von den Lettern in aller Verschwiegenheit alleine dem Leser offenbart. ich assoziierte dabei die schöne Frage Kalékos: „Mein schönstes Gedicht?“
ja, analog auch hier: aus tiefsten Tiefen stieg es / stieg sie, die Offenbarung.

das Original kommt mir formal wie ein Ruba’i vor, wie ich sie bei Omar Khajjam und bei Hafis gelesen habe.

Gruß
Alcedo


RE: Li Bai: Wèn yú hé yì qī bì shān - ZaunköniG - 18.09.2016 20:57

Hallo Alcedo,


Für dieses aaba-Schema habe ich leider keine überzeugende Lösung hinbekommen, aber gänzlich reimlos wie in der englischen Fassung wollte ich meine Nachdichtung nicht abliefern.

Ein Ruba’i ?
Das kann ja gar nicht sein, - das wurde erst 200 Jahre später erfunden Wink


RE: Li Bai: Wèn yú hé yì qī bì shān - Alcedo - 22.09.2016 12:40

(18.09.2016 20:57)ZaunköniG schrieb:  Ein Ruba’i ?
Das kann ja gar nicht sein, - das wurde erst 200 Jahre später erfunden Wink

aber allemal ein schönes Beispiel für Konvergenz in der Lyrik, wie ich finde.