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Muhammad Iqbal: غلامى - Druckversion

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Muhammad Iqbal: غلامى - ZaunköniG - 25.11.2016 10:00

Muhammad Iqbal
1877 – 1938 Pakistan


غلامى

آدم از بی بصری بندگی آدم کرد
گوهرى داشت ولی نذر قباد و جم کرد
یعنی از خوی غلامی ز سگان خوارتر است
من ندیدم كه سگی پیش سگی سر خم کرد




Übersetzung Persisch -> Englisch von A.Z. Foreman

Slavery

A purblind fool, man sells himself to man in slavery
Yielding his inner wealth as tribute to His Majesty,
Thus man in bestial servitude is baser than a dog.
I've yet to see the dog that serves a dog like royalty.



Knechtschaft

Ein Narr, der freiwillig sich als ein Knecht verdingt,
der seine Würde als Geschenk dem König bringt.
Der Mensch in Knechtschaft steht noch unter allen Hunden.
Den Hund, der Hunden dient, hab ich noch nicht gefunden.



.


RE: Muhammad Iqbal: غلامى - Alcedo - 27.11.2016 09:38

(25.11.2016 10:00)ZaunköniG schrieb:  Knechtschaft

Ein Narr, der freiwillig sich als ein Knecht verdingt,
der seine Würde als Geschenk dem König bringt.
Der Mensch in Knechtschaft steht noch unter allen Hunden.
Den Hund, der Hunden dient, hab ich noch nicht gefunden.

hallo ZaunköniG

schönes Ruba’i, mit gelungenem Vergleich von Unterwürfigkeiten bei Caniden und Hominiden. wobei in deiner Version das monarchische Element, als besonders blaublütiger Ausreißer fehlt. denn auch Hunde respektieren eine gewisse Rangordnung, aber niemals eine angeborene Herrschaft, trotz all ihrer hündischer, charakterlosen Unterwürfigkeit nicht. das ist ein alleinig menschliches Makel (zum Glück nicht bei allen von uns).

Gruß
Alcedo


RE: Muhammad Iqbal: غلامى - ZaunköniG - 27.11.2016 10:22

Hallo Alcedo

Ob König, Kanzler oder Konzernchef, - es ist das Amt das auch faktisch Macht verleiht. Und wir brauchen solche Ämter, um Gesellschaften zu organisieren, die größer sind als ein Familienverband. Aber vorauseilender Gehorsam, des Standes wegen? Bei Machtmissbrauch muss die Macht beschnitten werden, oder zumindest das Amt neu besetzt werden.
Auch wenn der Leitwolf das größte Beutestück erhält ist es für den Rest eine nüchterne Abwägung ob er alleine besser Klarkommt als im Rudel oder ob er stark genug ist die Führung selbst zu beanspruchen.

Der Mensch aber identifiziert sich oft auch unreflektiert mit nichtverwandten Herrschern, wie mit Patriarchen. Dabei ist es natürlich ein Unterschied ob die Ehre zum Amt führt oder allein das Amt die Ehre verleiht, - nicht nur in Königshäusern, sondern auch bei anderen "Idolen". Der Boulevard lässt grüßen.

Als Rudeltier braucht auch der Mensch Führung, aber nach Maßgabe dass es auch der Gruppe besser geht, sonst verliert der Herrscher / Leiter seine Legitimation. Dabei ist es egal ob wir von Königen reden oder dem Wortführer einer Clique. - Kein Dienst ohne Lohn. und auch die Schwachen haben zumindest die Option sich einen anderen Herrn zu suchen, der sie besser behandelt.

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