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Albert Mérat: Les Violettes
ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #1
Frankreich Albert Mérat: Les Violettes
Albert Mérat
1840 – 1909 Frankreich

Les Violettes

Une habitude longue & douce lui faisait
Aimer pendant l’hiver les violettes blanches ;
A l’agrafe du châle un peu court, sur les hanches
Son doigt fin, sentant bon comme elles, les posait.

Un jour que le soleil piquant & clair grisait
Les moineaux francs criant par terre & dans les branches,
Elle me proposa d’aller tous les dimanches
Cueillir avec l’amour la fleur qui lui plaisait.

A prèsent, ce bouquet est tout ce que j’ ai d’elle ;
Mais j’y trouve toujours, pénétrant & fidéle,
Un vivace parfun émané de son coeur.

Tel le verre vidé qu’un souvenir colore :
Le regret du buveur pensif l’embaume encore
Et la lèvre croit boire restre de liqueur.




Die Veilchen

Ü: ZaunköniG

Betörend süßlich blühen sie am sanften Hange;
Im Lenz verströmen tausend Veilchen Wohlgeruch.
Anmutig hält so zart ihr leichtes Schultertuch
zusammen vor der Brust die edle Blütenspange.

Als uns die Sonne stach, die Spatzen lärmend sangen
in Busch und Baum war ich schon kurz nach Taganbruch,
sie zu erfreun, nach ihrem Sträußchen auf der Such',
wohl jeden Sonntag in den nahen Wald gegangen.

Doch heute bleibt mir nichts von ihr als dieser Strauß.
Ich finde immernoch so eindringlich und treu
von ihrem Herzen so betörend ihr Odeur.

Und selbst dem leeren Glas strömt noch erinnrung aus.
Die Lippe glaubt noch einen flücht’gen Rest Liqueur
Der macht, wenn man ihn trinkt die Wehmut wieder neu.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 15.05.2010 22:00 von ZaunköniG.)
21.01.2007 15:38
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