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Edna St.Vincent Millay: Pity me not because the light of day
#1
USA 
XXIX
Pity me not because the light of day
at close of day no longer walks the sky;
Pity me not for beauties passed away
from field and thicket as the year goes by;
Pity me not the waning of the moon,
nor that the ebbing tide goes out to sea,
nor that a man´s desire is hushed so soon,
and you no longer look with love on me.

This have I known always: Love is no more
Than the wide blossom which the wind assails
Than the great tide that threads the shifting shore,
Strewing fresh wreckage gathered in the gales;
Pity me that the heart is slow to learn
What the swift mind beholds at every turn.

Fühl kein Bedauern, dass das Tageslicht
am Abend keinen Himmel mehr erhellt;
Bedaure nicht, was später Herbst zerbricht,
an Schönem in den Wäldern und im Feld.
Fühl kein Bedauern, dass bald Neumond ist,
die Flut verebbt weit draußen auf dem Meer,
dass Männerliebe nur zu schnell vergisst,
du mich jetzt ansiehst, kühl und liebeleer.

Ich wusste immer, Liebe ist nie mehr
als eine Blüte die der Wind bedräut,
die Flut am Dünenstrand, die beuteschwer
ihr Treibgut aus Orkanen wild verstreut.
Bedaure, dass im  Herzen mühsam reift,
was der Verstand beim kleinsten Blick begreift.
Never sigh for a better world it`s already composed, played and told
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#2
Hallo Sneaky,

Beim Herumstöbern bin ich mal wieder auf Deine Millay-Übertragungwen gestoßen. Die Frau ist auch nach mehrmaligem Lesen immer wieder gut.
Zu deinem Text nur eine kleine Anmerkung. Was hältst du als Einstieg von

"Bedaure mich nicht,..." ?

Der Selbstbezug ist, glaube ich wichtig hier. Wie ich den Text lese will sie nicht ihn trösten, sondern leht sein Mitleid ab. Sie will ihm kein schlechtes Gewissen machen, weil er sie verlässt, sondern sagt ganz abgeklärt, wenn es vorbei ist, ist es vorbei, dann besser eine Trennung als sich lange etwas vorzumachen. in den Terzinen wird das auch bei dir deutlich, aber als Grundaussage gehört das m. E. schon in die Anfangszeile.

LG ZaunköniG
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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#3
Hallo Zaunkönig,

das stimmt, der Selbstbezug muss deutlich sein. DaaBedeuere ist allerdings betonungsmäßig kritisch. Am Anfang find ich das nicht gut. Was hältst du von :

Bedaure nicht, dass mir das Tageslicht? ......

Gruß

Sneaky
Never sigh for a better world it`s already composed, played and told
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#4
Ja, das ist doch eine saubere Lösung.

Gruß
ZaunköniG
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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#5
Nachdem du das schon gehievt hast, hatte ich Lust, es nochmals zu versuchen:

Lass ab vom Mitleid, weil das Licht vom Tag
am Abend keinen Himmel mehr durchzieht,
dass Schönes schwindet und es nicht vermag
die Flur zu zieren, wenn der Sommer flieht.

Lass ab vom Mitleid, weil das Mondlicht schwindet,
die Flut verebbt weit draußen auf dem Meer,
dass Männerliebe jäh ein Ende findet,
dein Blick nun nur noch eins ist, liebeleer.

Ich habe immer eins gewusst: Dass Liebe
die Blüte ist, die dann der Sturm verheert,
die Springflut ist, dass an die Küste triebe
an Trümmern was einst gut war oder wert.

Bedaure mich, dass schwer im Herzen reift,
was der Verstand beim kleinsten Blick begreift.
Never sigh for a better world it`s already composed, played and told
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#6
Und da bekanntlich aller guten Dinge drei sind:


Ich will dein Mitleid nicht, dass mir der Tag
am Tagesende nun kein Licht mehr schenkt,
dass mir, was ich im Jahreskreis je mag
in Feld und Flur, der Blick der Zeit versengt.

Ich will dein Mitleid nicht, naht Neumond sich,
noch wenn die Flut sich schlafen legt auf See,
dass männliches Verlangen früh verblich,
ich deinen leeren Blick statt Liebe seh.

Von der war mir doch immer schon bekannt:
Sie ist die Blüte, die im Wind zerstiebt,
sie ist die Flut, die wechselhaftem Strand
die Trümmer ihrer Stürme übergibt.

Bedaure, dass mein Herz nur mühsam geht,
wo der Verstand beim kleinsten Blick versteht.

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#7
Bemitleide mich nicht, Das Licht der Tage
durchwandre nicht das Abendfirmament.
Um mich brauchst du die Schönheit nicht beklagen
von Feld und Fluren, die der Herbst nicht kennt.

auch nicht des Mondes schwindende Gestalt,
nicht, dass zur Ebbe alles Wasser flieht,
dass Leidenschaft der Männer siecht so bald,
noch, dass dein Blick mich ohne Liebe sieht.

Es ist ja nicht so, dass ich es nicht wüsste:
Die Liebe blüht so zart in rauen Winden,
ist eine Flut, die überspült die Küsten
und später wird man Wracks und Treibgut finden.

Bedaure, dass das Herz so langsam ahnt,
wovor der Kopf beim ersten Anschein mahnt.

....

alternatives Couplet:

Bedaure, dass das Herz so schwer ermisst,
was doch dem Geist gleich klar ist und gewiss.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
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