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Samuel Taylor Coleridge: Kubla Khan
Sneaky Offline
Metrik-Matador
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Beiträge: 1.630
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #1
GB S. T. Coleridge: Kublai Khan
Kublai Khan / Eine Vision im Traum / Coleridge

Mit Xanadu schuf Kublai Khan
ein Traumschloss, stolz und hehr,
Dort brach der Urquell Alph sich Bahn
durch Grotten, die kein Mensch ersann,
zum sonnenlosen Meer.

Wehrturm und Wall umringen stolz
zehn Morgen reiches Gartenland,
wo Fliederduft und Sandelholz
sich mischt mit Nachtigallenschlag
aus einem Hain, der dort schon stand,
im Licht vom ersten Schöpfungstag.

Im Zederndunkel teilt die Schlucht
den Hügel wie ein Schlangenleib
halb heiligend, halb wie verflucht,
als ob beim Sichelmond ein Weib
beschwört des Höllenliebsten Leib.

Aus dieser Schlucht, die ewig dröhnt
als ob das Land gleich Drachen stöhnt
schnellt sich ein Springquell hoch, erbricht
gezackten Fels und Kies ins Licht
der teils als Hagel auf die Welt,
teils wie die Spreu vom Flegel fällt.

Vom Tanz der Felsen unterm Dom
des Himmels fließt der heilge Strom
määndernd wohl fünf Meilen quer
durch Auen, Gärten, reichen Tann,
zu Grotten die kein Mensch ersann,
stürzt dann sich in ein totes Meer.
Und Kublai hört darin von weit
Kampf, den ein Vorfahr prophezeit.

Der Schatten des Palastes streicht
die Wogen sacht im Spiegelbild,
und Quell und Grotte mischt sich leicht
zum Lied des Wassers, murmelnd mild,
das leis verklingt mit Widerhall,
im Schloss aus Licht und Eiskristall.

In einer Vision ersah
ich dort bei süßem Harfenklang
aus fernem Abessinia
ein Mädchen sitzen und ihr Sang
erzählt vom Berge Abora.

Könnt ich zum Leben dieses Lied
in mir erneuern irgendwie
Musik und Stimme, Gras und Ried
dann ließe mich die Harmonie
das Schloss erbauen in der Luft
das Schloss aus Licht und Eiskristall
so dass es jeder sieht--- und ruft:

Gebt acht auf ihn: Sein Lockenhaar
umwallt ihn dreifach und sein Blick
gleicht einer Flamme die versehrt
so weicht vor ihm zurück, zurück
den Honig wilder Bienen nährt
der Milch aus Edens Quellen trinkt.

Kublai Khan / A Vision in A Dream

In Xanadu did Kubla Khan
A stately pleasure-dome decree :
Where Alph, the sacred river, ran
Through caverns measureless to man
Down to a sunless sea.

So twice five miles of fertile ground
With walls and towers were girdled round :
And there were gardens bright with sinuous rills,
Where blossomed many an incense-bearing tree ;
And here were forests ancient as the hills,
Enfolding sunny spots of greenery.

But oh ! that deep romantic chasm which slanted
Down the green hill athwart a cedarn cover !
A savage place ! as holy and enchanted
As e'er beneath a waning moon was haunted
By woman wailing for her demon-lover !

And from this chasm, with ceaseless turmoil seething,
As if this earth in fast thick pants were breathing,
A mighty fountain momently was forced :
Amid whose swift half-intermitted burst
Huge fragments vaulted like rebounding hail,
Or chaffy grain beneath the thresher's flail :

And 'mid these dancing rocks at once and ever
It flung up momently the sacred river.
Five miles meandering with a mazy motion
Through wood and dale the sacred river ran,
Then reached the caverns measureless to man,
And sank in tumult to a lifeless ocean :
And 'mid this tumult Kubla heard from far
Ancestral voices prophesying war

The shadow of the dome of pleasure
Floated midway on the waves ;
Where was heard the mingled measure
From the fountain and the caves.
It was a miracle of rare device,
A sunny pleasure-dome with caves of ice !

A damsel with a dulcimer
In a vision once I saw :
It was an Abyssinian maid,
And on her dulcimer she played,
Singing of Mount Abora.

Could I revive within me
Her symphony and song,
To such a deep delight 'twould win me,
That with music loud and long,
I would build that dome in air,
That sunny dome ! those caves of ice !
And all who heard should see them there,
And all should cry, Beware ! Beware !

His flashing eyes, his floating hair !
Weave a circle round him thrice,
And close your eyes with holy dread,
For he on honey-dew hath fed,
And drunk the milk of Paradise.

Never sigh for a better world it`s already composed, played and told
09.10.2008 11:56
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Josef Riga Offline
Jambini
***

Beiträge: 346
Registriert seit: Aug 2014
Beitrag #2
Gb-England Samuel Taylor Coleridge: Kubla Khan
Kubla Khan

In Xanadu did Kubla Khan
A stately pleasure-dome decree:
Where Alph, the sacred river, ran
Through caverns measureless to man
Down to a sunless sea.
So twice five miles of fertile ground
With walls and towers were girdled round:
And there were gardens bright with sinuous rills,
Where blossomed many an incense-bearing tree;
And here were forests ancient as the hills,
Enfolding sunny spots of greenery.
But oh! that deep romantic chasm which slanted
Down the green hill athwart a cedarn cover!
A savage place! as holy and enchanted
As e’er beneath a waning moon was haunted
By woman wailing for her demon-lover!
And from this chasm, with ceaseless turmoil seething,
As if this earth in fast thick pants were breathing,
A mighty fountain momently was forced:
Amid whose swift half-intermitted burst
Huge fragments vaulted like rebounding hail,
Or chaffy grain beneath the thresher’s flail:
And 'mid these dancing rocks at once and ever
It flung up momently the sacred river.
Five miles meandering with a mazy motion
Through wood and dale the sacred river ran,
Then reached the caverns measureless to man,
And sank in tumult to a lifeless ocean:
And 'mid this tumult Kubla heard from far
Ancestral voices prophesying war!
The shadow of the dome of pleasure
Floated midway on the waves;
Where was heard the mingled measure
From the fountain and the caves.
It was a miracle of rar device,
A sunny pleasure-dome with caves of ice!

A damsel with a dulcimer
In a vision once I saw:
It was an Abyssinian maid,
And on her dulcimer she played,
Singing of Mount Abora.
Could I revive within me
Her symphony and song,
To such a deep delight 'twould win me,
That with music loud and long,
I would build that dome in air,
That sunny dome! those caves of ice!
And all who heard should see them there,
And all should cry, Beware! Beware!
His flashing eyes, his floating hair!
Weave a circle round him thrice,
And close your eyes with holy dread,
For he on honey-dew hath fed,
And drunk the milk of Paradise.

Christabel, etc., 1816


Kubla Khan

In Xanadu gab Kublai Khan
Den Plan zu einem Haus der Lust:
Wo Alph, der heilige Fluss her rann,
Durch Höhlen, deren inn’rer Gang
Niemandem war bewusst.
Fünf Meilen fruchtbaren Grundes breit,
Mit Wällen und Türmen umgürtet weit;
Und Gärten, fruchtbar, mit gewund’nen Bächen,
Wo Sträucher blüh’n in ihrem Weihrauchduft;
Auch grüne Wälder, alt wie ihre Flächen,
Da lichte Funken springen durch die Luft.
Doch seht! Der Spalt beginnt sich quer zu legen.
Vom grünen Hügel abwärts stehen Erlen.
Ein wilder Platz! So heilig und verwegen,
Als würden Frauen auf den Mondlichtstegen
Noch immer liegen bei den Teufelskerlen!
Aus dieser Kluft, im Dauerwirbel laufend,
Aus einer Erde, in Erstickung schnaufend,
Tritt eine Fontäne mit lautem Braus
In häufig abgebroch’nen Stößen aus;
Gewölbte Bruchkanten, wie hingenagelt,
Wie Körner, splitternd, dreschflegelzerhagelt.
Und zwischen Felsen, tanzend, auf und ab,
Strudelt hier breit der heil’ge Strom herab.
Fünf Meilen, träg, mäandert er heran,
Erreicht durch Hölzer und ein Tal voll Gras
Die Höhlen, die ohn’ jedes Menschenmaß,
Und sinkt in einen toten Ozean:
Mitten im Lärm hört Kublai, wie von weit,
Den Urahn, der ihm Kriege prophezeit!
Der Schatten seines Sommerhauses
Gleitet mittig auf den Wellen;
Spürbar Mischung des Gebrauses:
Hall der Höhl’ und Wasserquellen.
Man baute, nach seltsamem Geheiß,
Einen Sonnenpalast über Kavernen-Eis!

Ein Mädchen, jung, mit einer Zither
Zeigt’ meinem Blick sich klar:
Sie kam vom Land der Abessinen
Und tat auf ihrem Hackbrett spielen,
Sang vom Berg Abora.
Könnt’ ich in mir erwecken
Ihr Lied und seinen Klang,
Es würde mich so tief entdecken,
Dass ich mit Musik anfang’,
Dies’ Himmelshaus zu bauen,
Den Sommerdom! Höhlen aus Eis!
Und alle, die hören, sollen es schauen,
Und alle soll’n schrei’n: Ihr könnt nicht trauen
Dem Blitz der Augen, den busch’gen Brauen!
Schlingt um ihn dreifachen Kreis!
Und schließt die Augen, tief erschreckt,
Denn er hat Honig-Tau geleckt
Und trank die Milch vom Paradeis.
20.05.2020 07:22
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