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Eduardo Coimbra: Landschaft
Frank Milautzcki Offline
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#1
Portugal  Eduardo Coimbra: Landschaft
Eduardo Coimbra
1864 - 1884

Landschaft

Im Westen ist die Sonne noch ein roter Hall
jenseits der Höhen, die dämmernd stehn und schweigen.
Zum Rascheln aus dem dichtbelaubten Dunkel zweigen
Vögel späte Melodien aus dem grünen Wall.

Im Feld ringsum verstummt der Schall
und kein andres Lied will mehr entsteigen
als das Trotten müder Mädchen und der Kicherreigen
in den Blicken nach den Burschen und ihrm Hosenstall.

Matt ziehn die Stiere kreischende Gespanne.
Im Wirtshaus schwatzen Bauern bei einer roten Kanne
Wein, der Regen fehlt, was ist zu tun?

Laut keift die Nachbarsfrau vom Stall zur Stube
und aus der Türe springt ein kleiner Bube,
barfuß im Hemd, und hascht nach einem Huhn.



Der portugiesische Poet Eduardo Coimbra wurde 1864 in Porto geboren und starb am 9. Oktober 1884 an Tuberkulose. Er galt als Bohemien und Neo-Romantiker, war Wegbegleiter von António Nobre, beeinflußt von João de Deus und Gonçalves Crespo. Im Jahr seines Todes erschien sein Gedichtband "Dispersos", Sonette mit einem Vorwort von Joaquim de Araújo.
27.03.2010, 11:13
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Eduardo Coimbra: Landschaft - von Frank Milautzcki - 27.03.2010, 11:13



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