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H. Coleridge: The Man, whose lady-love is virgin Truth
ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #1
GB H. Coleridge: The Man, whose lady-love is virgin Truth
Hartley Coleridge

The Man, whose lady-love is virgin Truth
Must woo a lady that is hard to win:
She smiles not on the wild and wordy din
Of all-confiding, all-rotesting Youth;

The Sceptic’s apathy, the garb uncouth,
And Cynic sneer of o’er-experienced Sin,
The Serpent, writhing in its worn-out skin,
Craving again to flesh its sated tooth,

She quite abhors. She is not fond, nor coy –
Self-seeking love, and self-appraising scorn,
She knows not. She hath utterly forsworn

Her worldly dower of wealth, and pride, and joy –
Her very beauty none but they discover,
Who for herself, not for her beauty, love her.



Liebt jemand eine Frau von wahrer Tugend,
wird diese schwierig zu gewinnen sein.
Kein Lächeln gibt sie ihm für Schmeicheleien
der ungestümen siegessichren Jugend.

Der Skeptiker, bei jeder auf der Hut,
von viel Erfahrung süffisant erzählt.
Die Schlange, die sich wieder frisch geschält,
die immer Fleisch begehrt und süßes Blut

verachtet sie. - Sie ist nicht kess, nicht prüde,
nicht selbstverliebt und auch nicht überheblich.
Sie ist nur dieser Erdendinge müde,
sieht Reichtum oder Stolz an als vergeblich.

Es gilt ihr ihre Schönheit nichts, doch gibt
sich dem, der sie um ihretwillen liebt.

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 17.05.2010 11:03 von ZaunköniG.)
09.08.2008 12:10
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Silja Offline
Eleve
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Beiträge: 464
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #2
RE: H. Coleridge: The Man, whose lady-love is virgin Truth
Hallo Zaunkönig,
nach meiner Lesart wird hier keine eigentliche Frau geliebt, sondern die Dame Wahrheit höchstpersönlich. Und all die anderen Tugenden und Untugenden sind dann auch entsprechend personifiziert. Meinst du nicht?

LG Silja
26.09.2008 03:50
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beiträge: 5.002
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #3
RE: H. Coleridge: The Man, whose lady-love is virgin Truth
Hallo Silja,

Man kann es natürlich so lesen, aber wenn ich mir ein Sonett vor Augen halte wie z.B.:

A Premature Old Bachelor,
He Congratulates A Bridegroom.


dann drängt sich mir schon der Eindruck auf, daß er hier eine ganz konkrete Dame vergöttert. Vielleicht auch das Idealbild der Frau, nach dem Vorbild von Dantes Beatrice oder Petrarcas Laura, aber so ganz abstrakt nur eine personifizierte Tugend?
Ich denke, er verklärt hier auch etwas die Gründe für sein eigenes Singledasein.

Meinst du, weil "Truth" hier großgeschrieben ist?
Da muß ich mal schauen ob ich die Originalquelle wiederfinde.
(Irgendwo hier muß sie doch sein...)

LG ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
26.09.2008 08:53
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Silja Offline
Eleve
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Beiträge: 464
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #4
RE: H. Coleridge: The Man, whose lady-love is virgin Truth
Hallo Zaunkönig,
die damaligen Dichter haben die Tugenden wie Truth, Hope, Faith usw. immer gerne groß geschrieben. Das muss noch so ein Überbleibsel der germanischen Sichtweise sein. Das allein macht es also noch nicht völlig deutlich.

aber das "lady-love IS virgin Truth" kann eigentlich kaum anders interpretiert werden, meiner Ansicht nach jedenfalls. Und es ist natürlich immer möglich, dass er dabei irgendeine besonders wahrheitsliebende Dame im Auge hatte, die er hier auf diese Weise abstrahiert. Das sollte man in der Übersetzung aber schon nachmachen, finde ich.

LG Silja
26.09.2008 13:07
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beiträge: 5.002
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #5
RE: H. Coleridge: The Man, whose lady-love is virgin Truth
Dann also vielleicht:

Zitat:Wählt jemand sich zur Frau die wahre Tugend

LG ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
26.09.2008 13:30
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