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Die Flasche spricht selbst
#1
Die Flasche spricht selbst
(geschehen 1954)



Konzessionäre saßen einst beim Firmenjubiläum
versammelt in der Lichtburg, Essen (ein Theater).
Verklang die Ouvertüre, still wie vorm Te Deum
erhob der Vorhang sich, und es erschien als Vater

vor ihnen, die hier endlich Pause machten durften,
leibhaftig, riesengroß die Coca-Cola-Flasche.
Wie süß sie sprach! Wie ihre Töne magisch kurvten
geschickt um das, was wirklich zählte (Asche, Asche):

„Einträchtig habt ihr euch, die mich vertreten,
um mich geschart. Ich bin nicht Inhalt nur und Glas.
Ihr wart es selbst, die mich zur Königin erhöhten.

Ich bin’s, die Seele eures wachen Sinns nach Geld,
Ich bin es, Coca-Cola, eins und einzig, das
bekannteste der Warenzeichen auf der Welt.“


Anmerkung:
Nachfolgend der Originaltext über das denkwürdigen Bühnenspektakel im Jahr 1954 in der Essener Lichtburg angesichts der 25-jährigen Coca Cola Präsenz in Deutschland: „Tausend Augenpaare blickten am Freitagmorgen voll gespannter Erwartung, als nach Verklingen der Ouvertüre der Vorhang langsam die Bühne freigab und eine riesige Coca Cola Flasche aufglühte. Mit dunkler sympathischer Stimme begann sie zu sprechen, im Rhythmus der Sprachschwingungen magisch aufleuchtend: ‚Ich bin nicht nur Glas und Inhalt, nicht tote Materie, für euch bin ich sprudelndes Leben und prickelnde Lebendigkeit. Ihr habt mich zu einem königlichen Symbol erhöht, ich bin der Inbegriff Eurer Arbeit, für Euch strahlender Mittelpunkt, Ihr habt Euch einträchtig und frohgestimmt um mich geschart, ich bin das Herz und die Seele Eures aufblühenden Geschäfts. Ich war, ich bin und will in alle Zukunft sein. Ich bin nicht Ware schlechthin, ich bin einmalig und einzig in meiner Art. Ich bin Coca Cola, lebendiges Leben, schöpferischer Geist... durch menschliche Kraft wurde ich zu einem der bekanntesten Warenzeichen auf dieser Welt...“

Die Abbildung zeigt eine Anzeige von 1956 aus der Zeitschrift Quick

Vgl. auch Rainer Gries/Volker Ilgen/Dirk Schindelbeck: Gestylte Geschichte. Vom alltäglichen Umgang mit Geschichtsbildern, Münster 1989, S. 197.


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