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Juhan Jaik: Kodumets 2
ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beitrag #1
Estland Juhan Jaik: Kodumets 2
Juhan Jaik
1899-1948 Estland

Kodumets

II.


Tean soid, kun kõrge pilliroog on tihe -
All meri kuremarju, palukaid -
Kun suudleb pillirooge kaharpäid
Okshuulilt rippuv habe roheline.

Ja hiiglamänd, kui alt ehk mööda mine,
Metskitsed, põdrad kun on rajand teid,
Sind saadab pilguga, kui süütu neid,
Okshuulil sõprusvine alatine.

Siud kerrakerind, rästikud ja siilid
Kui külapenid kurjad, vahil palukvarten,
Kui jahilooma, tetre laskma hiilid...

Ning kaua võivad männid järel vahti
Sind metsast lahkuvat kui kahelden ja karten,
Kui kodust, kuhu uks on igal ajal lahti.


Heimatwälder

2


Im Sumpf, wo sich am See erhebt das Röhricht,
dort wo der Fleck voll Preiselbeeren ist,
wo raschelnd schwankend manches Schilfblatt küsst
die Flechten, hängend von den Ästen grünlich.

Wo scheint vom Erdreich auf ein frischer Schimmer,
wo stoisch Elche äsen, Ziegen, Rehe,
wo, wie die Jungfrau mild ich lächeln sehe
huldvoll geneigt die Zweige, freundlich immer,

Wo sich verknäuelen Kreuzotter und Igel,
vom Dorfköter gestellt wird mancher Flegel,
der Jäger pirscht sich seiner Beute an,
und Schweigen legt sich auf den tiefen Tann,
wo sich am Waldweg scheiden Furcht und Hoffen:
Zu hause ist die Türe allzeit offen.

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 15.05.2010 18:08 von ZaunköniG.)
18.02.2009 10:50
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
****

Beiträge: 5.002
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #2
RE: Juhan Jaik: Kodumets 2
Und gleich das zweite hinterher:


Heimatwälder

2

Ich kenne einen Sumpf mit dichtem Röhricht,
dort wo ein Meer voll Kranichbeeren ist
und manches Schilfblatt raschelnd schwankend küsst
die Flechten, hängend von den Ästen grünlich.

Die Kiefer glänzt im frischen Schimmer,
wo stoisch Elche äsen, Ziegen, Rehe,
die, wie die Jungfrau mild ich lächeln sehe
huldvoll geneigt die Zweige, freundlich immer,

Wo sich verknäuelen Kreuzotter und Igel,
vom Dorfköter gestellt wird mancher Flegel,
der Jäger pirscht sich seiner Beute an,
und Schweigen legt sich auf den tiefen Tann,
wo sich am Waldweg scheiden Furcht und Hoffen:
Zu hause ist die Türe allzeit offen.

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 10.05.2013 18:16 von ZaunköniG.)
09.05.2013 22:28
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