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Morgenrot
Dieter Lunow Offline
Formalist
*****

Beiträge: 107
Registriert seit: Jul 2009
Beitrag #1
Morgenrot
Ein Zwitschern hell, der Tag will neu beginnen,
im Morgenrot verblinzelt er die Nacht,
sein Licht verbreitet er mit aller Macht,
die Sonne konnte er für sich gewinnen.

Die Dunkelheit, die Herrscherin der Nächte,
sie hegte Ruhe und Bedächtigkeit,
Termine, stete Hektik waren weit,
als wenn Entspannung so das Tagwerk ächte.

Das Morgenrot, verheißungsvolles Leben,
der Farbenklang verwandelt sich zu Gold,
wir nehmen gerne an, was uns gegeben,

die Sonne bleibt dem Erdenleben hold.
Auch jeder Wein entsteht aus jungen Reben,
der Tagesrhythmus, liebenswerter Sold.
© Dieter Lunow
06.07.2009 18:05
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
****

Beiträge: 5.029
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #2
RE: Morgenrot
Herzlich Willkommen, Dieter.

Ein sehr stimmungsvoller Text, der äußeren Form nach gut gelöst.
Ich bin mir etwas im Unklaren über die Funktion der Zeilen 5 und 6.
Nach dem Konjunktiv "als wenn die Arbeit keinen Segen brächte", dazu an so prominwenter Stelle, hätte ich einen lebhafteren Tag erwartet. Sei es die Segnungen der Arbeit zu preisen, sei es sich doch wieder die Nacht herbeizusehnen.
Vielleicht liegt es am etwas profanen Begriff der Arbeit, der zunächst nur als Lebenserwerb verstanden wird, aber ach als Aktivität, die im zweiten Teil hier nicht stattfindet. Nur der Wein reift (passiv) vor sich hin.
Ich denke "Tagwerk" fände ich an der Stelle passender. Man kann ihn als Tätigkeit im Sinne von Arbeit lesen, oder wörtlich als Werk des Tages selbst.

LG ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
07.07.2009 05:22
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Dieter Lunow Offline
Formalist
*****

Beiträge: 107
Registriert seit: Jul 2009
Beitrag #3
RE: Morgenrot
Hallo Zaunkönig,
Zuerst, danke für deinen Willkommensgruß und Deinen hilfreichen Kommentar.
Deine kritischen Bemerkungen sind einleuchtend; sie haben einen turbulenten Gedankenkreis ausgelöst. Die Schwierigkeit ergibt sich offensichtlich daraus, ein gesundes Gleichgewicht zwischen Tag und Nacht zu schaffen – von mir beabsichtigt war eigentlich nur das Morgenrot mit dem Blick in den Tag.
„Arbeit“ hier anzuführen war nicht die beste Idee, doch unter dem Zwang des Findens eines sauberen Reimes auf Nächte kam es zu dieser etwas dürftigen Aussage.
Ich scheue Änderungen an einem fertigen Text, führen diese doch oft zu Verfälschungen der angestrebten Aussage.
Hier werde ich nun die 8. Zeile ändern:
„als wenn Entspannung so das Tagwerk ächte“,
das könnte so der richtige Schlüsselsatz sein.
HG Dieter
07.07.2009 17:50
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