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Monatsthema 11/09: Blomquists
ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beiträge: 5.026
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #1
Monatsthema 11/09: Blomquists
Ich trage den Gedanken schon eine Weile mit mir herum. -
Sneakys Initiative, doch einen Halloween-Tread zu starten gab dann den letzten Impuls, nun regelmäßig ein Monatsthema vorzugeben.

Für den November dachte ich an Blomquists!

Sneaky wird diese Form bereits aus SC kennen, für alle anderen eine kürze Erklärung:

Der Begriff leitet sich ab von Eric Blomquist, der für sich in Anspruch nimmt diese Form entwickelt zu haben. Wobei es eigentlich nicht um besondere Form geht, sondern ein Genre. Und zwar sollen gängige Witze oder Anekdoten in Sonettform umgeschrieben werden. Ein Beispiel von David Gwilym Anthony habe ich bereits übersetzt, so daß es hier als Beispiel dienen mag:

Situation Vacant / Offene Stelle

Aber es geht in dieser Aufgabe nicht um Übersetzungen sondern um eigene Bearbeitungen hiesiger Witze und Anekdoten.
Wollen wir doch mal schauen, ob hier jemand Humor hat.

LG ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 10.02.2010 10:33 von ZaunköniG.)
01.11.2009 09:52
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Sneaky Offline
Metrik-Matador
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Beiträge: 1.615
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #2
RE: Monatsaufgabe 11/09: Blomquists
Hallo Zaunkönig,

wie`s der Zufall will, habe ich für den Blomquistian-Thread schon mal einen Text verfasst. Er ist in Englisch verfasst, aber ich stell ihn mal rein. Ich kann ja versuchen, mal mich selber zu übersetzen Smile

The highway officer said "Listen, Jim
One-fifty miles is way above the limit,
get used to use your feet and,dim-wit:
The judge might listen to your sobbing hymn,
but I am effing fed up to the brim
with fairy-tales, tomorrow I will quit
a thirty-years tour, so lets cut the shit
and move: or else I`ll drive you on your rim.

If, on the other hand yours' is a story
I haven`t heard yet, you`ll go free, so quack:
Qouth Jim: Well, yesterday my wife (called Lourie)
eloped and with an officer named Jack.
Seeing your car I felt the nagging worry,
that he was chasing me to give her back.

Never sigh for a better world it`s already composed, played and told
01.11.2009 12:18
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beiträge: 5.026
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #3
Das älteste Gewerbe der Welt
Hallo Sneaky,

Eine echte Übersetzung ist wohl gar nicht nötig. Es würde wohl genügen, wenn du den Witz nochmal auf Deutsch erzählst.
Wobei ihn die meisten wohl auch so verstehen.

Ein schönes Stück. Da will ich mich nun auch nicht lumpen lassen:


Das älteste Gewerbe der Welt

Gut spekulieren läßt es sich am Tresen,
wenn man die Nase tief ins Weinglas steckt.
So ist ist auch bei Arzt und Architekt
und einem Informatiker gewesen,

als man in trauter Runde einst erwog
aufs Alter ihrer drei Gewerk zu tippen.
"Als Gott das Weib erschuf aus Adams Rippe,
war er durch diese Tat auch ein Chirurg!"

begann der Arzt. - Der Architekt sagt: "Schaut: -
Gott hat doch, als er Land und Wasser schied,
wie man genauso in der Bibel sieht,
die Welt aus reinstem Chaos aufgebaut!"

Doch kommt postwendend schon der Zwischenruf:
"Was glaubt ihr beiden, wer das Chaos schuf?"

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 29.06.2014 10:24 von ZaunköniG.)
02.11.2009 10:38
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Dieter Lunow Offline
Formalist
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Beiträge: 107
Registriert seit: Jul 2009
Beitrag #4
Logik
Die Hausfrau stets emsig bei Garten und Herd
sie leistet sich Vieles, was sie heiß begehrt
ihr Ausseh`n verspricht klar das Himmelreich
Erfüllung, so weiblich, mollig und weich

Der Ehemann fragt sie voll Argwohn: Mein Schatz,
woher kommt das Geld, denn ich mache Rabatz!
Sie antwortet keck, mit ´nem Schuss Ironie:
Ich spiele fast täglich in der Lotterie.

Am Abend befüllt er ganz sorgsam die Wanne,
sie sieht es, meint staunend, das ist eine Panne,
erregt sich und ruft ihm: ich bin ganz erschreckt,
da sind nun mal grade die Knöchel bedeckt.

Er sagte es freundlich, doch sie wurde ganz blass:
Bei ganz voller Wanne wird dein Tippschein ja nass!
© Dieter Lunow
03.11.2009 13:50
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Dieter Lunow Offline
Formalist
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Registriert seit: Jul 2009
Beitrag #5
Missverständnis
Alljährlich im Kloster, da gibt es ´ne Fete,
wobei jedes Mädchen erhofft im Gebete,
das Abi zu schaffen, und Hoffnungen sprießen,
nach Abschluß im Kloster das Leben genießen.

Die Oberin fragt, und sie lächelt auch weise:
Wohin, meine Tochter, geht denn deine Reise?
Maria, die sich doch kein bisschen genierte,
die sagte, sie werde wohl Prostituierte.

Geschockt, tief betroffen, dann ganz kreidebleich stumm,
so ganz ohne Seufzer, fiel die Oberin um.
Als sie wieder klar war, zirkulierte ihr Blut:
Sie wird Prostituierte? dann ist es ja gut,

ich hatte, bevor mir die Sinne entschwanden,
gar schrecklich im Ohr, Protestantin verstanden!
© Dieter Lunow
08.11.2009 10:32
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #6
RE: Missverständnis
Hallo Dieter,

Der gewählte Daktylus passt nicht so ganz, da ist doch manche Stelle unnatürlich betont, besonders Auffällig in Zeile 9, aber die Pointe ist gut gesetzt. Gefällt mir besser als dein Lotto-Gedicht.

LG ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 08.11.2009 14:17 von ZaunköniG.)
08.11.2009 11:01
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Dieter Lunow Offline
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Beitrag #7
RE: Monatsaufgabe 11/09: Blomquists
Hallo ZaunköniG,
anbei mein überarbeiteter Text.
LG Dieter

Alljährlich im Kloster gibt es eine Fete,
wobei jedes Mädchen erhofft im Gebete,
das Abi geschafft, und nun Hoffnungen sprießen,
nach Abschluss im Kloster das Leben genießen.

Die Oberin fragte und lächelte weise:
Wohin, meine Tochter, geht denn deine Reise?
Maria, die sich auch kein bisschen genierte,
die sagte, sie werde wohl Prostituierte.

Kaum hörbar der Seufzer und ganz kreidebleich stumm,
geschockt und betroffen fiel die Oberin um.
Als sie wieder klar war, bei beruhigtem Blut:
"Sie wird Prostituierte? dann ist es ja gut,

ich hatte, bevor mir die Sinne entschwanden,
gar schrecklich im Ohr, Protestantin verstanden!"
© Dieter Lunow
09.11.2009 00:36
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #8
Ein neuer Pfarrer in Friesland
Ein neuer Pfarrer in Friesland

Mit Jägern macht er sich zuerst bekannt. -
Ein Schuß: Das erste Rebhuhn fällt ins Meer.
Mit "Danket Christ" läuft Matthies hinterher
und kommt mit trocknem Fuß zurück an Land.

Auch Enno trifft, steht auf mit "Gott zum Gruß"
empfängt den Lohn für stundenlanges Hoffen,
läuft los und kommt zurück mit trocknem Fuß.
Zuletzt hat auch der Geistliche getroffen:

Der Pfarrer läuft hinaus aufs Meer sodann.
Er ruft: "In Deine Hand befehl ich mich!"
und kommt quatschnass zurück an Land gestiegen.

Betreten sehen sich die Jäger an:
"Sein Glaube ist ja unerschütterlich,
doch sollt' er schauen wo die Steine liegen.

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 22.11.2009 19:10 von ZaunköniG.)
09.11.2009 11:32
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Dieter Lunow Offline
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Registriert seit: Jul 2009
Beitrag #9
Offensichtlich
Seit Jahren da ging unser Zollamtmann Krause,
nach Dienst oft gedankenversunken nach Hause,
denn täglich fuhr Bolte, er kennt ihn seit Zeiten,
mit Fahrrad und Rucksack nach Nachbarlands Weiten.

Der schmuggelt doch etwas, was kann ich nur machen?
bei Visitationen von Rucksack und Sachen,
da lächelte Bolte verbindlich und mild,
doch Krause, der fand nichts und wurde ganz wild.

Im Ruhestand endlich fragt Krause den Bolte:
Die Wahrheit ist das, was ich immer schon wollte,
sie haben geschmuggelt, das ist mir schon klar,
verraten sie heute, was es täglich war?

Da grinste der Bolte, mein Schmuggel - nicht schlecht,
tagtäglich ein Fahrrad, ich kam gut zurecht.
© Dieter Lunow
10.11.2009 10:10
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Dieter Lunow Offline
Formalist
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Registriert seit: Jul 2009
Beitrag #10
Namen
Ein Feldwebel fegt in die Stube hinein
und brüllt wie ein Löwe: „Mein Name ist Stein!
Ich bin mit einsneunzig auch keine Mimose,
ich haue fast jeden direkt aus der Hose,

der nicht gleich so spurt, wie ich es mir wünsche,
denn Liebsein beim Barras ist meistens nur Tünche,
mein Name verpflichtet, zerbreche auch jeden,
bei mir gibt´s nur eines, gehorchen und beten!

Nun nennt eure Namen, ich weiß aus Erfahrung,
dass diese für mich bereits Offenbarung!“
Sie nennen die Namen, der Kleinste ganz leise,
und Stein schreit, was ist das denn hier für ´ne Scheiße,

sie wispern so leise und weinerlich!“
„Herr Feldwebel, Steinbrecher heiße ich.“
© Dieter Lunow
11.11.2009 10:50
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Dieter Lunow Offline
Formalist
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Beiträge: 107
Registriert seit: Jul 2009
Beitrag #11
Anerkennung
In Husum, da treffen sich viele Touristen
die gerne im Norden und weg von den Pisten
am Meer und den Küsten die Seeluft genießen,
sie lassen sich auch nicht vom Regen verdrießen.

Ein Friese, vom Wetter so richtig gerüttelt
mit hungrigem Magen das Salzfässchen schüttelt
die Seezunge heißt ihm Genießen und Lust
kein Salz aus dem Fässchen, das führt fast zum Frust.

Da reckt sich ein Bayer an einem Tisch weiter
„Dös ham wir doch gleich hier!“ erklärt er ganz heiter,
nimmt locker ein Hölzchen, pult frei Loch für Loch:
„Da siehst, Mann, ganz einfach, das Salz kommt ja doch!“

Gedanken den Friesen gar heftig bewegen:
Die Bayern sind technisch uns doch überlegen!
© Dieter Lunow
12.11.2009 10:45
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