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Von Auruns Thron
Friedrich Offline
Verse-Schmied
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Beiträge: 208
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #1
Von Auruns Thron
Überarbeitete Version:


Von Auruns Thron

Im Morgendunst durchstreift ein Sonnenton
die Kronendächer, torkelt, lässt sich nieder,
erschrickt, entflieht als Hauch im Goldgefieder -
und Stille fließt herab von Auruns Thron.

Aus einem Meer von Urwaldriesen ragen
drei Marmorklippen in den Himmel auf,
umströmt am Tripelfuß vom Schlingenlauf
des Som, umrankt von vielen, alten Sagen.

Hoch oben funkeln grell im ersten Licht
die Kuppeln Kirguns, Königssitz, Sakrale,
seit jeher Horst der Sonnenvögel. Dicht

bedrängt ihr langes Schweigen, tanzen fahle
Erinnerungen auf ihm, bis es bricht -
sein Hall erstirbt schon ungezählte Male…


© Friedrich


Alte Version:

Von Auruns Thron


Im Morgendunst durchstreift ein Glockenton
die Kronendächer, torkelt, lässt sich nieder,
erschrickt, entflieht als Hauch im Goldgefieder -
und Stille fließt herab von Auruns Thron.

Aus einem Meer von Urwaldriesen ragen
drei Marmorklippen in den Himmel auf,
umströmt am Tripelfuß vom Schlingenlauf
des Som, umrankt von vielen, alten Sagen.

Hoch oben funkeln grell im ersten Licht
die Kuppeln Kirguns, Königssitz, Sakrale,
seit jeher Horst der Sonnenvögel. Dicht

bedrängt ihr langes Schweigen, tanzen fahle
Erinnerungen auf ihm, bis es bricht -
Geläut ertönt zum ungezählten Male…


© Friedrich

Wonach immer du im Leben suchst - du findest es in dir.
Melos Merulae - Friedrich
04.02.2010 11:15
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beiträge: 4.999
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #2
RE: Von Auruns Thron
Hallo Friedrich,

Weder bei Wikipedia noch bei GoogleMaps habe ich brauchbare Infos zu Aurun, Kirgun oder Som gefunden. Wegen der Urwaldriesen, Kuppeln und Sonnenvögel tippe ich mal auf Südostasien. (?)

Was hältst du davon, wenn du in der ersten Zeile statt der Glocken einen Gong einbaust?
Fallst ich mit meiner Verortung richtig liege wäre das wohl passender, auch wenn man sie am Klang nicht unbedingt unterscheiden kann.


LG ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
04.02.2010 12:48
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Friedrich Offline
Verse-Schmied
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Beiträge: 208
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #3
RE: Von Auruns Thron
Hallo ZaunköniG,

dann bin ich mit meiner Wortwahl auf dem richtigen Weg... ;-)
Dein Vorschlag hat etwas auf sich - ich muss mir nur überlegen, ob er sich stimmig auf die sich entwickelnde Geschichte übertragen lässt. Es wird der Beginn eines Prosatextes, wobei ich vor habe, zunächst jedes Kapitel in ein Sonett zu fassen, allerdings ohne den Formanspruch auf einen Sonettenkranz, denn da habe ich ja noch eine Baustelle zu versorgen...
Mit Deiner Kombination bist Du grundsätzlich richtig gelegen, auch wenn die konkrete Verortung, der Plot und die Namensgebung sich schließlich einem realen Bezug entziehen.

LG Friedrich

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Melos Merulae - Friedrich
04.02.2010 13:20
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beiträge: 4.999
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #4
RE: Von Auruns Thron
Hallo Friedrich,


Ich hatte in Erinnerung, daß zum Beispiel die "Friedensglocke" die als Geschenk aus Hiroshima in der hannoverschen Aegidienkirche hängt eigentlich ein Gong ist, weil sie von außen angeschlagen wird.
Anscheinend gibt es aber unterschiedliche Definitionen zu Glocke und Gong. Ich will mich da also nicht festbeißen,... obwohl der Gong auch exotischer klingt....

LG ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
04.02.2010 13:25
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Friedrich Offline
Verse-Schmied
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Beiträge: 208
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #5
RE: Von Auruns Thron
Hallo ZaunköniG,

angeregt durch Deine Anmerkung, ergab sich eine spannende Recherche in die Welt des Gongs, des Tam-Tams und der Glocken. Ich habe mich jetzt im Sinne der Geschichte für allgemeinere Begriffe entschieden, die mir noch einen gewissen Spielraum offen halten. Damit stelle ich die neue Version oben ein.

LG Friedrich

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Melos Merulae - Friedrich
14.03.2010 08:40
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beiträge: 4.999
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #6
RE: Von Auruns Thron
Hallo Friedrich,

In der Kombination Sonnenton und Goldgefieder drängt sich der Eindruck auf, daß hier ein Vogel gemeint ist - der später genannte Sonnenvogel. Das klingt überzeugend, passt auch zum torkeln und niederlassen aber angesichts des ursprünglichen Glockentons frage ich mich doch, ob das Absicht ist.
An der neuen Fassung gefiel mir auch der synästhetische Ansatz in den ersten beiden Zeilen:
Sonne (warm, hell) Ton (klingend) torkelnd (bewegt), der durch die Kopplung mit der Vogelmetapher allerdings wieder aufgehoben wird.
Klar, eine durchgängige Bildersprache ist auch nicht zu verachten und ich weiß nicht, was ich dir hier raten soll.
Es ist auch so schon ein gutes Gedicht, aber ich habe das Gefühl da geht noch was, wenn ich mir auch selber nicht ganz einig bin wohin die Reise gehen soll.

LG ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
14.03.2010 10:05
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Friedrich Offline
Verse-Schmied
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Beiträge: 208
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #7
RE: Von Auruns Thron
Hallo ZaunköniG,

danke für den Hinweis - es war nicht ganz beabsichtigt. In der Geschichte spielt der Ton (Klang) insofern eine wichtige Rolle, weil er durch den ersten morgendlichen Sonnenstrahl auf die Feste durch einen dort befindlichen Mechanismus ausgelöst wird. Ich wrde mir also überlegen müssen, wie ich mit hintergründig anspielendem Bezug auf die Sonnenvögel (Hauch im Goldgefieder), mit einer Synästhetik auf einer anderen (klanglichen) Ebene eine ähnliche Wirkung erzielen kann.

Also wieder an die Arbeit.

LG Friedrich

Wonach immer du im Leben suchst - du findest es in dir.
Melos Merulae - Friedrich
14.03.2010 10:51
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beiträge: 4.999
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #8
RE: Von Auruns Thron
Du machst mich neugierig!
Eine Art Spieluhr mit symbolischer Bedeutung - da fällt mir Doubledays Horologe ein:

http://www.sonett-archiv.com/forum/showt...hp?tid=230

Liebe Grüße
ZaunköniG

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14.03.2010 12:17
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