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William Shakespeare: 001
ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
****

Beiträge: 5.023
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #1
Gb-England William Shakespeare: 001
William Shakespeare

1


From fairest creatures we desire increase,
That thereby beaty’s rose might never die,
But as the riper should by time decease,
His tender heir might bear his memory:

But thou, contracted to thine own bright eyes,
Feed’st thy light’s flame with self-substantial fuel,
Making a famine where abundance lies,
Thyself thy foe, to thy sweet self too cruel.

Thou that art now the world’s fresh ornament
And only herald to the gaudy spring
Within thine own bud buriest thy content,
And, tender chul, mak’st waste in niggarding.

Pity the world, or else this glutton be,
To eat the world’s due, by the grave and thee.



Ü: ZaunköniG

Von jenen Menschen, die uns je gefielen,
erhoffen wir, daß Schönheit nie vergeht;
Wenn die Gereiften auf ihr Ende zielen,
daß ihrem Bild ein neuer Sproß ersteht.

Doch du: Verpflichtet deinem hellen Blick
entziehst der eignen Flamme noch das Holz,
schwelgst fruchtlos nur in teurem Tand und Schick:
Du bist dir selber Feind: zu hart, zu stolz.

Du heller Glanz, mit dem die Welt sich schmückt;
Du kündigst nur den eignen Frühling an,
doch hast die Blüte schon im Keim erstickt.
Dein Geiz verdirbt dein Gut, verhärmter Mann.

Als Trost bleibt Mutter Erde keine Gabe,
trägt man dich unerneuert einst zu Grabe.



.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 10.07.2016 11:41 von ZaunköniG.)
27.01.2007 22:35
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Rohrer Offline
Federgewicht
*****

Beiträge: 52
Registriert seit: Jun 2018
Beitrag #2
RE: William Shakespea001
1

Die Schönheit, die sich, hoffen wir, vermehrt -
den Rosen wünscht wohl niemand Artensterben,
bleibt im Gebrechen dir wie mir verwehrt:
die tragen einst, wenn wir erstarrten, Erben.

Dir, selbstverliebt, fällt die Verwendung schwer,
denn Flamme bist - bei aller Zier - nur du.
Bringst Hungersnot, wo sonst Verschwendung wär,
dein eigner Feind - fügst Unheil dir nur zu.

Mit dir, der frischen Glanz der Welt verheißt,
ist heute noch des Frühlings Reiz zugegen.
Die Blüte, die die Knospe hält, verwaist:
Kein Leben scheint sich je aus Geiz zu regen.

Schwelgst Du im Überfluss, so lerne Geben:
sei Staub im Grabe - oder gerne Leben.
19.06.2018 19:31
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