Antwort schreiben 
 
Themabewertung:
  • 0 Bewertungen - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Robert Browning: Now
Silja Offline
Eleve
****

Beiträge: 464
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #1
GB Robert Browning: Now
Robert Browning (1812-1889)

Now


Out of your whole life give but a moment!
All of your life that has gone before,
All to come after it, - so you ignore,
So you make perfect the present, - condense,

In a rapture of rage, for perfection’s endowment,
Thought and feeling and soul and sense –
Merged in a moment which gives me at last
You around me for once, you beneath me above me –

Me – sure that despite of time future, time past, -
This tick of our life-time’s one moment you love me!
How long such suspension may linger? Ah, sweet –

The moment eternal – just that and no more –
When ecstasy’s utmost we clutch at the core
While cheeks burn, arms open, eyes shut and lips meet.


Jetzt
Ü: Silja

Aus dem ganzen Leben gib einen Augenblick!
Deinem ganzen Leben, das schon ist vergangen,
und allem Künftigen, im Nebel noch verhangen,
so willst du meisterlich das Jetzt dir spinnen,

in Leidenschaft verdichten, ein perfektes Glück,
in dem Gedanken und Gefühle, Seele, Sinne
vereint sind im Moment, der endlich mir geweiht,
wo du einmal um mich bist, darunter, darüber -

Gewiss – trotz aller Zukunft und Vergangenheit –
bei diesem Tick der Lebensuhr schenkst du mir Liebe!
Wie lang das Harren dauern mag? Ach, meine Süße -

Der Augenblick weilt, – nur er und kein andrer –
wenn in höchster Ekstase wir halten einander,
mit Armen breit und Augen zu die Lippen küssen.
28.01.2007 10:09
Alle Beiträge dieses Benutzers finden Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Rohrer Offline
Armer Poet
*

Beiträge: 55
Registriert seit: Jun 2018
Beitrag #2
RE: Robert Browning: Now
JETZT - Robert Browning, 1812-1889

Nimm aus dem Leben den Moment und trag
in ihm dein ganzes Leben, das vergangen,
das künftige, das Geben, das Verlangen,
bis du in ihm vollendet seist: beginnen

soll nun, was Perfektion nie trennt; und mag
sich alles drin auf Seele, Geist besinnen,
den Punkt, an dem man ohne List sich gibt
verschmolzen, bis uns eine Menge eint,

den man im Leben nicht vergisst, sich liebt,
der Punkt, der Nähe ohne Enge meint.
Wie lang soll’n wir noch auf der Stelle harren -
bis wir uns blind an unsren Brüsten kennen?

Und Wangen weil wir uns so küssten, brennen,
geschlossne Augen, die ins Helle starren.
14.06.2018 23:11
Alle Beiträge dieses Benutzers finden Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Antwort schreiben 




Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste