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Joachim du Bellay: France, mère des arts...
peterhauff Offline
Federgewicht
*****

Beiträge: 49
Registriert seit: Mar 2008
Beitrag #1
Frankreich Joachim du Bellay: France, mère des arts...
Frankreich, Mutter der Kunst, der Kriege und Gesetze,
du hast mir lange Zeit gefüllt den leeren Bauch.
Nun, wie ein dummes Lamm, das blökt nach seiner Zitze,
ruf ich einsam nach dir, über Stoppel und Strauch.

Du hast mich als dein Kind bemuttert manche Tage:
Warum antwortest du, Grausame, nimmermehr?
Frankreich, Frankreich hör zu, was ich bitter beklage.
Kein Geschöpf, Echo nur, schenkt meinem Schrei Gehör.

Wilde Wölfe am Hals, die mich in Heide hetzen,
bekomm ich Gänsehaut, ich spüre ein Entsetzen
und fühle im Genick des Winters kalten Hauch.

Ach, den anderen tun weder Wölfe, noch Winde
und keine Kälte weh, sie haben Weidegründe.
Ein schwarzes Schaf bin ich auf Erden aber auch.

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Zitat:France, mère des arts, des armes et des lois,
Tu m'as nourri longtemps du lait de ta mamelle :
Ores, comme un agneau qui sa nourrice appelle,
Je remplis de ton nom les antres et les bois.

Si tu m'as pour enfant avoué quelquefois,
Que ne me réponds-tu maintenant, ô cruelle ?
France, France, réponds à ma triste querelle.
Mais nul, sinon Écho, ne répond à ma voix.

Entre les loups cruels j'erre parmi la plaine,
Je sens venir l'hiver, de qui la froide haleine
D'une tremblante horreur fait hérisser ma peau.

Las, tes autres agneaux n'ont faute de pâture,
Ils ne craignent le loup, le vent ni la froidure :
Si ne suis-je pourtant le pire du troupeau.

.
"Lorsque nous serons mort, on parlera de vie" (Jules Supervielle)
10.02.2011 15:31
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peterhauff Offline
Federgewicht
*****

Beiträge: 49
Registriert seit: Mar 2008
Beitrag #2
RE: Joachim du Bellay: France, mère des arts...
Vorher stand im ersten Terzett:
Zitat:Wilde Wölfe am Hals, die mich in Heide hetzen,
ich habe Gänsehaut, mich fasst schon ein Entsetzen,
die Kälte im Genick, vor Winters Eiseshauch.

...doch da rumpelt's irgendwie immer noch.
Der Satzbau klemmt!

.
"Lorsque nous serons mort, on parlera de vie" (Jules Supervielle)
10.02.2011 16:37
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Silja Offline
Eleve
****

Beiträge: 463
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #3
RE: Joachim du Bellay: France, mère des arts...
Hallo Peter,
wie schön, mal wieder was Französisches zu lesen. Ein interessantes Sonett, und sicher nicht leicht zu übertragen.

Am meisten vermisse ich in deiner Übertragung eigentlich die Parallele von Zeilen 4 und 8. Da füllt er mit seinem Ruf Höhlen und Wälder in Zeile 4 und diese produzieren dann beide ein Echo in Zeile 8. Deine Stoppel und Strauch ergeben aber kein Echo, und in Zeile 8 sollte das Echo ihm ja nicht 'Gehör schenken', sondern antworten.

Und die letzte Zeile verstehe ich eigentlich so, dass er doch nicht das schlechteste (schwarze) Schaf der Herde ist. Darum also die Klage, warum die Mutter Frankreich ihn schlechter behandelt als die anderen Schäfchen. Mit deinem "dummes Lamm" in Zeile 3 setzt er sich übrigens auch ganz unnötig selbst herab, was im Original meines Erachtens nicht enthalten ist.

Diese Stellen möchtest du also vielleicht noch etwas nachpolieren. Ansonsten aber sehr schön.

LG Silja
11.02.2011 11:44
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