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Spielkram: Aufgegebenes Akrostichon (2)
Gast
Unregistered

 
Beitrag #1
Spielkram: Aufgegebenes Akrostichon (2)
hallo
ich habe ne frage kann mir jemand helfen?
ich habe einen problem

kann mir jemans ein Arostichon über Leidenschaft oder Liebe schreiben ich hab schon jeweils eins geschrieben , aber ich weis nicht ob die gut sind. Vielleicht gefalle eure ja mir. Dankeschön!!Smile

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17.06.2009 16:58
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ZaunköniG Offline
Homme de lettres
***

Beiträge: 4.312
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #2
RE: Spielkram: Aufgegebenes Akrostichon
Mit Leidenschaft holt man anscheinend niemand hinterm Ofen vor. Warum eigentlich?
Damit es ein Sonett wird habe ich mir gestattet noch eine Silbe anzuhängen:



Lebendig soll es klingen, lebensnah.
Ein Manifest der heißen Leidenschaft
Im Wort. - Doch mangelts irgendwie an Kraft -
Das ist doch alles ehrlich, rein und wahr!
Es war die Liebe selbst, die mir den Stift
Noch bis zur letzten Silbe schwungvoll führte;
Schade, wenn es niemanden berührte.
Charmant versuche ich was mich betrifft
Hier aufzuzählen: Sehnsucht, Lust und Schmerz!
Auch Zärtlichkeit; - es ist doch alles da
Für ein empfinsames und offnes Herz!
Traut niemand sich drauf einzulassen? Klar:
Es reicht nicht, die Gefühle zu benennen."
Nur: Mein Gedicht gilt Menschen, die sie kennen!



Und da mit meinem Schaumschläger auch niemand etwas anfangen konnte, nun, nach angemessener Frist ein Alternativvorschlag:

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LG ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 12.08.2009 21:05 von ZaunköniG.)
12.08.2009 21:04
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Martin Möllerkies Offline
ABC-Schütze
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Beiträge: 10
Registriert seit: May 2013
Beitrag #3
RE: Spielkram: Aufgegebenes Akrostichon (2)
Hallo ZaunköniG,

nach fast vier Jahren hat das Warten ein Ende - hier ist mein Sonett:


Die Macht der Bilder


Papier bedrucken ist der Job der Presse.
Recherche treiben eifrig Journalisten,
Enthüllen selbst im scheinbar Öden, Tristen
Skandale, Peinlichkeiten und Exzesse.

Sodann wird alles eifrig aufgeschrieben,
Es wird gedruckt, die Zeitungsboten laufen,
Für wenig Geld kann man die Zeitung kaufen -
Oft aber ist die Wirkung ausgeblieben.

Trotz aller Müh', die sich Autoren geben,
Oft fehlt's dem dürren Wort am prallen Leben,
Gelingt es nicht, die Neugier anzufachen.

Reporter informieren uns durchs Schreiben,
Allein ihr Tun wird ohne Wirkung bleiben,
Falls sie dazu nicht auch noch Fotos machen.


Weiter geht's: SCHR EIBH EMM UNG
28.05.2013 00:14
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ZaunköniG Offline
Homme de lettres
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Beiträge: 4.312
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #4
RE: Spielkram: Aufgegebenes Akrostichon (2)
So viele Satzfragmente, Assonanzen,
Changierend zwischen Kunst und prallem Leben, -
Hergott! - Das muß doch einmal was ergeben!
Reihrund so bunt die Reime tanzen:
Es ist doch alles da, was man so braucht.
Im Großen und im Ganzen stand der Text,
Beinahe fertig, aber wie verhext
Hängt's irgendwo, die Schädeldecke raucht ...
Es kommt, wenn man nur noch ans Denken denkt
Meist nur ein unfruchtbaren Kreissen raus.
Mal wieder ist der Faden weg. Geschenkt!
Und doch hält man am Stift fest wie besessen,
Notiert und streicht, verwirft tagein, tagaus...
Genug! Ich hab den Anfang schon vergessen.


Und als neuen Vorschlag

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C
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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
30.05.2013 10:37
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Martin Möllerkies Offline
ABC-Schütze
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Beiträge: 10
Registriert seit: May 2013
Beitrag #5
RE: Spielkram: Aufgegebenes Akrostichon (2)
Großartig! Das beschreibt sehr treffend die Leiden eines Verfassers von Akrostichon-Sonetten. Und es widerlegt – was ich immer wieder witzig finde – seine eigene Aussage, darin Gernhardts "Materialien zu einer Kritik ..." ähnlich.

Meinst du "Kreißen" oder "Kreisen"?

Ich werde über "Terrorverdacht" nachdenken, kann aber, wegen möglicher Schreibhemmung, nichts versprechen ...
30.05.2013 11:33
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Martin Möllerkies Offline
ABC-Schütze
*

Beiträge: 10
Registriert seit: May 2013
Beitrag #6
RE: Spielkram: Aufgegebenes Akrostichon (2)
Ego-Shooter


Terrorisieren lässt sich keiner gerne;
Erbärmlich ist's, den Nächsten zu bedrohen.
Ruin droht, wenn die Sitten jäh verrohen;
Respekt und Freundlichkeit zu üben lerne.

Ob dies Gebot noch gilt in der Moderne?
Ringsum sieht man des Hasses Feuer lohen;
Verrückte johlen, und die Guten flohen.
Es scheint dir, das geschieht in weiter Ferne?

Raketen feuerst du und wirfst Granaten,
Daheim, im virtuellen Reich der Daten,
Auf Menschen schießt du, zögerst kaum beim Zielen.

Computer nutzt du, um Gewalt zu spielen.
Hör auf damit; am Bildschirm blinkt es: Error!
Tabu sei die Gewalt. Mach keinen Terror!


Mein Vorschlag: Katerfrühstück
31.05.2013 02:06
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ZaunköniG Offline
Homme de lettres
***

Beiträge: 4.312
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #7
RE: Spielkram: Aufgegebenes Akrostichon (2)
Du machst es aber auch nicht leicht mit zwei Ü und einem C am Anfang.
Da muß man wahrscheinlich mit betonten Silben beginnen.

So oder so brauche ich noch etwas Zeit, aber ich arbeite dran!

Gruß
ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
31.05.2013 09:47
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Martin Möllerkies Offline
ABC-Schütze
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Beiträge: 10
Registriert seit: May 2013
Beitrag #8
RE: Spielkram: Aufgegebenes Akrostichon (2)
Hallo ZaunköniG,

ich gebe zu, mir hat einfach der Begriff gefallen - darüber, wie eng das Korsett ist, in das sich der Dichter zwängen muss, habe ich mir keine Gedanken gemacht. Ü ist tatsächlich ein schwieriger Fall für unbetonten Versanfang; mir fällt eigentlich nur "üb'" (wie in Höltys "Üb' immer Treu' und Redlichkeit") ein. Es sei denn - hmm, mal sehen ...

Viele Grüße
M.
31.05.2013 15:26
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Martin Möllerkies Offline
ABC-Schütze
*

Beiträge: 10
Registriert seit: May 2013
Beitrag #9
RE: Spielkram: Aufgegebenes Akrostichon (2)
Ich weiß ja nicht, ob's erlaubt ist, auf den eigenen Vorschlag zu antworten, aber hier ist mein Sonett:


Katerfrühstück


Kompressen her! Und leg sie auf die Stirne!
Am Gaumen klebt die Zunge. Ich brauch' Wasser.
Tret' vor den Spiegel: War ich jemals blasser?
Es pocht in meinem Kopf. Mir platzt die Birne.

Reich mir das Aspirin. O diese Schmerzen!
Für mich gibt's heut' nur Hering – meine Güte:
Reanimierung durch Elektrolyte.
Üb Nachsicht bitte, mir ist nicht nach Scherzen.

Hast du mein Handy? Wo sind meine Schlüssel?
Spar deine Witze, das ist gar nicht lustig.
Trägodie ist's und Drama, denn ich muss mich
Ü – übergeben, bin schon an der Schüssel.

Chaotisch geht es zu in meinem Magen.
K. o. bin ich – sonst gibt es nichts zu sagen.


Bin gespannt auf andere Gedichte ...
31.05.2013 18:20
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pumukel Offline
Lyropraktiker
**

Beiträge: 69
Registriert seit: Dec 2009
Beitrag #10
RE: Spielkram: Aufgegebenes Akrostichon (2)
Kacklich gehts nicht, doch ich will
auf jeden Fall mein Innres leeren.
Taktik: bleib doch kurz mal still,
entspann dich, darfst dich nicht mehr wehren.
Raff mich auf, im Ohr wirds schrill.

Fuck, ich hab es doch schon wieder
reichlich übetrieben gestern.
Übrig bleibt mir nun das Lästern:
Hasst mich jedes meiner Glieder?

Stattlich brüllt des Bauchs Rumoren,
tickt im Kopf der dumpfe Hammer.
Üblich spröd und ausgegoren:
Cellulitemund-Gejammer.
Krass, ich habs mir doch geschworen?
01.06.2013 01:07
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ZaunköniG Offline
Homme de lettres
***

Beiträge: 4.312
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #11
RE: Spielkram: Aufgegebenes Akrostichon (2)
Ich denke, dass ich morgen auch soweit bin, aber Pumukel gebührt die Ehre eine neue Aufgabe zu stellen.
Martins Text läuft ja außer konkurenz, weil er Aufgabensteller war.

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
01.06.2013 15:19
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