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Andrew MacPhail: The Marriage Feast
ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
****

Beiträge: 4.996
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #1
Canada Andrew MacPhail: The Marriage Feast
Andrew MacPhail
1864 - 1938 Canada

The Marriage Feast

I, from whose heart young Love is long time gone
Beyond recall,--and in his secret place
Dull Sorrow soothes with sad, averted face
Her restless sister Pain with visage wan,
Handmaidens of the shadow-footed One
Who comes more slowly than the season's pace
Creeping around the year,--I wish you grace,
As you stand glorious in life's morning sun.

Your blood-red lips are eager at the brim
Of that deep cup, now amply poured for you.
Drink with closed eyes, nor look upon the lees
They only quaff whose joys are memories.
Drink of the bubbles sparkling at the rim,
The dregs are bitter, and your hours are few.



Das Hochzeitsfest

Von junger Liebe blieb in meinem Herz
nur die Erinnerung. In ihrem Versteck
die Trauer einsam brütet, und bleibt weg
vom bleichen Antlitz ihrer Schwester Schmerz,
der Magd des Einen, der als Schatten geht,
gemächlicher als Monde übers Jahr.
Dir wünsche ich die Anmut, mild und klar,
so wie du in des Lebens Morgen stehst.

So eifrig sind nun deine roten Lippen
am Kelch, so reich gefüllt mag er sich zeigen.
Nun trink, und achte nicht den Bodensatz,
den nur schlürft, dem Erinnerung sein Schatz.
Vom Schaum am Rand sollst du die Blasen nippen,
doch viel zu früh kommt seine bittre Neige.

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
17.11.2011 18:20
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Sneaky Offline
Metrik-Matador
*

Beiträge: 1.615
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #2
RE: Andrew MacPhail: The Marriage Feast
Hallo Zaunkönig,

hier bist du im ersten Quartett etwas von meiner Lesart weg.
Z3 und die stumpfe Sorge trösted mit abgewandtem traurigen Gesicht ihre ruhelose Schwester Schmerz mit dem verhärmten Gesicht, Dienerinnen des einen.. danach sind wir uns wieder einig in der Lesart.

Das "lees" als Bodensatz zu übertragen ist eigenartig. Ich dachte eher mit den Lees, seien die gemeint, die abseits stehen. Nur die trinken tief, die (nur) Erinnerungen haben. Ich habe jetzt nichts zum Nachschlagen parat, ist also nur eine Idee von mir, dass da mit dem nautischen Begriff "lee" gespielt wurde.

I wish you grace würde ich nicht mit Anmut übertragen. Anmut kann man doch nicht wünschen? Ich denke da ist Glück,alles Gute etc gemeint.

Gruß

Sneaky

Never sigh for a better world it`s already composed, played and told
23.11.2011 14:00
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
****

Beiträge: 4.996
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #3
RE: Andrew MacPhail: The Marriage Feast
Hallo Sneaky,

Wer tröstet, wendet sich dem zu tröstenden doch zu!? Der Grammatik nach, mag man das auch herauslesen können, aber das scheint mir nicht gemeint zu sein. Allerdings hatte ich die "Sorrow" aus Platzgründen zunächst ganz unterschlagen bzw. mit "sad" synonym behandelt. Da habe ich nun eine andere Lösung gefunden.

"Lees" heißt tatsächlich "Bodensatz", "Hefe" insbesondere die Rückstände beim Wein.

Die Situation stelle ich mir so vor, dass sich ein älterer Verwandter bei der Braut entschuldigt, dass er nicht zur Hochzeit kommt, weil es zu sehr an eigenen (bitteren) Erinnerungen rührt. Was die "grace" betrifft glaube ich, sie solle eine "schöne Braut" sein, so anmutig, wie sie nur in ihrer Lebens-Morgensonne sein kann.

Gruß
ZaunköniG


Das Hochzeitsfest

Ich, den von junger Liebe nur erreicht
Erinnerung - Der Kummer tröstet sich durch Trauer
im stillen Winkel und mag nicht mehr schauen,
wie seiner Schwester Schmerz das Antlitz bleicht,

der Magd des Einen, der als Schatten geht,
gemächlicher als Monde übers Jahr. -
Ich wünsche dir die Anmut, mild und klar,
wenn du in deines Lebens Morgen stehst.

So eifrig sind nun deine roten Lippen
am Kelch, so reich gefüllt mag er sich zeigen.
Nun trink, und achte nicht den Bodensatz,
den nur schlürft, dem Erinnerung sein Schatz.
Vom Schaum am Rand sollst du die Blasen nippen,
doch viel zu früh kommt seine bittre Neige.

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
28.11.2011 15:29
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