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H. Coleridge: The vale of Tempe had in vain been fair
ZaunköniG Offline
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Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #1
GB H. Coleridge: The vale of Tempe had in vain been fair
Hartley Coleridge


The vale of Tempe had in vain been fair,
Green Ida never deem'd the nurse of Jove;
Each fabled stream, beneath its covert grove,
Had idly murmure'd to the idle air;

The shaggy wolf had kept his horrid lair
In Delphi's cell, and old Trophonius' cave,
And the wild wailing of the Ionian wave
Had never blended with the sweet despair

Of Sappho's death-song, if the sight inspired
Saw only what the visual organs shew,
If heaven-born phantasy no more required,
Than what within the sphere of sense may grow:

The beauty to perceive of earthly things,
The mounting soul must heavenward prune her wings.




Das Tal von Tempe war ein liebliches Gefilde;
Idäi will nicht Richter Juve's Amme sein. -
und jeder Märchenbach in dem verwunschnen Hain
hat müßig nur geflüstert und die Luft war milde.

Der zottig-wilde Wolf nahm gräßlich hier sein Lager
in Delphis Kammer, in Trophonius' Kaverne.
Die Schreie der Ionier hallen aus der Ferne
und mischen sich in jene süße Totenklage

einer verzagten Sappho. Wenn die Blicke nie
mehr sehen als was ihnen just die Augen zeigen,
wenn nichts verlangt die hochgebor'ne Phantasie
als was im Kreis der Sinne wachsen kann und steigen
um Schönheit zu empfinden in den Erdendingen,
beschneidet eine Seele ihre Himmels-Schwingen.

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
18.11.2012 15:55
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Sneaky Offline
Metrik-Matador
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Beitrag #2
RE: H. Coleridge: The vale of Tempe had in vain been fair
Hallo zaunkönig,

das ist ein schwieriges Stück und teilweise recht verklauselt. Mit deiner Conclusio geh ich einig, auch wenn das im Englischen mit dem Doppelpunkt etwas dramatischer hervorkommt. Aber am Anfang bist du aus der Spur.

Das Tal von Tempe war umsonst so schön
der grüne Ida war nicht würdig Zeus Amme zu sein
jeder Märchenbach unter seinem verborgenen Blätterdach
murmelte müßig in die müßige Luft

wäre meine Übertragung von S 1

in S 2 Z 7 und 8
das wilde Toben der ionischen See
hat sich nie vermischt mit der süßen...

Danach passt es für mich, aber im oberen Teil seh ich NAchholbedarf.

Gruß

Sneaky

Never sigh for a better world it`s already composed, played and told
19.11.2012 20:18
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beiträge: 4.915
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #3
RE: H. Coleridge: The vale of Tempe had in vain been fair
Hallo Sneaky

Danke für deinen Kommentar.
Deine Version klingt erstmal schlüssig. Ich bin allerdings im Moment ausser Gefecht gesetzt. Mit einer genaueren Stellungnahme oder Bearbeitung muß ich dich also noch etwas vertrösten.

LG ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25.11.2012 22:21 von ZaunköniG.)
22.11.2012 12:14
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beiträge: 4.915
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #4
RE: H. Coleridge: The vale of Tempe had in vain been fair
So, nun bin ich wieder auf dem Damm und wieder vernetzt.

Mit dem Text habe ich nach wie vor meine Probleme.

Es beginnt schon damit, dass die Idäische Grotte nicht im Tal von Tempe liegt. Und beide nicht am Ionischen Meer.
Letzteres habe ich mir damit zu erklären versucht, dass evtl. die Ionier als Volk gemeint sein könnten, also die Ur-Griechen.

Kann es sein das "vain" einen Bedeutungswandel erfahren hat, wie das deutsche "eitel" nur umgekehrt und H.C. angesichts des klassischen Themas einen schon damals antiquierten Terminus verwendet hat?

Gruß ZaunköniG

----------------------

Oder geht es gar nicht um einen konkreten Mythos und er reiht nur verschiedene Bilder aneinander weil sein eigentliches Motiv die Antiken-Sehnsucht seiner Zeitgenossen ist?

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 26.11.2012 14:31 von ZaunköniG.)
25.11.2012 22:33
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Sneaky Offline
Metrik-Matador
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Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #5
RE: H. Coleridge: The vale of Tempe had in vain been fair
Hallo Zaunkönig,

ich hänge mehr deiner zweiten Variante an, es geht um keinen konkreten Mythos sondern um alle Mythen, die in der Conclusio enden: Je mehr man die irdischen Dinge per se genießt, umso weniger kommt man himmelwärts.

Gruß

Sneaky

P.S.
Ich habe mir MAZ "Grasshopper-Texte" gekauft, außer Sonetten ist da noch eine Menge mehr drin. Ich muss allerdings zugeben, dass ich freie Verse nicht so sehr mag, wenns keine Reime gibt, will ich wenigstens Hexameter oder Distichen Smile. Das heißt nicht, dass die Sachen nicht lesenswert wären, ich bin halt nicht so der Rezipient dafür. Aber ich denke, der eine oder andere von uns, der mit Englisch keine Mühe hat, sollte sich das Buch zulegen. Ist wirklich was besonderes.

Never sigh for a better world it`s already composed, played and told
29.11.2012 08:34
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ZaunköniG Offline
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Beiträge: 4.915
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #6
RE: H. Coleridge: The vale of Tempe had in vain been fair
Hallo Sneaky,

Die ersten Zeilen habe ich dann mal in deinem Sinne umgestellt.
In Zeile 8 hatte ich die Verneinung (never) unterschlagen; das geht natürlich nicht, aber ansonsten würde ich bei meiner interpretation der Ionier als Urgriechen bleiben. Wenn er ohnehin nur mehr oder weniger beliebige Bilder aneinandergereiht hat, ist es wohl auch nicht so dramatisch wenn wir sie verschieden lesen.



Umsonst war Tempe so ein liebliches Gefilde;
Grün Ida war's nicht wert, die Amme Zeus' zu sein. -
und jeder Märchenbach in dem verwunschnen Hain
hat müßig nur geflüstert und die Luft war milde.

Der zottig-wilde Wolf nahm gräßlich hier sein Lager
in Delphis Kammer, in Trophonius' Kaverne.
Die Schreie der Ionier hallten aus der Ferne
doch mischen nie sich in die süße Totenklage

einer verzagten Sappho. Wenn die Blicke nie
mehr sehen als was ihnen just die Augen zeigen,
wenn nichts verlangt die hochgebor'ne Phantasie
als was im Kreis der Sinne wachsen kann und steigen
um Schönheit zu empfinden in den Erdendingen,
beschneidet eine Seele ihre Himmels-Schwingen.

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
29.11.2012 10:55
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