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Jan van der Noot: Een Nimphe seer beschreyt sach ick op een riviere
ZaunköniG Offline
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Beitrag #1
Belgien Jan van der Noot: Een Nimphe seer beschreyt sach ick op een riviere
Jan van der Noot
ca. 1539 - ca. 1595 Belgien


Een Nimphe seer beschreyt sach ick op een riviere,
Dewelcké heur handen wronck met deerlyken misbare,
En cretsté heur selven, en trock heur seer met den hare
Mengdé haer clachte oock met des waters getiere.

Laes! waer is d’ aensicht nu van soo goede maniere,
Waer is dees hoocheit nu en lof (sprack sy int clare),
Daer in besloten was eeré en gheluck eenpare,
Als alle menschen my en God aenbaden schiere?

Wast niet genoch dat my tweedracht en muyterye,
Voer de werelt ghemeyn gaven tot roeverye?
Sonder dat dees’ hydre wel weerdich hondert straven,

Sevenhoofdich en wreet, fier en niet om verstrenghen,
My hier op desen vloet noch voorts heeft moeten brengen
Soo veel Caligulen, Nerons, en duvels slaven?



An einem Fluß sah ich die Nymphe voller Zähren:
Sie rang mit ihren Händen. Wirklich sonderbar:
Sie geißelte sich selbst, sie riß an ihrem Haar
und klagte all ihr Leid dem Fluß in solch Gebären:

"Herje! Wo sieht man noch die gute Lebensart?
Wo ist die Hohe Zeit, das Lob," sprach sie so klar,
"Darinnen Ehr und Glück mit Freud verbunden war,
wo mir gleich Göttern das Gebet der Menschen ward?

War's nicht genug, das Zwietracht mich und Meuterei
der ganzen Erde gaben preis zur Räuberei?
Muß mich die Hydra auch noch hundertfältig strafen

mit ihren sieben Häuptern, die nicht abzuschlagen,
und mich auf diesen Fluß noch mußten abwärts tragen
mit Neros und Caligulas und Höllensklaven?

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
18.03.2019 06:45
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