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Oscar Wilde: The Grave of Shelley
Sneaky Offline
Metrik-Matador
*

Beiträge: 1.617
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #1
Irland Oscar Wilde: The Grave of Shelley
THE GRAVE OF SHELLEY

LIKE burnt-out torches by a sick man's bed
Gaunt cypress-trees stand round the sun-bleached stone;
Here doth the little night-owl make her throne,
And the slight lizard show his jewelled head.
And, where the chaliced poppies flame to red,
In the still chamber of yon pyramid
Surely some Old-World Sphinx lurks darkly hid,
Grim warder of this pleasaunce of the dead.

Ah! sweet indeed to rest within the womb
Of Earth, great mother of eternal sleep,
But sweeter far for thee a restless tomb
In the blue cavern of an echoing deep,
Or where the tall ships founder in the gloom
Against the rocks of some wave-shattered steep.




Wie fahle Fackeln um das Bett des Kranken
ragen Zypressen über bleichem Stein,
hier thront das Käuzchen in der Nacht allein,
huschen Smaragdeidechsen wie Gedanken.
Und, wo der Mohn sich wiegt in rotem Schwanken,
lässt sicher eine Sphinx nichts in den Schrein,
das dunkle Herz der Pyramide ein,
wacht ewig vor des Totenreiches Schranken.

Wie schön es sei im Schoß der Welt zu liegen,
der Mutter eines Schlafs voll Ewigkeit,
ists größer doch, der Unrast Grab zu erben,
in blauen Grotten, wo sich Wellen wiegen,
an Zacken eines Riffs aus alter Zeit
wo in der Nacht die weßen Schoner sterben.

Never sigh for a better world it`s already composed, played and told
28.04.2014 09:19
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
****

Beiträge: 4.931
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #2
RE: Oscar Wilde: The Grave of Shelley
Hallo Sneaky,

"fahle Fackeln" geben der Szene etwas gespenstisches.
Ich weiß, "ausgebrannte Fackeln" sind zu lang, aber hier verfälscht du m. E. die Stimmung.
"huschen Smaragdeidechsen" ist en schönes Bild. Die Zeile fällt aus dem sonst regelmäßigen Jambus, aber da passt gut zur Bewegung der Echse.

In den Zeilen 5 bis 7 verwendest du 3 mal "in". Für mein Gefühl einmal zu oft.
Wie wäre
7: des dunklen Herz...

Das Sextett finde ich sehr gelungen! Naja, würd'ger hätte ich lieber ausgeschrieben gesehen, aber wo nimmt man die Silbe her?


Schön, daß du dich dem Oscar nochmal zugewand hat. Er gehört hier sicher zu den vernachlässigten Klassikern.

Liebe Grüße
ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
28.04.2014 17:31
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Sneaky Offline
Metrik-Matador
*

Beiträge: 1.617
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #3
RE: Oscar Wilde: The Grave of Shelley
Halo Zaunkönig,

für die fahlen Fackeln gäbs Möglichkeiten in Richtung "kalte/schwarze/tote". DAs fahl hab ich wegen der Lautmalerei gewählt.

Das "jeweleld" bei den Eidechsen wollte ich nicht unterschlagen, so wurden sie Smaragd.

Zeile 7 ändere ich gleich.

DAs Würd'ger wäre schnell ersetzt, durch edler/besser/schöner.

Als E-Book-Besitzer ist es einfach, sich Komplettausgaben zu besorgen. Sie sind billig - Wildes Gesamtwerk hat grad mal ebbes über 2 € gekostet - und schnell ins Regal geräumt. Ich werde da in nächster Zeit quer lesen und schauen, was mir ins Auge hupst.

In der Übertragung habe ich im Sextett mal die Reihenfolge von Z 13 und Z. 14 getauscht. Was gefällt dir besser?

Danke und Gruß

Sneaky

Never sigh for a better world it`s already composed, played and told
29.04.2014 06:27
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
****

Beiträge: 4.931
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #4
RE: Oscar Wilde: The Grave of Shelley
Hallo Sneaky,

Bei den Fackeln würde ich die kalten präferieren.
Die Smaragdeidechse solltest du so lassen, die ist trotz der metrischen Unsauberkeiten dort gut platziert.

Ich sehe, das "würd'ger" hast du bereits durch "größer" ersetzt.
"würdiger" ist schon das Attribut der Wahl, nur sollte es ausgeschrieben werden, - wenn man die Silbe irgendwo anders einsparen könnnte...
"größer" ist ein brauchbarer Kompromis. Besser jedenfalls als deine spontanen Vorschläge "edler / besser / schöner"


Zu den Schlußzeilen habe ich noch keine abschließende Meinung.
Dramaturgisch fände ich das Riff am Ende besser, aber deine neue Fassung läuft melodisch runder. Hat beides was.


Gruß
ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
29.04.2014 18:40
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