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William Wordsworth: I travelled among unknown men
Josef Riga Offline
Jambini
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Beiträge: 343
Registriert seit: Aug 2014
Beitrag #1
GB William Wordsworth: I travelled among unknown men
William Wordsworth

'I travelled among unknown men'

I travelled among unknown men,
In lands beyond the sea;
Nor, England! did I know till then
What love I bore to thee.

'Tis past, that melancholy dream!
Nor will I quit thy shore
A second time; for still I seem
To love thee more and more.

Among thy mountains did I feel
The joy of my desire;
And she I cherished turned her wheel
Beside an English fire.

Thy mornings showed, thy nights concealed,
The bowers where Lucy played;
And thine too is the last green field
That Lucy’s eyes surveyed.


William Wordsworth

Ich sah manch fremdes Volk und Land

Ich sah manch fremdes Volk und Land,
Und querte oft das Meer,
Ach, England! erst dadurch entstand
Mir meine Sehnsucht schwer.

Vorbei - Spuk der Melancholie,
Ich bleib’ in diesem Land,
Und lieb’ es heute so, wie nie
Zuvor ich Lieb’ empfand.

Zwischen den Hügeln fühlte ich
Die Freude doch so teuer.
Sie saß, das Spinnrad drehte sich,
Nah dem Englischen Feuer.

Dein Morgen zeigt’, es barg die Nacht
Die Welt, wo Lucy spielte;
Und du hast auch das Feld gemacht,
Das Lucy zuletzt fühlte.
31.07.2015 09:42
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beiträge: 5.026
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Beitrag #2
RE: William Wordsworth: I travelled among unknown men
Hallo Josef,

Wordsworths Heimweh hat anscheinend weniger mit der Landschaft als mit der mysteriösen Lucy zu tun. Daher finde ich ein bischen schade, dass du aus den unknown men unbekanntes Land gemacht hast. Nun sind Menschen im allgemeinen nicht sehr reimfreudig, und auch mit Umstellungen ist mir nichts eingefallen, wie man sie unterbringen könnte.
"Unbekanntes Land" klingt allerdings auch etwas zu sehr nach Abenteuer.
Ich plädiere daher für "Ich reiste durch ein fremdes Land"

Ist das "English fire" eine besondere Art der Feuerstätte oder nur als heimatlicher Herd gemeint? Im Deutschen klingt das irgendwie seltsam für mich.

Gruß
ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
02.08.2015 12:46
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Sneaky Offline
Metrik-Matador
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Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #3
RE: William Wordsworth: I travelled among unknown men
Hallo ihrs,

es wäre doch möglich etwas wie

ICh habe fremdes Volk bereist
in Landen überm Meer
was mir mein England nur beweist,
ich liebe dich noch mehr

mal so ins unreine gedacht.

Das mit dem englischen Feuer ist mir auch aufgefallen.

das Spinnrad drehte sich
in Albion ... am Feuer

Gruß

Sneaky

Never sigh for a better world it`s already composed, played and told
02.08.2015 19:32
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #4
RE: William Wordsworth: I travelled among unknown men
Nee Sneaky,

Ein Volk wird nicht bereist, wenn überhaupt besucht, aber das wäre dann auch schon wieder zu vertraulich.


Etwas freier, aber ich denke, die Stimmung ist getroffen:

Ich sah manch fremdes Volk und Land
jenseitig dem Kanal.
Ach England, inniger empfand
ich Heimweh jedes Mal.

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
03.08.2015 09:34
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Sneaky Offline
Metrik-Matador
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Beitrag #5
RE: William Wordsworth: I travelled among unknown men
OK, dann ich bin zu fremdem Volk gereist

Never sigh for a better world it`s already composed, played and told
03.08.2015 12:40
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Josef Riga Offline
Jambini
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Beiträge: 343
Registriert seit: Aug 2014
Beitrag #6
RE: William Wordsworth: I travelled among unknown men
Ich greife gerne den Vorschlag auf, die erste Zeile abzuändern in: Ich sah manch fremdes Volk und Land. Ob damit der Abenteuer-Gesichtspunkt gemildert wurde, weiß ich nicht; die Engländer reisten ja im 19, Jahrhundert wie die Weltmeister, aber jetzt sind auch die Menschen genannt auf die es ankommt. Da die Überschrift aus dem Gedicht genommen wurde, muss diese dann entsprechend ebenso heißen.
Was das Englische Feuer betrifft, glaube ich nicht, dass es eine besondere Art von Feuerstelle ist; ich verstehe es eher als einen steigernden Ausdruck der Heimatverbundenheit, so wie wenn jemand von "deutschen" Eichen (die es botanisch natürlich nicht gibt) spricht, wenn er Deutschland und seine ihm besonders am Herzen liegenden Wälder meint. Es ist eine patriotische Angewohnheit, die einem bei übermäßigem Gebrauch schwer auf die Nerven fallen kann. Etwa bei Fallersleben "deutsche Frauen, deutsche Treue, deutscher Wein und deutscher Sang"! (Das das keiner mehr singen will, ist klar.) Das Englische Feuer ist m. E. einfach ein Bestandteil vom guten Merry Old England, an das der Dichter, sentimental geworden, denken muss.

Gruß
Josef
05.08.2015 11:21
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beiträge: 5.026
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #7
RE: William Wordsworth: I travelled among unknown men
Hallo Josef,

Bei "deutschen Frauen" kann man durchaus von einer Volkstypischen Mentalität oder Physiononie ausgehen, so wie sich Weine auch nach Anbaugebiet unterscheiden lassen, selbst wo es die gleiche Rebe ist. Natürlich gibt es bei Mentalität oder Physionomie eher Tendenzen als scharfe Abgrenzungen, aber das Vertraute Gefühl, sich unter Seinesgleichen zu bewegen ist nicht einfach seltimental, . Man kann es an Äußerlichkeiten festmachen. Und mit der "Deutschen Eiche" ist Quercus robur gemeint. Deutsche Eiche ist ein Synonym für die Stieleiche, eine von rund 450 Arten in der Gattung Quercus. Und "deutscher Sang" - Ich weiß nicht, welche Melodien Fallersleben im Ohr hatte, aber "Schlager" ist auch eine sehr deutsche Ausprägung. Ob das dann wirklich jedesmal in der speziell deutschen Ausprägung gemeint ist, darf getrost angezweifelt werden, aber so abwegig finde ich den Gedanken nicht. Selbst die "Deutsche Treue" kann als Nibelungentreue volkstypisch gemeint sein, so wie Engländer auch von der "German Angst" reden und sogar den deutschen Ausdruck verwenden. Dass in Deutschland inzwischen alles "völkische" verpönt ist, hat eher mit einer anderen Form der Übertreibung zu tun, die Fallersleben noch nicht kannte.

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
05.08.2015 16:32
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beitrag #8
RE: William Wordsworth: I travelled among unknown men
Ich sah manch fremdes Volk und Land
jenseitig dem Kanal.
Ach England, inniger empfand
ich Heimweh jedes Mal.

Ach, melancholische Vision!
Ich leg von deiner Küste
nie wieder ab, Ich weiß ja schon,
wie ich dich missen müsste.

In deinen Bergen, fühl ich Wonnen
die ich so sehr begehrt.
Dort hat die Liebste wohl gesponnen
am heimatlichen Herd.

Der Morgen zeigt, die Nacht hüllt ein,
den Ort wo Lucy spielte.
Und auch das Rasenstück ist dein,
das Lucy zuletzt fühlte.

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
13.08.2015 08:17
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