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W. B. Yeats: The Wild Swans At Coole
ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beiträge: 5.147
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #1
Irland W. B. Yeats: The Wild Swans At Coole
William Butler Yeats
1865 – 1939 Irland

The Wild Swans At Coole


THE trees are in their autumn beauty,
The woodland paths are dry,
Under the October twilight the water
Mirrors a still sky;
Upon the brimming water among the stones
Are nine-and-fifty Swans.

The nineteenth autumn has come upon me
Since I first made my count;
I saw, before I had well finished,
All suddenly mount
And scatter wheeling in great broken rings
Upon their clamorous wings.

I have looked upon those brilliant creatures,
And now my heart is sore.
All's changed since I, hearing at twilight,
The first time on this shore,
The bell-beat of their wings above my head,
Trod with a lighter tread.

Unwearied still, lover by lover,
They paddle in the cold
Companionable streams or climb the air;
Their hearts have not grown old;
Passion or conquest, wander where they will,
Attend upon them still.

But now they drift on the still water,
Mysterious, beautiful;
Among what rushes will they build,
By what lake's edge or pool
Delight men's eyes when I awake some day
To find they have flown away?



Die wilden Schwäne von Coole


Die Bäume tragen ihre Prachtgewänder,
Die Waldwege sind trocken.
Der See in der Oktoberdämmerung
spiegelt Wolkenflocken;
Neben Steinen in der Wellenszene
sind neunundfünfzig Schwäne.

Der Herbst kam neunzehnmal so über mich
seit ich zu zähl'n begann.
Sie flogen eh ich wirklich fertig war
urplötzlich himmelan;
und sie zerstreuten sich in halben Ringen
auf laut rauschenden Schwingen.

Ich schaute nach den strahlenden Geschöpfen,
nun ist mein Herz gebrannt.
Mein Leben ist ein anderes seitdem
ich kam an diesen Strand.
Wie Glocken mir ihr Flügelheben klang;
Ich ging mit leichtem Gang.

Sie paddeln immernoch, die Liebenden,
in Flüssen klar und kalt
und steigen noch gemeinsam in die Luft
und werden niemals alt
in ihrer Leidenschaft. Rastlose Liebe
ist ihnen stets geblieben.

Doch heute gleiten sie auf stiller Flut
so schön, so engelgleich;
In welchen Binsen bauen sie ihr Nest?
Und welcher seichte Teich
wird einst zum neuen Freudenhort,
wenn ich seh, sie sind fort?

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
09.05.2016 00:04
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Sneaky Offline
Metrik-Matador
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Beiträge: 1.623
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #2
RE: W. B. Yeats: The Wild Swans At Coole
Die Bäume schmückt ein herbstliches Gold,
man geht auf trocknen Ballen,
Oktoberdämmern lässt Himmelblau
spiegelnd in Fluten fallen,
in Wassern über Geröll und Stein
sind Schwäne, fünfzig und neun.

Neunzehn Mal fiel der Herbst schon ein,
seit ich sie zählte und da
stiegen sie auf, eh ich fertig war,
lösten dem Himmel nah
auf sich aus weitenden Kreisen,
donnernden Flugs zu reisen.

Ich sah sie, die strahlenden Wesen
jetzt ist mein Herz mir wund
nichts blieb wie es war vom ersten Mal,
am Strand jener Dämmerstund,
als Flügel wie Glocken schlugen,
Füße leicht mich trugen.

Frisch verliebt sind die Paare noch
paddeln in kalter Flut,
steigen gemeinsam auf in die Luft,
im Herzen junge Glut,
Leidenschaft, Balzen, Wanderlust,
ungestillt in der Brust.

Nun treiben sie in dem stillen Nass,
geheimnisvoll, schön zugleich,
an welchem Ufer in welchem Ried
von Seen oder Teich,
werden sie nistend Blicke erfreun,
und mich sieht der Tag allein?

Never sigh for a better world it`s already composed, played and told
10.05.2016 09:29
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beiträge: 5.147
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #3
RE: W. B. Yeats: The Wild Swans At Coole
Hallo Sneaky,

Mit etwas Herbstschmuck hatte ich auch geliebäugelt, habe dann aber doch Abstand genommen wegen der Konsonantenhäufung.
Ein schönes Bild, aber es klingt nicht.
Bleibt die Frage ob bei den Prachtgewändern der Bäume automatisch Herbstlaub assoziiert wird; aber es wird ja dann bald der Oktober erwähnt.

Gegen Ender der Strophe bin ich nicht überzeugt, dass "brimming" hier mit "sprudelnd" korrekt übersetzt ist. "Vielleicht bin ich zu sehr vorgeprägt von Schwänen auf stillen Stadt- und Kurparkteichen, aber sprudelnd klingt mir mehr nach Wildbach, nach Stromschellen und Wasserfällen als dass ich es mit Schwänen in Verbindung brächte. Auch "fünfzig und neun" statt "neununfünfzig" ist mir etwas gekünstelt, bzw, klingt so als würden sich zwei Gruppen dort gegegenüber stehen. Das "nine-and-fifty" des Originals, denke ich, ist eher dem Metrum geschuldet, dass ich bis auf ein paar Zweifelsfälle als jambisch lese.

Deine Verse sind eher daktylisch angelegt, laufen allerdings weitgehend rund.


Gruß
ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
10.05.2016 16:58
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Sneaky Offline
Metrik-Matador
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Beiträge: 1.623
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #4
RE: W. B. Yeats: The Wild Swans At Coole
Ach Mist, jetzt hat das Forum meinen Re-Komm gefressen, grmbl. Die sprudelnde Flut hab ich mal abgeändert, da hast du recht, dass das nicht dem "brimming" entspricht. Auch den Herbstschmuck hab ich mal variiert.

Danke und Gruß

Sneaky

Never sigh for a better world it`s already composed, played and told
10.05.2016 19:26
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