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William Shakespeare: 023
Sneaky Offline
Metrik-Matador
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Beiträge: 1.615
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #1
Gb-England William Shakespeare: 023
XXIII

As an unperfect actor on the stage,
Who with his fear is put besides his part,
Or some fierce thing replete with too much rage,
Whose strength's abundance weakens his own heart;
So I, for fear of trust, forget to say
The perfect ceremony of love's rite,
And in mine own love's strength seem to decay,
O'ercharg'd with burden of mine own love's might.
O let my books be then the eloquence
And dumb presagers of my speaking breast,
Who plead for love and look for recompense
More than that tongue that more hath more express'd.
O, learn to read what silent love hath writ:
To hear with eyes belongs to love's fine wit.

Als Schauspieler, der seinen Part nicht kennt,
allein im Licht, gleich einem wilden Tier,
dem seine Kraft das eigne Herz verbrennt,
geht’s mir in deiner Gegenwart - vor Dir,
so dass ich nicht vertrauen kann und still
mich zeige, statt ein Liebender zu sein,
im Liebesdrang vergehen muss und will,
da Liebe Last mir ist- und ich allein.

So nimm Geschriebenes für Redekunst.
Auch wenn es stumpfer als mein Fühlen fragt,
so liebt es doch, wirbt mehr um deine Gunst,
als ich, der mehr schon besser hat gesagt.
Was stumme Liebe schrieb, hör es dir an:
Mit Augen hören ist was Liebe kann.



.

Never sigh for a better world it`s already composed, played and told
20.03.2016 15:09
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
****

Beiträge: 4.915
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #2
RE: William Shakespeare: 023
Hallo Sneaky,

Den Anfang hast du recht frei übersetzt. Vor allem am Tier, das im Original so nicht vorkommt, reibe ich mich etwas. Allerdings ist dieses "fierce thing" ganz schön tricky. Eine feurige Sache klingt im Deutschen sehr konstruiert.
Nun ist meine Version auch nicht treuer geworden, aber mit Akzenten an anderer Stelle.
Nun, da ist wohl noch Luft....



23

Wie ganz von Lampenfieber übermannt,
ein schlechter Mime seinen Part vergisst;
wie sich die Kraft durch Eifer selbst oft bannt,
und stärker sich so selbst im Wege ist,

so wächst aus meinem größten Wunsch die Scheu,
als Liebender mich liebend dir zu zeigen,
und sie vermag mich immer wieder neu
als Last aus eigner Liebeskraft zu beugen.

So sei der künder meiner Ambition
dies stumme Buch. was meine Brust bewegt
ist nur die Werbung um den Liebeslohn,
den ich im Wort schon besser dargelegt.

Lern' lesen, was dir stumme Liebe schriebe
und hör' mir Augen, wie's geziemt der Liebe.

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
04.04.2016 00:36
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Sneaky Offline
Metrik-Matador
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Beiträge: 1.615
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #3
RE: William Shakespeare: 023
Hallo Zaunkönig,

deine Version gefällt mir sehr, klingt rundum gut bis auf den Konjunktiv im Schlusscouplet. Der gehört da mE nicht hin. Ist dir da unabsichtlich ein e zuviel rein?

Lern' lesen, was dir stumme Liebe schrieb,
hör mit den Augen, wie's geziemt der Lieb' ?

Gruß

Sneaky

Never sigh for a better world it`s already composed, played and told
04.04.2016 19:08
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
****

Beiträge: 4.915
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #4
RE: William Shakespeare: 023
Hallo Sneaky,


"Liebe" wollte ich eigentlich nicht abkürzen, und des Reimes wegen dann der Konjunktiv,
aber mit etwas Abstand bin ich auch nicht mehr so überzeugt von der Lösung.

Da nehme ich also bis auf weiteres deinen Vorschlag.


Gruß
ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
05.04.2016 09:17
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Sneaky Offline
Metrik-Matador
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Beiträge: 1.615
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #5
RE: William Shakespeare: 023
Hallo Zaunkönig,

vielleicht kannst du ja versuchen den Satz zu drehen so a la
Was stumme Liebe schreibt, lern`es zu lesen
mit Augen hören, ist der Liebe wahres Wesen
das soll jetzt kein Vorschlag sein, sondern nur eine Anregung. Wie auch imemr, du wirst schon hinkommen.

Sneaky

Never sigh for a better world it`s already composed, played and told
05.04.2016 10:50
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Alcedo Offline
Verse-Schmied
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Beiträge: 158
Registriert seit: Apr 2016
Beitrag #6
RE: William Shakespea023
(20.03.2016 15:09)sneaky schrieb:  XXIII

Als Schauspieler, der seinen Part nicht kennt,
allein im Licht, gleich einem wilden Tier,
dem seine Kraft das eigne Herz verbrennt,
geht’s mir in deiner Gegenwart - vor Dir,
so dass ich nicht vertrauen kann und still
mich zeige, statt ein Liebender zu sein,
im Liebesdrang vergehen muss und will,
da Liebe Last mir ist- und ich allein.

So nimm Geschriebenes für Redekunst.
Auch wenn es stumpfer als mein Fühlen fragt,
so liebt es doch, wirbt mehr um deine Gunst,
als ich, der mehr schon besser hat gesagt.
Was stumme Liebe schrieb, hör es dir an:
Mit Augen hören ist was Liebe kann.
hallo Sneaky

schöne Übersetzungen sind das hier bei Nr.23.
am besten gefällt mir dein erstes Quartett.

bei „Geschriebenes für Redekunst.“ würde ich lieber „statt“ lesen statt „für“.

angefangen hatte ich mal so:
Wie ein schlechter Mime auf der Bühne
der seine Rolle kennt doch nicht beherrscht

und dann abgebrochen.

eine vollständige Translation habe ich also nicht zu bieten, aber das Couplet würde ich so paaren:

O, lerne lesen was die stumme Liebe schrie,
mit Augen hören was der Liebe schön Esprit.

Gruß
Alcedo
16.04.2016 18:00
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beiträge: 4.915
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #7
RE: William Shakespeare 023
(16.04.2016 18:00)Alcedo schrieb:  hallo Sneaky

schöne Übersetzungen sind das hier bei Nr.23.
am besten gefällt mir dein erstes Quartett.

bei „Geschriebenes für Redekunst.“ würde ich lieber „statt“ lesen statt „für“.

angefangen hatte ich mal so:
Wie ein schlechter Mime auf der Bühne
der seine Rolle kennt doch nicht beherrscht

und dann abgebrochen.

eine vollständige Translation habe ich also nicht zu bieten, aber das Couplet würde ich so paaren:

O, lerne lesen was die stumme Liebe schrie,
mit Augen hören was der Liebe schön Esprit.

Gruß
Alcedo


Ja, das "für" durch "statt" zu ersetzen fände ich auch gut.

Dein Anfang, Alcedo, klingt gut, aber vermutlich scheitert der Ansatz, weil es so wenig Reime auf "beherrscht" gibt.

Die Couplets können mich nicht überzeugen. Zunächst sind sie sechhebig, was weder dem Original, noch sneakys Übersetzung entspricht, dann ist die Schlusszeile grammatisch kein sauberer Abschluss. Eigentlich müsste ein "ist" folgen. Solche Auslassungen sind als Notlösung möglich um den Reim zu erhalten, - werden ja auch oft genug verwendet, aber eine Verbesserung zu sneakys Fassung sehe ich dort nicht.

Gruß
ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 18.04.2016 09:44 von ZaunköniG.)
17.04.2016 11:09
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