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John Clare: I am
Silja Offline
Eleve
****

Beiträge: 464
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #1
GB John Clare: I am
John Clare (1793-1864)


I am! yet what I am none cares, or knows?
My friends forsake me like a memory lost.
I am the self-consumer of my woes;
They rise and vanish, an oblivious host,
Shadows of life, whose very soul is lost,
And yet I am – I live – though I am toss’d

Into the nothingness of scorn and noise,
Into the living sea of waking dream,
Where there is neither sense of life, nor joys,
But the huge shipwreck of my own esteem
And all that’s dear. Even those I loved the best
Are strange – nay, they are stranger than the rest.

I long for scenes where man has never trod –
For scenes where woman never smiled or wept –
There to abide with my Creator, God,
And sleep as I in childhood sweetly slept,
Full of high thoughts, unborn. So let me lie, –
The grass below; above, the vaulted sky.

Ich bin

Ich bin! Doch was ich bin, wer will das wissen?
Von Freunden ganz verlassen, vergessen vor der Zeit,
Verzehr ich mich in meinen Kümmernissen,
Die nah’n und schwinden in Verlorenheit,
Schatten von Leben, des Seele ist verraucht,
Und doch bin ich – leb’ ich – wie eingetaucht

Ins Nichts von lautem Hohngelächter,
In die lebend’ge See des wachen Traums,
Wo’s keine Freude gibt, kein Leben, nur Verächter,
Das Wrack des früh’ren Selbstvertrauns,
Von allem, was mir wert. Selbst von meinen Lieben
Sind seltsam fremde Schemen nur geblieben.

Ich sehne mich nach Weiten, wo noch schritt kein Mann –
Nach Weiten, wo kein Weib geweint, gelacht –
Dort bleibe ich mit meinem Schöpfer, Gott, fortan,
Und schlaf süß wie ein Kindlein in der Nacht,
Voll Träume, ungeboren. Also lasst mich nur –
Den Himmel über mir, zu Füßen grüne Flur.
30.01.2007 20:27
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Josef Riga Offline
Jambini
***

Beiträge: 345
Registriert seit: Aug 2014
Beitrag #2
GB RE: John Clare: I am
John Clare:
Written in Northampton County Asylum


Geschrieben im Irrenhaus von Northampton County
Ü: Josef Riga

Ich bin! Doch was ich bin, wen kümmert es?
Freunde erinnern sich an mich mit Last.
Bin Selbstverzehrer meiner Kümmernis,
Die kommt und schwindet, ein dementer Gast,
Schatten des Lebens, dem die Seele schwand.
Und ich - so existierend - bin gebannt

In wirre Nichtigkeiten der Betrachtung,
In ein gestrudelt' Wasser wacher Träume,
Wo nur das Schiffswrack meiner eignen Achtung
Hintreibt in freud- und lebenslose Räume,
Mit allem Teu'ren; Und die, die ich so gerne
Gehabt, sind mir mehr als die Fremden ferne.

Ich sehne mich nach dem, was nie betreten,
Wo keine Frau mehr lächelt oder weint,
Dort möchte ich zu Gott, dem Schöpfer treten,
Im Schlaf wie mit der Kindheit süß vereint,
Die ungebor'nen Ideen aufgesucht -
So legt ins Gras mich, über mir nur Luft.
23.09.2014 16:21
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