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Ich schwinde über einen schwanken Grat...
Terrapin Offline
ABC-Schütze
*

Beiträge: 10
Registriert seit: Jun 2017
Beitrag #1
Ich schwinde über einen schwanken Grat...
Ich schwinde über einen schwanken Grat,
die Stürme der Gedanken, sie vergehen
in Richtung des Gefühls, nun zu verwehen,
wie alle Schönheit, die mir flüchtig naht.

Die alte Einsamkeit, in die ich trat,
um nichts mehr Leidiges zu überstehen;
sie bleibt! Das Hamsterrad, es muss sich drehen!
Bei jedem Ruhestand und jeder Tat.

Ich weiß, in diesem Sein werd ich nie glücklich,
das Joch der Pein und Qual brennt unausdrücklich,
ich bin ein Sandkorn, das man ausgesiebt.

Es folgen und begleiten auf dem Pfade
mich Mensch und Freund, und dennoch ist es schade
zu wissen, dass es mich und sie noch gibt.
12.07.2017 17:26
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ZaunköniG Offline
Matre du Sonnet
****

Beiträge: 4.484
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #2
RE: Ich schwinde über einen schwanken Grat...
Hallo Terrapin,

Ein sehr depressiver Text.
Diese Einstellung, dass allmählich alles an Bedeutung verliert, was den Alltag und damit das Leben ausmacht ist gut beschrieben.
Ich fremdel aber noch mit dem Hamsterrad. Es steht für mich eher für Ehrgeiz und Karrierestreben - und Ablenkung von solch existenziellen Fragen.
In der Rückschau mag es Sinn machen, aber aus einem Hamsterrad kann man aussteigen, wenn man die Sinnlosigkeit erkennt.
Was du meinst ist wohl eher die Tretmühle einer Arbeit, die nicht mehr einbringt als das Geld, das man zum Überleben braucht.
Auch wenn du nur eine gedankliche Mühle meinst, weil man immer an irgendwas denkt, weil das Hirn nicht ruht, so steht das Hamsterrad doch eher für eine Verführung / Ablenkung der man entkommen kann, wenn man sich der Sinnlosigkeit erst mal bewusst wird, während man einer Tretmühle als klassischer Zwangs- oder Sklavenarbeit kaum entrinnen kann.

In Zeile 10 hast du unausdrücklich als Reimwort gefunden, aber was meinst du damit?
Aus dem Kontext schließe ich, dass man die brennende Qual nicht ausdrücken kann wie eine Zigarette, aber das Wort selbst klingt eher wie "nicht ausdrücklich" / "nicht explizit", - und ein Feuer das gerade zu groß ist, um es auszudrücken kannst du immer noch ersticken oder mit Wasser löschen. Es ist also immer noch weit entfernt von einer schicksalhaften Naturgewalt. Hier schmälerst du also um des Reimes Willen dein Bild der brennenden Qual.


Liebe Grüße
ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
15.07.2017 10:24
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