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Charles Baudelaire: À une Dame créole
ZaunköniG Offline
Matre du Sonnet
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Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #1
Frankreich Charles Baudelaire: À une Dame créole
Charles Baudelaire
1821 - 1867 Frankreich


À une Dame créole

Au pays parfumé que le soleil caresse,
J'ai connu, sous un dais d'arbres tout empourprés
Et de palmiers d'où pleut sur les yeux la paresse,
Une dame créole aux charmes ignorés.

Son teint est pâle et chaud; la brune enchanteresse
A dans le cou des airs noblement maniérés;
Grande et svelte en marchant comme une chasseresse,
Son sourire est tranquille et ses yeux assurés.

Si vous alliez, Madame, au vrai pays de gloire,
Sur les bords de la Seine ou de la verte Loire,
Belle digne d'orner les antiques manoirs,

Vous feriez, à l'abri des ombreuses retraites
Germer mille sonnets dans le coeur des poètes,
Que vos grands yeux rendraient plus soumis que vos noirs.



Einer kreolischen Dame

Im Land der schönen Düfte, sonnenschein-gesegnet,
gab ich mich unter roter Bäume Baldachin,
von dem herab es Trägheit auf die Augen regnet,
dem ungeahnten Reiz einer Kreolin hin.

Ihr Teint war blass, doch heißer Zauber lag darin;
ihr Haar verspielt und doch gesittet im Genick.
Sie hat den hohen schlanken Gang der Jägerin
und lächelt ruhig, mild. Gefestigt ist ihr Blick.

Wenn Sie, Madame, ins wahre Land der Herrschaft gingen,
ans Ufer der Loire oder ans Seine-Bett,
um dort die Schönheit all der Villen noch zu heben,

so würden Dichter aus ihren Asylen dringen
und es gediehen ihnen tausendein Sonett.
Man wäre Ihnen mehr als jeder Mohr ergeben.


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Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
07.11.2018 08:17
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